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B 3 (Hannover): Weidetorbrücke im Zuge des Messeschnellweges

Einspurige Verkehrsführung und Lastbeschränkung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen


B 3: Lage der Weidetorbrücke ("Hochstraße Weidetor") in Hannover   Bildrechte: NLStBV
B 3: Lage der Weidetorbrücke ("Hochstraße Weidetor") in Hannover.

Die Brücke über den innerörtlichen großen Kreisverkehr Weidetor („Hochstraße Weidetor“) im hannoveraner Stadtteil Kleefeld-Buchholz wurde bereits 1964 errichtet und zählt zu einer der am meisten befahrenden Brücken im Schnellwegesystem der Stadt Hannover. Sie liegt innerhalb des Stadtgebietes Hannover und überführt die B 3 (Messeschnellweg) über den ampelgesteuerten Kreisverkehr, der die Klingerstraße mit der Karl-Wiechert-Allee und den Rampen an die B 3 verknüpft. Täglich nutzen ca. 66.800 Fahrzeuge das Bauwerk, der Schwerlastanteil, also der Anteil an Lastkraftwagen, beläuft sich auf ca. 2.400 Fahrzeuge.

Das Bauwerk wurde aufgrund der innerstädtischen Lage und der damit verbundenen besonderen ästhetischen Ansprüche in einer Sonderbauweise errichtet. Das Bauwerk besteht daher aus 14 einzelnen achteckigen Stützen mit einem Durchmesser von 2,70 m, die sich im oberen Bereich auf eine ca. 19 m x 16 m große Platte aufweiten (sogenannte Pilzkopfstützen). Diese Stützen sind untereinander mittels weiterer Platten („Einhängeplatten“) verbunden, die jeweils auf den Rändern der Pilzkopfplatten aufliegen.

Unteransicht der Brücke mit Blick in Fahrtrichtung Celle   Bildrechte: NLStBV
Unteransicht der Brücke mit Blick in Fahrtrichtung Celle.

Eine weitere Besonderheit des Bauwerks ist die mit unterschiedlichen Neigungen geformte Untersicht der Pilzkopfplatten.

Die Schwachstelle der Konstruktion sind die Auflagerungspunkte der Einhängeplatten auf die Pilzköpfe, die sogenannten Konsolen.

Aufgrund des stark gestiegenen Güter- und Individualverkehrs, des Bauwerksalters und des im Laufe der Jahre entstandenen Instandsetzungsbedarfs wurde das Bauwerk zur Beurteilung der tatsächlich vorhandenen Tragfähigkeit nach der Nachrechnungsrichlinie (NRR) nachgerechnet. Aufgrund der Ergebnisse darf das Bauwerk seit Januar 2017 nur noch von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht < 7,5 Tonnen befahren werden.

Bei den seit Januar 2017 regelmäßig, erst dreimonatlich, jetzt monatlich stattfindenden Bauwerksprüfungen an den Konsolbereichen wurde erkennbar, dass diese Lastreduzierung die Schädigung des Bauwerks zwar verlangsamt, jedoch nicht vollständig stoppen kann.

Daher ist seit Juli 2020 das Befahren mit Fahrzeugen >3,5 t nicht mehr zulässig. Seit 2. September 2020 wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen einspurig geführt. Beachten Sie hierzu auch unsere Presseinformation vom 31.08.2020.

Der durchfahrende LKW-Verkehr auf dem Messeschnellweg aus Hannover bzw. Celle kann weiter grundsätzlich am Weidetorkreisel abfahren und auf der jeweils gegenüberliegenden Seite wieder auffahren. Mit Verkehrsbehinderungen ist in diesem Bereich insbesondere in den Verkehrsspitzenzeiten zu rechnen.

Ableitung des Verkehrs >3,5 Tonnen   Bildrechte: NLStBV
Ableitung des Verkehrs >3,5 Tonnen.
Großräumige Umleitung des Verkehrs >3,5 Tonnen (blaue Strecke)   Bildrechte: NLStBV
Großräumige Umleitung des Verkehrs >3,5 Tonnen (blaue Strecke).

Da das Bauwerk für die aktuellen und zukünftigen verkehrlichen Anforderungen nicht mehr ausreichend ist, wurde bereits mit der Planung eines Ersatzneubaus begonnen.

Das Projekt liegt in unmittelbarer Nähe des Naherholungsgebietes Eilenriede. Charakteristisch ist die überregionale Verkehrsbedeutung sowohl für die Anbindung an den Messestandort und als Ausweichroute nahezu parallel zur Magistrale A 7. Die nahräumige Verkehrsbedeutung wird bestimmt durch die Anbindung der Medizinischen Hochschule Hannover, eines AHA-Wertstoffhofes sowie das Dienstleistungsgewerbe.

Aufgrund der vielseitigen Anforderungen aus Schnellwegverkehr, Rad- und Fußgängerführung, dem großen innerstädtischen Knotenpunkt Weidetor sowie hohen Erwartungen an die Gestaltung im städtischen Umfeld handelt es sich um eine komplexe, abstimmungsintensive Planung. Auch die Absichten für eine mögliche Verlängerung der Stadtbahntrasse zur MHH sollen in die Planungen mit einfließen.

Für die Aufrechterhaltung des Verkehrs auf und unter der Brücke bis zu einem Ersatzneubau der Brücke sind bis dahin umfangreiche Instandsetzungs- und Verstärkungsmaßnahmen erforderlich.

In einem ersten Schritt findet eine hochpräzise Vermessung des gesamten Bauwerks statt. Zudem wird mittels Ultraschall- und Radarverfahren gewissermaßen in den Beton geschaut, um genauere Erkenntnisse über den Zustand im Bauwerksinneren zu erhalten. Zusätzlich wird zur Kalibrierung des Berechnungsmodells ein Belastungstest durchgeführt.

Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.02.2020)   Bildrechte: NLStBV
Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.02.2020).
Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.04.2020)   Bildrechte: NLStBV
Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.04.2020).

In den Jahren 2021 und 2022 erfolgen umfangreiche Verstärkungsmaßnahmenmit dem Ziel, den Verkehr möglichst ohne Einschränkungen bis zum Ersatzneubau zu ermöglichen. Dazu werden u. a. rund 2.000 stabförmige Elemente aus Spannstahl in das Bauwerk eingebracht. Die Arbeiten werden in beiden Fahrtrichtungen nacheinander durchgeführt. So werden Einschränkungen für den Verkehr so gering und kurz gehalten wie möglich.

Weitere Informationen zum Thema Brückenertüchtigung und Nachrechnung allgemein finden Sie unter www.bruecken.niedersachsen.de.

B 3 - Weidetorbrücke in Hannover Bildrechte: NLStBV
Großräumige Umleitung des Verkehrs >3,5 Tonnen (blaue Strecke)   Bildrechte: NLStBV

Großräumige Umleitung des Verkehrs >3,5 Tonnen (blaue Strecke).

Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.04.2020)   Bildrechte: NLStBV

Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.04.2020).

Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.02.2020)   Bildrechte: NLStBV

Schadensbild unter der Brücke im Bereich der Auffahrt Richtung Celle (Foto vom 24.02.2020).

Artikel-Informationen

erstellt am:
31.07.2020
zuletzt aktualisiert am:
24.09.2020

Ansprechpartner/in:
Friedhelm Fischer

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Hannover
Geschäftsbereichsleiter
Dorfstraße 17-19
30519 Hannover
Tel: (0511) 39936-222
Fax: (0511) 39936-299

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