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Abschnitt 1: Von der A 28 bei Westerstede bis zur A 29 bei Jaderberg

Planung der Küstenautobahn A 20


Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  
Der Planungsabschnitt 1 der Küstenautobahn A 20: Übersichtskarte.

Aktuelles


Schaffung von Offenland und Aufforstung auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld

Die Rodungsarbeiten sind erfolgreich abgeschlossen. Nun folgen – zeitgleich mit der weiteren Kampfmittelräumung – die Arbeiten für die Herstellung der zukünftigen Grünlandflächen. Die Flächen werden modelliert und von Bauschutt und Holzresten befreit. Bombentrichter, Panzerfahrspuren und Grabenreste werden in ihrer ursprünglichen Position belassen, so dass sich überall in der Fläche Feuchtbiotope und temporäre Wasserflächen bilden können, die für den Kiebitz eine wichtige Lebensgrundlage sind.

Die Kampfmittelsondierungen sind fast abgeschlossen. Daher konnte schon im Herbst 2019 damit begonnen werden, die geräumten Waldausgleichsflächen zu bepflanzen (Umwandlung von Nadel- in Laubwald). Beachten Sie hierzu auch die Pressemeldung zum Stand der Arbeiten.


Friedrichsfeld: Entsiegelung der Flächen und Abriss der Gebäude

Seit September 2019 entsiegelt die NLStBV die Flächen auf dem Friedrichsfeld, befreit sie also von Asphalt, Beton und Schotter. Dazu gehört auch der Abbruch der alten Kaserne. Die Arbeiten werden in drei Bauabschnitten durchgeführt und Ende 2020 abgeschlossen.


Mehrfach Kiebitze auf dem Friedrichsfeld gesichtet

Auf der neugeschaffenen Offenlandfläche auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld wurde am 22. März 2019 der erste Kiebitz gesichtet (JPG, 0,71 MB). Der gefiederte Gast wurde von Mitarbeitern der Landesbehörde bei der Nahrungsaufnahme fotografiert. Seitdem konnten weitere Kiebitze auf dem Gelände beobachtet werden.


Standortübungsplatz Friedrichfeld bleibt gesperrt

Aufgrund von Munitionsfunden und daraus resultierenden erheblichen Gefahren für Leib und Leben bleibt das Friedrichsfeld für die kommenden drei Jahre (ab September 2018) für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Eine entsprechende Verordnung wurde durch den Landkreis Friesland erlassen. Ziel der Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist es, soweit möglich in Abstimmung mit dem Landkreis und verschiedenen Nutzergruppen, mittelfristig wieder eine Freizeitnutzung zu ermöglichen. Beachten Sie hierzu auch die Stellungnahme des Landkreises Friesland.

Planungsstand

Die Genehmigungsplanung wurde im Mai 2015 mit der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens begonnen. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 16. April 2018. Die Vollziehung wurde am 7. Juni 2018 ausgesetzt, da der Beschluss beklagt wird.

Um jedoch eine Verzögerung des Projekts und damit eine erhebliche Kostensteigerung zu vermeiden, sind ausgewählte Maßnahmen von der Aussetzung der sofortigen Vollziehung ausgenommen (z. B. CEF-Maßnahmen, Leitungsverlegungen usw.).

Zeitstrahl im Abschnitt 1: die nächsten Schritte  
Zeitstrahl im Abschnitt 1: die nächsten Schritte.

Streckenverlauf

Der Streckenverlauf des 1. Abschnittes der A 20 beginnt an der vorhandenen Autobahn A 28 Leer - Oldenburg mit dem geplanten Autobahndreieck A 20 / A 28 und verläuft dann in einer gestreckten Linienführung in nordöstlicher Richtung. Nördlich der Anschlussstelle L 824 in Dringenburg geht die Trassierung in einen Kurvenverlauf über, um in südöstliche Richtung abzuschwenken. Das Ende der Strecke liegt unmittelbar östlich des geplanten Autobahnkreuzes A 20/ A 29.

Die A 20 wird mit einem zweibahnigen, vierstreifigen Regelquerschnitt 31 nach den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) mit einer befestigten Fahrbahnbreite von 12,00 m je Richtungsfahrbahn ausgebildet.

Die Trassierung der A 20 in Lage und Höhe wurde so gewählt, dass keine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erforderlich ist. Es gilt die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

Die Kreisstraße K 130 wird als weitere vorhandene klassifizierte Straße über die A 20 geführt. Zusätzlich werden zur Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Wegenetzes drei Wegeüberführungen erforderlich.

Maßnahmen

Artenschutz und naturschutzfachliche Maßnahmen an der geplanten Autobahn

Die CEF-Maßnahmen sind von dem am 16. April 2018 ausgesetzten Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschlusses ausgenommen. Diese vorgezogenen naturschutzfachlichen Maßnahmen stellen eine wichtige ökologische Grundlage für den Bau der Küstenautobahn dar. Mitte Oktober 2018 haben CEF-Maßnahmen begonnen (continous ecological functionality measures = Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion), durch die die Umweltverträglichkeit des Projektes sichergestellt werden soll (vgl. Häufig gestellte Fragen - Kompensationsmaßnahmen).

Eine CEF-Maßnahme wurde Ende 2018 an einem Brückenbauwerk in Rastede durchgeführt. Dieses Brückenbauwerk führt über die A 29 und befindet sich auf der Höhe der Straße Bekauser Esch. Durch den Bau der A 20 entfällt eine wichtige Querungsroute für Fledermäuse über die A 29, da die Brücke am Bekhausermoorweg abgerissen werden muss. In Verbindung mit Erlensaumpflanzungen am Anfang der Straße Bekhauser Esch / Wilhelmshavener Straße werden die Fledermäuse durch Fledermausleitzäune umgelenkt. Beachten Sie hierzu auch die Presseinformation des Nds. Verkehrsministeriums vom 24.09.2018.

Darüber hinaus sind zwei Faunapassagen (Grünbrücken) geplant.

Ausgleichsfläche ehemaliger Standortübungsplatz Friedrichsfeld

Im Raum des 1. Abschnittes überwiegt die landwirtschaftliche Nutzung (ausgenommen Garholter Wald). Damit geht eine offene, durch wenig Wald- oder Einzelbaumbewuchs unterbrochene, Landschaft einher. Auf Basis der durchgeführten Kartierungen wird der Ausgleichsumfang der durch den Autobahnbau und späteren Betrieb resultierenden Einwirkungen ermittelt. Aufgrund der Anzahl und der teilweise vorhandenen gefährdeten Arten sind umfangreiche Ausgleichsflächen erforderlich. Ein Großteil der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen werden im Rahmen einer vorgezogenen CEF-Maßnahme auf der bundeseigenen Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld geleistet.

Die Umgestaltung des Standortübungsplatzes Friedrichsfeld ist eine multifunktionale Entwicklungsmaßnahme:

  • Schaffung von Offenland und halboffenen Gehölzstrukturen: Die Streckenführung der Küstenautobahn betrifft im ersten Bauabschnitt vor allem sogenannte Offenlandbrüter („Wiesenvögel“), die auf weitläufigen Flächen am Boden nisten. Deren Lebensraum wird am geplanten Verlauf der A 20 im Bauabschnitt 1 eingeschränkt. Um insbesondere dem Kiebitz neuen Rückzugsraum zu geben, wird angrenzend an das schon vorhandene Offenland seit September 2018 Bäume und Buschwerk entnommen. Rings um die entstehende Offenlandschaft werden die vorhandenen Biotopstrukturen weiter unterstützt und der bestehende Nadelwald in Laubwald umgewandelt. Diese Aufforstungsarbeiten sind für Mitte bis Ende 2019 geplant.
  • Ausgleich für die Neuversiegelung der A 20 durch großflächige Entsiegelung: Der Wegerückbau und verschiedene Arbeiten zur Entsiegelung sind für Mitte bis Ende 2019 geplant.
  • Vermeidung und Kompensation von Beeinträchtigung vorhandener Funktionen: Beeinträchtigungen bestehender Biotopstrukturen durch die Umgestaltung werden weitmöglichst minimiert; teilweise führt die Neugliederung jedoch zu unvermeidbaren Überplanungen von geschützten Biotopen und Landschaftsbestandteilen sowie Forstflächen. Diese werden vollständig auf dem ehemaligen Standortübungsplatz kompensiert. Beispielsweise werden die auf dem Gelände vorkommenden seltenen Orchideenarten von den umzuwandelnden in die verbleibenden und neuen Waldflächen umgesiedelt. Auch der forstliche Ausgleich gemäß § 8 (2) NWaldLG kann vollständig auf dem Standortübungsplatz erbracht werden. Die Qualität des Geländes Friedrichsfeld als Biotop für Tiere und Pflanzen wird so erhalten.
  • Einbindung von Erholungs- und Freizeitbedürfnissen: Für das Friedrichsfeld wurde ein Konzept erstellt, das die Nutzung zu Freizeit- und Erholungszwecken im nördlichen Bereich ermöglichen sollte. Am 20. September 2018 musste die Fläche allerdings aufgrund von unerwartet großen Bombenfunden aus Wehrmachtsbeständen des Zweiten Weltkriegs von der Gefahrenabwehrbehörde (Landkreis Friesland) für mindestens drei Jahre gesperrt (vgl. Stellungnahme des Landkreises Friesland). Aktuell werden weiterhin Kampfmittel gesucht und geborgen. Die Entscheidung darüber, ob das Gelände nach Ablauf der drei Jahre wieder freigegeben und das Betretungsverbot aufgehoben werden kann, wird aktuell geprüft. Ziel der Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist es, soweit möglich und in Abstimmung mit dem Landkreis und verschiedenen Nutzergruppen, mittelfristig eine Freizeitnutzung im nördlichen Bereich zu ermöglichen.

Weitere Informationen: Häufig gestellte Fragen - Ausgleichsfläche Friedrichsfeld.

Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz finden Rodungsarbeiten statt  
Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz finden Rodungsarbeiten statt.
Offenland, wie es geschaffen werden soll, um Wiesenvögeln Lebensraum zu bieten  
Offenland, wie es geschaffen werden soll, um Wiesenvögeln Lebensraum zu bieten.
Durch die notwendige Sprengung einer Weltkriegsbombe entstandener Krater  
Durch die notwendige Sprengung einer Weltkriegsbombe entstandener Krater.
Auf dem Gelände Friedrichsfeld wurde am 22. März 2019 der erste Kiebitz gesichtet  
Auf dem Gelände Friedrichsfeld wurde am 22. März 2019 der erste Kiebitz gesichtet.

Baugrund und Bautechnik

Der Trassenbereich der A 20 liegt im vorliegenden Abschnitt 1 vollständig im Bereich der Ostfriesischen / Oldenburgischen Geest.

Oberflächennah besteht der Baugrund aus holozänen Ablagerungen, wobei es sich neben der Deckschicht aus Oberboden im Wesentlichen um Torf von unterschiedlichem Zersetzungsgrad handelt. Unterhalb stehen pleistozäne Ablagerungen an. Hierbei handelt es sich überwiegend um bindige Geschiebeböden, die dann bis in großen Tiefen von Sanden und Kiesen unterlagert sind.

Die durchwurzelte obere Bodenzone weist Mächtigkeiten (d.h. Dicken) zwischen 0,2 m und 0,6 m auf. Darunter bzw. teilweise ab vorhandener Geländeoberkante folgt bereichsweise Torf. Die erkundete Mächtigkeit ist überwiegend kleiner 2,0 m. Im Trassenabschnitt zwischen der A 28 und der L 824 stehen bereichsweise unter den Deckschichten geringmächtige Sandschichten bis im Mittel 1,5 m Mächtigkeit an. Ab der L 824 bis zur A 29 wurden Sande in Tiefen bis überwiegend 4,5 m unter Geländeoberkante angetroffen. Die Sande werden bereichsweise von Geschiebelehm / Geschiebemergel mit überwiegend steifer und halbsteifer Konsistenz unterlagert. Im Bereich der A 29 wurde lokal begrenzt Beckenschluff / Beckenton erkundet.

Beim Bodenvollaustauschverfahren werden die nicht tragfähigen Schichten des Bodens unter der Autobahntrasse komplett ausgetauscht. Mithilfe eines Baggers wird der nicht belastbare Untergrund ausgehoben und durch tragfähigen Boden (geeigneter Sand) ersetzt. Der Sandbedarf kann aus einer eigens angelegten Seitenentnahme („Baggersee“) neben der Strecke im Bereich Bekhausen gewonnen werden.

Erkundung des Bodens auf Bodendenkmäler (Prospektion)

Vor allem im Boden befindliche Siedlungsspuren unserer Vorfahren werden vor dem Bau der A 20 festgehalten und dokumentiert. Mögliche archäologische Denkmäler werden dabei erkundet, lagergerecht verortet und listenmäßig erfasst.

Mit einer Erkundung des Bodens auf Bodendenkmäler wurde im Januar 2019 in der Nähe der zukünftigen Anschlussstelle der A 20 zur L 824 auf zwei Flächen mit einer Gesamtgröße von rund 64 Hektar auf Bodendenkmäler begonnen. Im ersten Schritt fanden hier Anfang 2019 Rodungsarbeiten statt, um die Fläche für die Untersuchungen – und den späteren Autobahnbau – freizulegen.

Im Jahr 2020 wird eine weitere Fläche in der Nähe des zukünftigen Autobahndreiecks A 20 / A 28 auf Bodendenkmäler hin untersucht. Diese Fläche in der Nähe von Westerstede ist etwa 34 Hektar groß.



Technische Angaben

  • Länge: 13 km, eine Anschlussstelle an der Landesstraße 824,
  • prognostizierte Verkehrsentwicklung im Jahr 2030:
    • ca. 22.300 Fahrzeuge / 24 h westlich der AS L 824,
    • ca. 21.500 Fahrzeuge / 24 h östlich der AS L 824
  • Parkplatz mit WC (PWC-Anlage) mit 50 Stellplätzen für LKW und 30 Stellplätzen für PKW je Fahrtrichtung,
  • insgesamt 19 Brückenbauwerke, sowohl für die A 20 als auch für querende Straßen und Wege und Faunapassagen ("Grünbrücken").

Autobahn 20
Der 1. Abschnitt der A 20 als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung  

Der 1. Abschnitt der A 20 als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung.

Presseinformation

zum Beginn von naturschutzfachlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Autobahnbau auf den Seiten des Nds. Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung:

Aktuelle Unterlagen:

(Hinweis: Protokolle werden aus Datenschutzgründen grundsätzlich ohne Teilnehmerliste veröffentlicht.)

 Übersichtskarte
(PDF, 1,93 MB)

Bodenvollaustausch: schematische Darstellung  

Bodenvollaustausch: schematische Darstellung.

Artikel-Informationen

03.01.2020

Ansprechpartner/in:
Frank Zielesny

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-175
Fax: (0441) 2181-222

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