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Bundesstraße 64: Westumgehung Eschershausen


Die im Landkreis Holzminden verlaufende Bundesstraße B 64 ist Bestandteil des überörtlichen Bundesfernstraßennetzes und in Verbindung mit der B 240 und der B 3 die wichtigste Verbindung des Landkreises zum Großraum Hannover. Der Geschäftsbereich Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) hat den Auftrag, eine Ortsumgehung der B 64 westlich und nordöstlich um die Landstadt Eschershausen im Norden des Landkreises zu planen und zu bauen – sie steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Während sich die Nordostumgehung bereits im Bau befindet, ist die Westumgehung noch in der Planungsphase.

Die Vorzugsvariante 1a für die Westumgehung wurde bereits im Jahr 2011 im Rahmen des Raumordnungsverfahrens landesplanerisch festgestellt. Unter Berücksichtigung der Maßgaben der Landesplanerischen Feststellung wurde die Linienführung geringfügig angepasst und 2018 der Öffentlichkeit vor Ort vorgestellt. Die grundsätzliche Linienführung führte jedoch zu Bedenken in der Eschershäuser Bevölkerung. Eine Bürgerinitiative zur Westumgehung, die sich im August 2018 gründete, brachte eine Querung des Kappenbergs mit einem Tunnel in die Diskussion ein. Diese sowie verschiedene weitere Varianten (vgl. Links in der Spalte rechts) hatbder Geschäftsbereich Hameln der NLStBV aktuell in einem neuen Variantenvergleich untersucht.


Vergleich der Varianten

Um den Ortskern von Eschershausen verkehrlich zu entlasten, hatte der Geschäftsbereich Hameln der NLStBV verschiedene Varianten für den Trassenverlauf intensiv geprüft. Dazu gehörten Trassen, die um den Kappenberg herumführen, sowie Varianten, die den Kappenberg mit einem Tunnel oder einem Einschnitt durchqueren würden.

Alle Varianten untersuchten die Experten der NLStBV gründlich u. a. auf ihre Umweltverträglichkeit, ihre Wirtschaftlichkeit und ihre verkehrliche Eignung. Mehr als 70 Bewertungskriterien wurden dazu betrachtet. Für jedes Bewertungskriterium wurden die Untersuchungen neu erstellt und beispielsweise umfangreiche Gutachten von unabhängigen Fachbüros erstellt. Nach eingehender Bewertung all dieser Aspekte wurden die Varianten – inklusive der jeweiligen überschlägigen Kosten – miteinander verglichen und gegenübergestellt. Diese Untersuchungsphase ist nun abgeschlossen. (vgl. hierzu auch unsere Presseinformation vom 29.05.2020).


Einbindung in die Planung vor Ort

Die NLStBV wollte über Zwischenstände und Ergebnisse der Untersuchungen sehr transparent informieren. Um das Verfahren und das Format vorzustellen, hat das beauftragte Moderationsbüro bereits im Juni 2019 Vorgespräche vor Ort geführt. Im weiteren Verfahren hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, die möglichst viele verschiedene Sichtweisen der Eschershäuser repräsentiert. Die Teilnehmer sind Vertreter der Stadt und der Samtgemeinde, Umwelt- und Naturschutzverbände, die Bürgerinitiative zur Westumgehung oder auch ein Landwirt.


Variantenvergleich von Arbeitsgruppe transparent begleitet

Um den Variantenvergleich transparent und für alle Seiten nachvollziehbar zu gestalten, hatte der Geschäftsbereich Hameln der NLStBV im Herbst 2019 eine planungsbegleitende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Ziel der Arbeitsgruppe war es, unterschiedliche Sichtweisen auf die Planung an einen Tisch zu bringen. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Variantenprüfung transparent zu begleiten und den jeweils aktuellen Stand miteinander zu diskutieren. Zu den Mitgliedern zählen Vertreter der Stadt Eschershausen und der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf, des Landkreises Holzminden, der Initiative B 240, von Umwelt- und Naturschutzverbänden, der Bürgerinitiative zur Westumgehung sowie der Landwirtschaft vor Ort. Seit Herbst 2019 traf sich die Arbeitsgruppe zu insgesamt fünf Sitzungen und diskutierte dabei verschiedene Aspekte des Variantenvergleichs.

In den Gesprächen innerhalb der Arbeitsgruppe wurden die unterschiedlichen Positionen und Erwartungen der einzelnen Interessenvertreter deutlich. So setzten sich Vertreter der Bürgerinitiative und der Stadt Eschershausen beispielsweise intensiv für eine Variante ein, die den Kappenberg mit einem Tunnel quert und so weiter vom Stadtgebiet entfernt wäre. In den insgesamt fünf Sitzungen haben das Planungsteam der NLStBV und zuständige Experten die Untersuchungsmethoden vorgestellt und erläutert und gemeinsam mit den Arbeitsgruppenmitgliedern detailliert über die Bewertungen einzelner Kriterien diskutiert. Diese Gespräche führten schließlich dazu, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe – auch wenn sie eine andere Variante favorisieren – das Ergebnis des Variantenvergleichs fachlich nachvollziehen können.

Die Alternativen – eine Querung des Kappenbergs mit einem Tunnel sowie eine Deckelung der Trasse – lagen in der Bewertung nahezu gleich auf. Mit 10 bis 20 Millionen Euro verursachen die Tunnel- oder Deckel-Varianten jedoch hohe zusätzliche Baukosten.

Verlauf der neuen B 64 Westumfahrung Eschershausen

Die Variante 2.1 zweigt südlich von Eschershausen vor dem Parkplatz Schelenhufe von der bisherigen B 64 ab und schwenkt nach Westen. Sie überquert den Angerbach und verläuft dann zwischen dem Kappenberg und dem Ortsteil Scharfoldendorf. In Nähe der Wohnbebauung verschwindet die Straße hinter einer Verwallung. Eine Brücke führt die neue B 64 über das Lennetal, bevor sie an den Kreisverkehr zur B 240 anschließt.

Dieser Trassenverlauf entspricht weitgehend der Variante, die bereits im Jahr 2011 im Rahmen des Raumordnungsverfahrens landesplanerisch festgestellt wurde und auf deren Basis das BMVI eine konkrete Linienführung bestimmte. Die Maßgaben aus der Landesplanerischen Feststellung wurden eingearbeitet.


Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de   Bildrechte: Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (www.lgln.niedersachsen.de)
Die Vorzugsvariante 1a der Westumgehung Eschershausen erfüllt die Maßgaben der Landesplanerischen Feststellung.

Verlauf der Variante 1a

Die Variante 1a beginnt im Abschnitt 80 der B 64 bei Stat. 0,400 rund 405 m nördlich der Einmündung B 64 / L 581. Die Linie führt südlich der Altablagerungen „Ehem. Sandsteinbruch“ und „Auf dem Odfeld“ vorbei. Nach dem Brückenbauwerk über das Gewässer „Angerbach“ wird die Altablagerung „Gedenkstein“ in einem Bogen gequert. Anschließend folgt eine Gerade bis zum „Kappenberg“. Der Einzelhof wird von der Variante 1a westlich in einem Abstand von 180 m umfahren. Mit einem Bogen umfährt die Variante das Waldgebiet des „Kappenberges“.

Das nördlich des „Kappenberges“ gelegene Gewässer „Lenne“ mit dem gleichnamigen FFH-Gebiet wird mit einem Brückenbauwerk gequert. Vor dem Anschluss an den Knoten West der geplanten Nordostumfahrung Eschershausen ist ein kleiner Kreisbogen zur Verringerung der Geschwindigkeit vorgesehen. Die Streckenlänge beträgt 3,65 km. Die Verknüpfung zum nachgeordneten Netz erfolgt im Süden mit einer neu anzulegenden Einmündung über die zurückzubauende B 64 alt und im Norden über den Knoten West der geplanten Nordostumfahrung Eschershausen.

Bundesstraße 64
Quelle: www.lgln.niedersachsen.de   Bildrechte: Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (www.lgln.niedersachsen.de)

Die geplante Westumgehung Eschershausen im Zuge der Bundesstraße 64 (rot).

Artikel-Informationen

29.05.2020

Ansprechpartner/in:
Markus Brockmann

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Hameln
Geschäftsbereichsleiter
Roseplatz 5
31787 Hameln
Tel: (05151) 607-178
Fax: (05151) 607-499

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