Logo NLStBV Niedersachen klar Logo

Faktencheck zur Vorbereitung des Baufeldes

B 3 Südschnellweg in Hannover


Anlässlich der Fällungsarbeiten im Bereich der B 3 | Südschnellweg haben wir die zentralen Fakten zum Thema in diesem Faktencheck gebündelt. Damit möchten wir auch weiterhin zu einem sachlichen Dialog zur Modernisierung der Schnellwege in Hannover beitragen.


"Es wird mehr Fläche gerodet als unbedingt notwendig"

Richtigstellung: Nein, im Bereich der Hildesheimer Straße und des zukünftigen Tunnels erfolgen die Gehölzfällungen bedarfsgerecht und angepasst an den Bauablauf. Vor der Abgrenzung der in Anspruch zu nehmenden Flächen hat die NLStBV genau geprüft, wieviel Fläche für die Fällungen unbedingt notwendig ist. Um den Eingriff möglichst gering zu halten, wurden die Flächen so minimal wie möglich bemessen. Die Fällungen betreffen stets nur die jeweils für den bevorstehenden Bauabschnitt notwendigen Bereiche.


"Durch den Verzicht auf Standstreifen hätte weniger Fläche in Anspruch genommen werden können"

Richtigstellung: Nein, durch die Brückenersatzneubauten und die Anpassung des Dammkörpers am Südschnellweg sind Fällungen an den Böschungen und den angrenzenden Streifen auch ohne Standstreifen erforderlich.

Nach heutigen Sicherheitsstandards kann nicht ohne weiteres auf Standstreifen verzichtet werden. Ein Verzicht auf den Standstreifen reduziert den Eingriff lediglich um 0,7 Hektar. Dies entspricht 5 bis 6 Prozent der insgesamt in Anspruch zu nehmenden Grünflächen. Dieser Wert reduziert sich weiter auf weniger als 0,5 Hektar, wenn man berücksichtigt, dass in diesem Fall Nothaltebuchten und breitere Fahrbahnränder (sogenannte Bankette) gebaut werden müssten. Bei dem Verkehrsaufkommen sind die Seitenstreifen für die Verkehrssicherheit erforderlich.


"Bei den Rodungen wird keine Rücksicht auf Tiere, Lebensräume und Brutplätze genommen"

Richtigstellung: Im Gegenteil: Alle potenziellen Eingriffe wurden genau untersucht, um Tiere und deren Brutstätten zu schützen. So wurde vor Ort durch umfangreiche Untersuchungen auf Höhlenbäume, Nistplätze und weiteres sichergestellt, dass keine Fledermäuse, Brutvögel und andere Tierarten beeinträchtigt werden. Sämtliche Bauarbeiten werden zudem über die komplette Bauzeit durch eine Umweltbaubegleitung (UBB) überwacht und begleitet.


"Die hohe ökologische Qualität der gerodeten Bäume wird nicht berücksichtigt"

Richtigstellung: Das ist nicht korrekt: Die ökologische Qualität der vorhandenen Vegetation wird genau ermittelt sowie für die Festsetzung des Ausgleichs berücksichtigt. Dafür wird sie in sogenannte Biotoptypen eingeteilt. Diese Bäume sind nach dem Bau des Südschnellwegs in den 1950er- und 1960er-Jahren von allein angewachsen.

Bei den Bäumen am Südschnellweg handelt es sich überwiegend um Pappeln und Weiden. Außerdem ist nicht die komplette Fläche mit Bäumen bewachsen, Teile sind auch mit Strauch- und Buschwerk und anderen kleinwüchsigen Pflanzen bedeckt. Trotzdem wurde die Wertigkeit der betroffenen Flächen stets sehr hoch angesetzt, sodass die Ausgleichsmaßnahmen besonders umfangreich ausfallen. Beispielsweise werden Böschungsbäume im Verhältnis von 1:2 mit Maßnahmen ausgeglichen, die hochwertigem Wald entsprechen.


"Die Ausgleichsmaßnahmen werden weit entfernt vorgenommen"

Richtigstellung: Ein überwiegender Teil des Eingriffs wird direkt an Ort und Stelle ausgeglichen, beispielweise durch die Bepflanzung der neuen Böschungsflächen sowie der daran anschließenden genutzten Flächen. Ungeachtet der Qualität des Bewuchses werden zudem alle beanspruchten Flächen im Verhältnis 1:2 durch hochwertige Waldaufforstung ausgeglichen – das heißt, es entstehen doppelt so viele Flächen mit Baumbestand, wie durch die Arbeiten am Südschnellweg beansprucht werden. Beispielsweise wird in Langenhagen der Biotopverbund in der Wietzeaue verbessert und es erfolgen Ersatzaufforstungen auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten. Zudem werden unter anderem neue Leitstrukturen für Fledermäuse etabliert, Retentionsraum in der Leineaue geschaffen, hochwertige Strukturen im Bereich der Gewässerbrücken hergestellt sowie Nisthilfen und Ersatzquartiere ausgebracht.


"Die Anliegen der Protestierenden finden keine Berücksichtigung"

Richtigstellung: Das ist nicht korrekt: Zu den Planungen zum B 3 | Südschnellweg fanden über Jahre hinweg umfangreiche formelle und informelle Dialoge statt. Mit dem Ideenwettbewerb 2015/16 und 19 Sitzungen des Planungsdialogs hat sich die NLStBV im Planungsverlauf stets allen Diskussionen und Fragen gestellt. Ein Ergebnis ist, dass wir die Breite des Südschnellwegs von ursprünglich 31 Metern auf 25 Meter – und damit auf das geringstmögliche Maß – reduziert haben.

Zudem wurden die Planungen in den Gremien und in der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt fanden bislang über 40 Veranstaltungen aller Art statt. Auf dem Weg zur mittlerweile erfolgten Planfeststellung und dem daraus resultierenden Baurecht haben die Planungen einen demokratischen Prozess durchlaufen.

Darüber hinaus wurden die kritischen Initiativen Mitte November 2022 zu einem Runden Tisch mit Verkehrsminister Lies eingeladen. Leider wurde das Angebot nicht von allen Gruppen angenommen.

Faktencheck Bildrechte: NLStBV

Artikel-Informationen

erstellt am:
08.12.2022

Ansprechpartner/in:
Sebastian Tacke

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernatsleiter 31 (Planung und Bau Schnellwege in Hannover)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-5127
Fax: (0511) 3034-2099

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln