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Häufig gestellte Fragen: Kompensationsmaßnahmen

Projekt Küstenautobahn (A 20 / A 26)


1. Wie werden die Umweltbeeinträchtigungen, die durch den Autobahnbau entstehen, ausgeglichen?

Ziel der Landesbehörde ist es, die Eingriffe in die Natur und Landschaft auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken (Vermeidungsgebot). Unvermeidliche Eingriffe sind gem. § 15 des Bundesnaturschutzgesetztes auszugleichen. Ein Ausgleich ist dann erfolgt, wenn die beeinträchtigten Funktionen in dem betroffenen Naturraum in gleichwertiger Art und Weise wieder hergestellt sind.


2. Welche Arten des Ausgleiches gibt es?

Das Portfolio an Ausgleichsmaßnahmen ist sehr umfangreich und hängt vor allem davon ab, in welcher Art und Weise der Naturhaushalt durch das Vorhaben betroffen ist. Sind Beeinträchtigungen nicht zu vermeiden, dann sind die Folgen des Eingriffes möglichst in gleicher Weise an räumlich anderer Stelle auszugleichen. Geht durch die Autobahn zum Beispiel der Brutstandort einer gefährdeten Vogelart verloren, so muss an anderer Stelle im Naturraum eine Brutmöglichkeit für diese Art geschaffen werden. Artenschutzrechtlich begründete Ausgleichsmaßnahmen sind in der Regel in unmittelbarer Nähe des Eingriffs umzusetzen, um den funktionellen Zusammenhang des Lebensraums oder der Lebensgemeinschaft zu erhalten.


3. Wie erfolgt die Entwicklung und Umsetzung einer Ausgleichsmaßnahme?

Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme der Tier- und Pflanzenwelt wird die Beeinträchtigung durch das Bauvorhaben ermittelt. Für die betroffenen Teile des Naturhaushalts werden dann Flächen im Planungsraum gesucht, auf denen für die beeinträchtigten Arten zusätzlicher Lebensraum geschaffen werden kann. Wird durch das Vorhaben z. B. ein Laichgewässer von Fröschen überbaut, so muss an anderer Stelle ein neues Laichgewässer entstehen. Bei der Suche nach geeigneten Ausgleichsflächen werden vorrangig, sofern dies aus fachlichen Gründen möglich ist, Flächen der öffentlichen Hand betrachtet.


4. Können auf einer Ausgleichsfläche auch mehrere Ausgleichsanforderungen durchgeführt werden?

Der Träger des Vorhabens, hier die Landesbehörde, ist bemüht, die Inanspruchnahme von Flächen nur in dem unbedingt notwendigen Umfang durchzuführen. In Abhängigkeit von der Betroffenheit durch das Vorhaben können auf einer Ausgleichsfläche mehrere Funktionen ausgeglichen werden. Neben der Versiegelung des Bodens durch die Autobahn (Bodenversiegelung) kann z. B. auch der Verlust eines Brutplatzes einer bedrohten Vogelart parallel auf gleicher Fläche ausgeglichen werden.


5. Warum werden die Kompensationsmaßnahmen nicht in Naturschutzgebieten, die sowieso schon bestehen, umgesetzt?

In der Regel weisen Naturschutzgebiete bereits eine hohe umweltfachliche Bedeutung auf. Das bedeutet, dass das Potenzial zur Aufwertung dieser geschützten Flächen oft nur noch in einem geringen Umfang besteht.

Die Unterhaltung der Maßnahmen des Naturschutzes in Naturschutzgebieten ist Aufgabe der staatlichen Naturschutzverwaltung. Das heißt, dass hohe und gesonderte Ziele für diese Flächen sowieso zu erreichen sind. Ein zusätzlicher Eingriffsausgleich bspw. durch den Autobahnbau ist damit dort oft nicht zu erzielen. Nur in Einzelfällen kann ein Ausgleich in Naturschutzgebieten erfolgen.


6. Warum werden Ausgleichsflächen autobahnnah angelegt? So wird in der Region doppelt Fläche beansprucht.

Es muss unterschieden werden zwischen Ausgleichsmaßnahmen der Eingriffsregelung und artenschutzrechtlich erforderlichen Maßnahmen. Bei den artenschutzrechtlichen Maßnahmen ist der Funktionszusammenhang zwischen Eingriff und Ausgleich oft sehr eng. Beispielsweise kann eine Ausgleichsmaßnahme für Vogelarten je nach Art und deren Aktionsradius weiter entfernt sein. Eine Fläche für Amphibien ist dagegen räumlich sehr nah vorzusehen. Aus diesem Grund müssen manche Ausgleichsflächen in enger räumlicher Nähe zum Eingriffsort vorgesehen und oft demnach autobahnnah angelegt werden.

Kompensation in der naturräumlichen Region  
Kompensation in der naturräumlichen Region.
Erhaltung des funktionellen Zusammenhangs - Kompensation in unmittelbarer Nähe  
Erhaltung des funktionellen Zusammenhangs - Kompensation in unmittelbarer Nähe.
Häufig gestellte Fragen
Viele Bundes- und Landesgesetze schreiben einen angemessenen Ausgleich bei Eingriffen in die Umwelt - z. B. durch den Bau einer Autobahn - vor  

Viele Bundes- und Landesgesetze schreiben einen angemessenen Ausgleich bei Eingriffen in die Umwelt - z. B. durch den Bau einer Autobahn - vor.

Artikel-Informationen

17.07.2018

Ansprechpartner/in:
Sebastian Mannl

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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