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Umgestaltung des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld

Planung der Küstenautobahn A 20 - Abschnitt 1: Von der A 28 bei Westerstede bis zur A 29 bei Jaderberg


Der ehemalige Standortübungsplatz Friedrichsfeld ist eine bundeseigene Fläche, die als Ausgleich für den Bau der Küstenautobahn A 20 genutzt wird. Auf dem weitläufigen Gelände werden bestimmte Bereiche so umgestaltet, dass sie Pflanzen und Tieren, die vom Bau des ersten Bauabschnittes der Autobahn betroffen sind, als neuer Lebensraum dienen können. Insbesondere wird Offenlandfläche für Kiebitze geschaffen, deren Brutgebiet durch den Bau der A 20 verkleinert wird.

Eine Orchidee auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld   Bildrechte: NLStBV
Eine Orchidee auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld.

Aktuelles


Ornithologen und Botaniker auf dem Gelände im Einsatz (Stand Juni 2020)

Nachdem 2019 die Rodungsarbeiten abgeschlossen werden konnten, sind mittlerweile die Grünlandflächen auf dem südlichen Teil des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld hergestellt. Diese sollen Tierarten wie dem Kiebitz, die vom Bau des ersten Bauabschnitts der A 20 betroffen sind, als neuer Lebensraum dienen. Doch wie lässt sich überprüfen, ob die von der NLStBV umgesetzten Maßnahmen auch erfolgreich sind?

Die Erfolgskontrolle – das sogenannte Monitoring – setzt ein Experte aus dem Bereich der Vogelkunde um: Er wird in den nächsten fünf Jahren genau untersuchen und überprüfen, welche Vogelarten das Gelände Friedrichsfeld als Brut- und/oder Nahrungshabitat nutzen und dies dokumentieren. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob die Maßnahmen erfolgreich waren und an welcher Stelle ggf. nachgebessert werden muss.

Mehr dazu erfahren Sie hier (PDF, 0,08 MB).


Stand der Kampfmittelsondierung (Stand Juni 2020)

Neben den Botanikern und Ornithologen sind auch weiterhin die Kampfmittelsondierer auf dem Gelände Friedrichsfeld im Einsatz. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Kampfmittelräumung aktuell allerdings nur eingeschränkt möglich.


Standortübungsplatz Friedrichfeld bleibt gesperrt (Stand September 2018)

Aufgrund von Munitionsfunden und daraus resultierenden erheblichen Gefahren für Leib und Leben bleibt das Friedrichsfeld für die kommenden drei Jahre (ab September 2018) für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Eine entsprechende Verordnung wurde durch den Landkreis Friesland erlassen. Ziel der Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist es, soweit möglich in Abstimmung mit dem Landkreis und verschiedenen Nutzergruppen, mittelfristig wieder eine Freizeitnutzung zu ermöglichen. Beachten Sie hierzu auch die Stellungnahme des Landkreises Friesland.

Maßnahmen:

Die Umgestaltung des Geländes Friedrichsfeld ist eine multifunktionale Entwicklungsmaßnahme. Das bedeutet, dass auf der Fläche gleich mehrere unterschiedliche Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen, umgesetzt werden. Dazu gehören:

  • Schaffung von Offenland und halboffenen Gehölzstrukturen: Die Streckenführung der Küstenautobahn betrifft im ersten Bauabschnitt vor allem sogenannte Offenlandbrüter („Wiesenvögel“), die auf weitläufigen Flächen am Boden nisten. Deren Lebensraum wird am geplanten Verlauf der A 20 im Bauabschnitt 1 eingeschränkt. Um insbesondere dem Kiebitz neuen Rückzugsraum zu geben, werden angrenzend an das schon vorhandene Grünland seit September 2018 Wald, Bäume und Buschwerk entnommen. Rings um die entstehende Offenlandschaft werden die vorhandenen Biotopstrukturen weiter unterstützt und der bestehende Nadelwald in Laubwald umgewandelt. Diese Waldumwandlungen finden in den kommenden Jahren statt. Seit April 2020 werden zudem waldbauliche Maßnahmen auf einer Fläche von ca. 26,5 ha umgesetzt. Die in diesem Rahmen stattfindenden Anpflanzungen werden voraussichtlich 2021 fertiggestellt.

  • Ausgleich für die Neuversiegelung der A 20 durch großflächige Entsiegelung: Bis Ende 2020 werden alle dafür vorgesehenen Kasernengebäude auf dem Gelände Friedrichsfeld zurückgebaut – der Großteil der Kaserne wurde bereits abgerissen. Auch der Rückbau von Wegen ist Teil der Planung.

  • Vermeidung und Kompensation der Beeinträchtigung vorhandener Funktionen: Beeinträchtigungen bestehender Biotopstrukturen durch die Umgestaltung werden weitmöglichst minimiert. Teilweise führt die Neugliederung jedoch zu Überplanungen von Biotopen und Landschaftsbestandteilen sowie Waldflächen. Diese werden vollständig auf dem ehemaligen Standortübungsplatz kompensiert. Beispielsweise werden die auf dem Gelände vorkommenden seltenen Orchideenarten von den umzuwandelnden in die verbleibenden und neuen Waldflächen umgesiedelt. Auch der waldbauliche Ausgleich, also die Wiederanpflanzung von entnommenen Gehölzen, kann vollständig auf dem Standortübungsplatz erbracht werden. Die Qualität des Geländes Friedrichsfeld als Biotop für Tiere und Pflanzen wird so wieder hergestellt.

  • Einbindung von Erholungs- und Freizeitbedürfnissen: Für das Gelände Friedrichsfeld wurde ein Konzept erstellt, das die Nutzung zu Freizeit- und Erholungszwecken im nördlichen Bereich ermöglichen soll. Am 20. September 2018 musste die Fläche allerdings aufgrund von unerwartet großen Munitionsfunden aus dem 2. Weltkrieg von der Gefahrenabwehrbehörde (Landkreis Friesland) für mindestens drei Jahre gesperrt werden (siehe Stellungnahme des Landkreises Friesland). Aktuell werden weiterhin Kampfmittel gesucht und geborgen. Die Entscheidung darüber, ob das Gelände 2021, nach Ablauf der drei Jahre, wieder freigegeben und das Betretungsverbot aufgehoben werden kann, wird aktuell geprüft. Ziel der Landesbehördeist es, soweit möglich und in Abstimmung mit dem Landkreis und verschiedenen Nutzergruppen, mittelfristig eine Erholungs- und Freizeitnutzung im nördlichen Bereich zu ermöglichen. Hierzu ist die Landesbehörde in Gesprächen mit dem Landkreis Friesland und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin der Fläche.

Weitere Informationen finden Sie hier: Häufig gestellte Fragen: Ausgleichsfläche Friedrichsfeld.

Autobahn 20
Auf dem Gelände Friedrichsfeld wurde am 22. März 2019 der erste Kiebitz gesichtet   Bildrechte: NLStBV

Auf dem Gelände Friedrichsfeld wurde am 22. März 2019 der erste Kiebitz gesichtet.

Durch die notwendige Sprengung einer Weltkriegsbombe entstandener Krater   Bildrechte: NLStBV

Durch die notwendige Sprengung einer Weltkriegsbombe entstandener Krater.

Offenland, wie es geschaffen werden soll, um Wiesenvögeln Lebensraum zu bieten   Bildrechte: NLStBV

Offenland, wie es geschaffen werden soll, um Wiesenvögeln Lebensraum zu bieten.

Artikel-Informationen

11.06.2020

Ansprechpartner/in:
Frank Zielesny

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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