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Abschnitt 1: Von der A 28 bei Westerstede bis zur A 29 bei Jaderberg

Planung der Küstenautobahn A 20


Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  
Der Planungsabschnitt 1 der Küstenautobahn A 20: Übersichtskarte.

Streckenverlauf

Der Streckenverlauf des 1. Abschnittes der A 20 beginnt an der vorhandenen Autobahn A 28 Leer - Oldenburg mit dem geplanten Autobahndreieck A 20/ A 28 und verläuft dann in einer gestreckten Linienführung in nordöstlicher Richtung. Nördlich der Anschlussstelle L 824 in Dringenburg geht die Trassierung in einen Kurvenverlauf über, um in südöstliche Richtung abzuschwenken. Das Ende der Strecke liegt unmittelbar östlich des geplanten Autobahnkreuzes A 20/ A 29.

Die A 20 wird mit einem zweibahnigen, vierstreifigen Regelquerschnitt 31 nach den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) mit einer befestigten Fahrbahnbreite von 12,00 m je Richtungsfahrbahn ausgebildet.

Die Trassierung der A 20 in Lage und Höhe wurde so gewählt, dass keine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erforderlich ist. Es gilt die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

Die Kreisstraße K 130 wird als weitere vorhandene klassifizierte Straße über die A 20 geführt.

Zusätzlich werden zur Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Wegenetzes drei Wegeüberführungen erforderlich.


Technische Angaben

  • Länge: 13 km,
  • eine Anschlussstelle an der Landesstraße 824,
  • prognostizierte Verkehrsentwicklung im Jahr 2030:
    • ca. 22.300 Fahrzeuige/ 24 h westlich der AS L 824,
    • ca. 21.500 Fahrzeuge/ 24 h östlich der AS L 824
  • Parkplatz mit WC (PWC-Anlage) mit 50 Stellplätzen für LKW und 30 Stellplätzen für PKW je Fahrtrichtung,
  • insgesamt 19 Brückenbauwerke, sowohl für die A 20 als auch für querende Straßen und Wege und Faunapassagen ("Grünbrücken").

Besonderheiten

Artenschutz

Im Raum des 1. Abschnittes überwiegt die landwirtschaftliche Nutzung (ausgenommen Garholter Wald). Damit geht eine offene, durch wenig Wald- oder Einzelbaumbewuchs unterbrochene, Landschaft einher.

Dieser Lebensraum wird u. a. von Offenlandbrütern („Wiesenvögel") bevölkert, da diese um ihre Brutplätze herum weitreichende Sichtmöglichkeiten auf potenzielle Raubtiere bevorzugen.

Auf Grundlage der durchgeführten Kartierungen ist ein Ausgleichsumfang der durch den Autobahnbau und späteren Betrieb resultierenden Einwirkungen zu ermitteln. Aufgrund der hohen Anzahl und der teilweise vorhandenen gefährdeten Arten sind deshalb umfangreiche Ausgleichsflächen erforderlich.

Standortübungsplatz Friedrichsfeld

Ein Großteil der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen können auf der bundeseigenen Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld geleistet werden.

Es handelt sich um eine multifunktionale Entwicklungsmaßnahme, die einerseits unterschiedliche naturschutzfachliche Anforderungen erfüllt; andererseits sollen - soweit möglich - auch andere Raumansprüche eingebunden werden, z. B. die Erholungs-/ Freizeitbedürfnisse oder Land- und Forstwirtschaft.

Neben der künftigen Abfolge von extensivem Offenland über halboffene Gehölzstrukturen zu naturnahem Wald wird hier ein „echter" Ausgleich für die Neuversiegelung der A 20 durch großflächige Entsiegelung durchgeführt. Die klare und funktionale Neugliederung führt teilweise zu unvermeidbaren Überplanungen von geschützten Biotopen und Landschaftsbestandteilen sowie Forstflächen. Diese Beeinträchtigungen werden weitmöglichst minimiert und im Rahmen des Herrichtungskonzepts vollständig im Plangebiet kompensiert. Der forstliche Ausgleich gemäß § 8(2) NWaldLG kann vollständig auf dem Standortübungsplatz erbracht werden.

Baugrund

Der Trassenbereich der A 20 liegt im vorliegenden Abschnitt 1 vollständig im Bereich der Ostfriesischen/ Oldenburgischen Geest.

Oberflächennah besteht der Baugrund aus holozänen Ablagerungen, wobei es sich neben der Deckschicht aus Oberboden im Wesentlichen um Torf von unterschiedlichem Zersetzungsgrad handelt. Unterhalb stehen pleistozäne Ablagerungen an. Hierbei handelt es sich überwiegend um bindige Geschiebeböden, die dann bis in großen Tiefen von Sanden und Kiesen unterlagert sind.

Die durchwurzelte obere Bodenzone weist Mächtigkeiten zwischen 0,2 m und 0,6 m auf. Darunter bzw. teilweise ab vorhandener Geländeoberkante folgt bereichsweise Torf. Die erkundete Mächtigkeit ist überwiegend kleiner 2,0 m. Im Trassenabschnitt zwischen der A 28 und der L 824 stehen bereichsweise unter den Deckschichten geringmächtige Sandschichten bis im Mittel 1,5 m Mächtigkeit an. Ab der L 824 bis zur A 29 wurden Sande in Tiefen bis überwiegend 4,5 m unter Geländeoberkante angetroffen. Die Sande werden bereichsweise von Geschiebelehm/ Geschiebemergel mit überwiegend steifer und halbsteifer Konsistenz unterlagert. Im Bereich der A 29 wurde lokal begrenzt Beckenschluff/ Beckenton erkundet.

Bodenvollaustausch

Beim Bodenvollaustauschverfahren werden die nicht tragfähigen Schichten des Bodens unter der Autobahntrasse komplett ausgetauscht. Durch einen Bagger wird der nicht belastbare Untergrund ausgehoben und durch tragfähigen Boden (Sand) ersetzt. Der Sandbedarf kann aus einer eigens angelegten Seitenentnahme („Baggersee") neben der Strecke im Bereich Bekhausen gewonnen werden.


Planungsstand

Die Genehmigungsplanung wurde im Mai 2015 mit der Einleitung der Planfeststellungsverfahren begonnen. Die eingegangenen Einwendungen und Stellungsnahmen wurden nach der öffentlichen Auslegung im Februar 2017 im Rahmen eines Erörterungstermins behandelt.

Der Planfeststellungsbeschluss erging am 16. April 2018.

Zeitstrahl im Abschnitt 1: die nächsten Schritte  
Zeitstrahl im Abschnitt 1: die nächsten Schritte.
Autobahn 20
Der 1. Abschnitt der A 20 als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung  

Der 1. Abschnitt der A 20 als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung.

Aktuelle Unterlagen:

(Hinweis: Protokolle werden aus Datenschutzgründen grundsätzlich ohne Teilnehmerliste veröffentlicht.)

 Übersichtskarte
(PDF, 1,92 MB)

Bodenvollaustausch: schematische Darstellung  

Bodenvollaustausch: schematische Darstellung.

 
Erklärvideo zum Baugrund.
Artikel-Informationen

20.04.2018

Ansprechpartner/in:
Sebastian Mannl

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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