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Abschnitt 1: Von der A 28 bei Westerstede bis zur A 29 bei Jaderberg

Planung der Küstenautobahn A 20


Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de   Bildrechte: Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (www.lgln.niedersachsen.de)
Der Planungsabschnitt 1 der Küstenautobahn A 20: Übersichtskarte.

Aktuelles


Ausgleichsfläche Friedrichsfeld

Aktuelle Informationen finden Sie hier.


Planfeststellungsverfahren im Abschnitt 1 der Küstenautobahn wird fortgesetzt – überarbeitete Planfeststellungsunterlagen haben ausgelegen

Für den Abschnitt 1 der Küstenautobahn hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr das Planfeststellungsverfahren im Mai 2020 fortgesetzt. Das Planungsteam hat die Unterlagen zur Planfeststellung unter Berücksichtigung neuer Vorgaben zur Wasserrahmenrichtlinie überarbeitet. Vom 25. Mai bis zum 24. Juni 2020 lagen die überarbeiteten Planfeststellungsunterlagen (aufgrund des Corona-Virus unter besonderen Hygienevorkehrungen) in den betroffenen Städten und Gemeinden aus. Zudem standen sie in diesem Zeitraum auf der Website des UVP-Portals zur Verfügung. Einwendungen waren bis einschließlich 8. Juli 2020 möglich. Beachten Sie hierzu auch unsere Presseinformation (PDF, 0,15 MB).

Zeitstrahl im Abschnitt 1: die nächsten Schritte   Bildrechte: NLStBV
Zeitstrahl im Abschnitt 1: die nächsten Schritte.

Streckenverlauf

Der Streckenverlauf des 1. Abschnittes der A 20 beginnt an der vorhandenen Autobahn A 28 Leer - Oldenburg mit dem geplanten Autobahndreieck A 20 / A 28 und verläuft dann in einer gestreckten Linienführung in nordöstlicher Richtung. Nördlich der Anschlussstelle L 824 in Dringenburg geht die Trassierung in einen Kurvenverlauf über, um in südöstliche Richtung abzuschwenken. Das Ende der Strecke liegt unmittelbar östlich des geplanten Autobahnkreuzes A 20 / A 29.

Die A 20 wird mit einem zweibahnigen, vierstreifigen Regelquerschnitt 31 nach den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) mit einer befestigten Fahrbahnbreite von 12,00 m je Richtungsfahrbahn ausgebildet.

Die Trassierung der A 20 in Lage und Höhe wurde so gewählt, dass keine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erforderlich ist. Es gilt die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

Die Kreisstraße 130 wird als weitere vorhandene klassifizierte Straße über die A 20 geführt. Zusätzlich werden zur Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Wegenetzes drei Wegeüberführungen erforderlich.



Maßnahmen

Artenschutz und naturschutzfachliche Maßnahmen an der geplanten Autobahn

Die CEF-Maßnahmen sind von dem am 16. April 2018 ausgesetzten Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschlusses ausgenommen. Diese vorgezogenen naturschutzfachlichen Maßnahmen stellen eine wichtige ökologische Grundlage für den Bau der Küstenautobahn dar. Mitte Oktober 2018 haben diese sogenannten CEF-Maßnahmen begonnen (continous ecological functionality measures = Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion), durch die die Umweltverträglichkeit des Projektes sichergestellt werden soll.

Weitere Informationen: Häufig gestellte Fragen - Kompensationsmaßnahmen

Eine CEF-Maßnahme wurde Ende 2018 an einem Brückenbauwerk in Rastede durchgeführt. Dieses Brückenbauwerk führt über die A 29 und befindet sich auf der Höhe der Straße Bekauser Esch. Durch den Bau der A 20 entfällt eine wichtige Querungsroute für Fledermäuse über die A 29, da die Brücke am Bekhausermoorweg abgerissen werden muss. In Verbindung mit Erlensaumpflanzungen am Anfang der Straße Bekhauser Esch / Wilhelmshavener Straße werden die Fledermäuse durch Fledermausleitzäune umgelenkt.

Beachten Sie hierzu auch die Presseinformation vom 24.09.2018.

Darüber hinaus sind zwei Faunapassagen (Grünbrücken) geplant.

Notwendige Ausgleichsflächen

Im Raum des 1. Abschnittes überwiegt die landwirtschaftliche Nutzung (ausgenommen Garholter Wald). Damit geht eine offene, durch wenig Wald- oder Einzelbaumbewuchs unterbrochene, Landschaft einher. Auf Basis der durchgeführten Kartierungen wird der Ausgleichsumfang der durch den Autobahnbau und späteren Betrieb resultierenden Einwirkungen ermittelt. Aufgrund der Anzahl und der teilweise vorhandenen gefährdeten Arten sind umfangreiche Ausgleichsflächen erforderlich. Ein Teil der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen wird im Rahmen einer CEF-Maßnahme auf der bundeseigenen Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld geleistet. Mehr zur Ausgleichsfläche Friedrichsfeld erfahren Sie hier.

Als weitere CEF-Maßnahme wurden Renaturierungsmaßnahmen in Privatwäldern im Waldgebiet „Rechter Brook“ umgesetzt. Hier findet ein 5-jähriges Monitoring zur Feststellung des Erfolgs statt.

Weitere Informationen: Häufig gestellte Fragen - Ausgleichsfläche Friedrichsfeld.



Baugrund und Bautechnik

Der Trassenbereich der A 20 liegt im vorliegenden Abschnitt 1 vollständig im Bereich der Ostfriesischen / Oldenburgischen Geest.

Oberflächennah besteht der Baugrund aus holozänen Ablagerungen, wobei es sich neben der Deckschicht aus Oberboden im Wesentlichen um Torf von unterschiedlichem Zersetzungsgrad handelt. Unterhalb stehen pleistozäne Ablagerungen an. Hierbei handelt es sich überwiegend um bindige Geschiebeböden, die dann bis in großen Tiefen von Sanden und Kiesen unterlagert sind.

Die durchwurzelte obere Bodenzone weist Mächtigkeiten (d.h. Dicken) zwischen 0,2 m und 0,6 m auf. Darunter bzw. teilweise ab vorhandener Geländeoberkante folgt bereichsweise Torf. Die erkundete Mächtigkeit ist überwiegend kleiner 2,0 m. Im Trassenabschnitt zwischen der A 28 und der L 824 stehen bereichsweise unter den Deckschichten geringmächtige Sandschichten bis im Mittel 1,5 m Mächtigkeit an. Ab der L 824 bis zur A 29 wurden Sande in Tiefen bis überwiegend 4,5 m unter Geländeoberkante angetroffen. Die Sande werden bereichsweise von Geschiebelehm / Geschiebemergel mit überwiegend steifer und halbsteifer Konsistenz unterlagert. Im Bereich der A 29 wurde lokal begrenzt Beckenschluff / Beckenton erkundet.

Beim Bodenvollaustauschverfahren werden die nicht tragfähigen Schichten des Bodens unter der Autobahntrasse komplett ausgetauscht. Mithilfe eines Baggers wird der nicht belastbare Untergrund ausgehoben und durch tragfähigen Boden (geeigneter Sand) ersetzt. Der Sandbedarf kann aus einer eigens angelegten Seitenentnahme („Baggersee“) neben der Strecke im Bereich Bekhausen gewonnen werden.



Erkundung des Bodens auf Bodendenkmäler (Prospektion)

Vor allem im Boden befindliche Siedlungsspuren unserer Vorfahren werden vor dem Bau der A 20 festgehalten und dokumentiert. Mögliche archäologische Denkmäler werden dabei erkundet, lagergerecht verortet und listenmäßig erfasst.

Mit einer Erkundung des Bodens auf Bodendenkmäler wurde im Januar 2019 in der Nähe der zukünftigen Anschlussstelle der A 20 zur L 824 auf zwei Flächen mit einer Gesamtgröße von rund 64 Hektar auf Bodendenkmäler begonnen. Im ersten Schritt fanden hier Anfang 2019 Rodungsarbeiten statt, um die Fläche für die Untersuchungen – und den späteren Autobahnbau – freizulegen.

Im Jahr 2020 wird eine weitere Fläche in der Nähe des zukünftigen Autobahndreiecks A 20 / A 28 auf Bodendenkmäler hin untersucht. Diese Fläche in der Nähe von Westerstede ist etwa 34 Hektar groß.



Technische Angaben

  • Länge: 13 km, eine Anschlussstelle an der Landesstraße 824,
  • prognostizierte Verkehrsentwicklung im Jahr 2030:
    • ca. 22.300 Fahrzeuge / 24 h westlich der AS L 824,
    • ca. 21.500 Fahrzeuge / 24 h östlich der AS L 824
  • Parkplatz mit WC (PWC-Anlage) mit 50 Stellplätzen für LKW und 30 Stellplätzen für PKW je Fahrtrichtung,
  • insgesamt 19 Brückenbauwerke, sowohl für die A 20 als auch für querende Straßen und Wege und Faunapassagen ("Grünbrücken").
Autobahn 20
Der 1. Abschnitt der A 20 als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung   Bildrechte: NLStBV

Der 1. Abschnitt der A 20 als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung.

Presseinformation

zum Beginn von naturschutzfachlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Autobahnbau auf den Seiten des Nds. Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung:

Bodenvollaustausch: schematische Darstellung   Bildrechte: NLStBV

Bodenvollaustausch: schematische Darstellung.

Artikel-Informationen

erstellt am:
26.02.2018
zuletzt aktualisiert am:
21.08.2020

Ansprechpartner/in:
Frank Zielesny

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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