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Deisterkreisel bis Anschlussstelle Herrenhausen

Westschnellweg (B 6)


Der Westschnellweg (B 6) im Bereich der Bardowicker Straße   Bildrechte: NLStBV / Franz Bischof
Der Westschnellweg (B 6) im Bereich der Bardowicker Straße.

Projektbereich

Der im Westen Hannovers verlaufende Westschnellweg (B 6) ist für den Großraum Hannover von großer verkehrlicher Bedeutung: Neben seiner Funktion als überregionale Verbindung zwischen den umliegenden Städten und Gemeinden untereinander und mit Hannover, bündelt er auch die innerstädtischen Verkehre: Gemeinsam mit den anderen Schnellwegen – dem Messe- und dem Südschnellweg – liegt er innerhalb des Stadtgebietes und umschließt den Innenstadtbereich.

Der Westschnellweg ist ein Teilabschnitt der Bundesstraße 6 in Hannover: Im Norden beginnt er an der Anschlussstelle (AS) Hannover-Herrenhausen der A 2 und verläuft dann in südlicher Richtung – östlich der Leine – durch die Stadtbezirke Herrenhausen-Stöcken, Linden und Ricklingen. Im Süden schließt er am Landwehrkreisel an den Südschnellweg an.

Der ca. 4 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle Herrenhausen und dem Deisterkreisel in Linden wird im Rahmen der Sanierung der Schnellwege modernisiert. Auf diesem Streckenabschnitt befinden sich insgesamt 14 zu sanierende Brückenbauwerke, drei Anschlussstellen und der Knotenpunkt B 6 / L 190 am "Bremer Damm“ (Schwanenburgkreuzung). Der Abschnitt wurde bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren errichtet und muss aufgrund seines zu schmalen Straßenquerschnitts, der fehlenden Seitenstreifen, der zu kurzen Ausfahrtstreifen und der maroden Brücken erneuert werden. Ziel ist es, ihn für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sicherer und damit zukunftsfähig zu machen.


Erneuerung der Brücken und Anpassung des Straßenquerschnitts

Zwei der insgesamt 14 zu erneuernden Brückenbauwerke am Westschnellweg weisen im Vergleich zu den anderen Bauwerken bereits eine deutlich eingeschränkte Restnutzungsdauer auf: Bei der Schwanenburgbrücke läuft diese rechnerische Restnutzungsdauer bereits Ende 2023 ab. Dieses Bauwerk stellt sich jedoch im Vergleich zu anderen Bauwerken noch in einem vergleichsweise guten Zustand dar. Daher wird die Restnutzungsdauer ingenieurtechnisch auch anhand der Bauwerkshauptprüfung erneut beurteilt. Für das Bauwerk über die Davenstedter Straße wurde eine Restnutzungsdauer für das Jahr 2030 ermittelt.

Derzeit werden im Projektbereich noch die übrigen Bauwerke im Bereich Linden nachgerechnet. Diese Rahmenbedingungen werden dann im weiteren Planungsprozess berücksichtigt.

Was bedeutet Brückennachrechnung?

Bei der statischen Brückennachrechnung wird die Restnutzungsdauer einer Brücke ermittelt, also der Zeitraum, in dem die Brücke noch sicher betrieben werden kann. Abhängig vom Einzelfall mündet die Nachrechnung in Maßnahmen zur verkehrlichen Kompensation (z. B. Lkw-Überholverbot, Lastbeschränkung), der baulichen Verstärkung (z. B. externe Vorspannung) und/oder in die Notwendigkeit eines Ersatzneubaus.

Weitergehende Informationen erhalten Sie hier.

Zudem entspricht auch die Verkehrsanlage – also der rund 70 Jahre alte Westschnellweg selbst – nicht mehr den Anforderungen des erforderlichen Sicherheitsniveaus. Die Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen, die zur Ab- und Auffahrt genutzt werden, sind teilweise viel zu kurz ausgebildet. An der AS Linden-Nord sind sie überhaupt nicht vorhanden. Genau diese Stellen sind ein besonderes Sicherheitsrisiko – hier passieren regelmäßig Unfälle. Zudem sind die Fahrstreifen zu schmal, und die Rand- und Mittelstreifen bieten modernen Fahrzeugrückhaltesystemen (Leitplanken) keinen ausreichenden Platz.

Aufgrund der hohen verkehrlichen Bedeutung der B 6 sowie insbesondere zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer besteht eine technische Notwendigkeit zur Anpassung der kompletten Verkehrsanlage auf die heutigen Sicherheitsstandards einschließlich Brückenersatzneubauten.

Entlang der Trasse: Besonderheiten des Projektraums

Der Projektbereich ist durch eine Vielzahl von angrenzenden und sensiblen Nutzungen geprägt. Hierzu zählen vor allem:

  • Herrenhäuser Gärten,
  • denkmalgeschützte „Wasserkunst“,
  • Kleingartenkolonien „Wiesengrund“ und „Dornröschen“ des Kleingartenvereins „Vereinigte Steintormasch e. V.“,
  • westlich der Schwanenburgbrücke FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“,
  • Wohnbebauungen und Gewerbebetriebe in den angrenzenden Hannoveraner Stadtteilen Limmer, Linden-Nord und Linden-Mitte,
  • Bebauung an der Bardowicker Straße mit sehr geringen Abständen zur Trasse des Westschnellwegs.

Technische Angaben

  • Länge: ca. 4,0 km
  • Knotenpunkte (KP) und Anschlussstellen (AS):
    • AS Herrenhausen,
    • KP B 6 / L 190 Bremer Damm (Schwanenburgkreuzung),
    • AS Linden-Nord (Limmerstraße, B 441),
    • AS Linden-Mitte (Fössestraße),
    • Deisterkreisel.
  • Der Projektbereich umfasst insgesamt 14 Bauwerke, von denen zwei eine ablaufende Restnutzungsdauer besitzen.

Bisher kaum Lärmschutz vorhanden: Große Chance im Zuge des Ausbaus

Der Planungsbereich am Westschnellweg ist durch die immensen Verkehrsstärken einem hohen Verkehrslärm ausgesetzt und somit stark vorbelastet. Wird der Westschnellweg nun saniert, rückt eine deutliche Verbesserung in Sachen Lärmschutz in den Fokus, da ein direkter Zusammenhang zwischen den Verkehrsstärken, der Anpassungen des Streckenabschnittes und daraus resultierenden Anpassungen an aktuelle Verkehrslärmgrenzwerte besteht. Ziel ist es, durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. die Errichtung von Lärmschutzwänden, die Lärmbelastung für die Anwohnenden deutlich zu reduzieren und somit gleichzeitig die Lebensqualität entlang der Trasse zu verbessern.


Aufrechterhaltung der Verkehrsbeziehungen: Wichtige Planungsrandbedingung

Der Westschnellweg hat – wie oben beschrieben – eine besonders hohe Bedeutung sowohl für regionale als auch überregionale Verkehre. Aus diesem Grund ist die Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Bauphase mit einer sogenannten „2+0-Verkehrsführung“, also mit je einem Fahrstreifen pro Richtung, besonders wichtig: Sie wird vom Planungsteam der NLStBV in den Planungen vertiefend betrachtet und – sofern möglich – durchgehend umgesetzt.

Planungsstand: Das wurde bereits umgesetzt

Der Streckenabschnitt wurde bereits einer sogenannten faunistischen Planungsraumanalyse unterzogen. Das bedeutet, dass vorkommende Tierarten zunächst begutachtet und bereits bestehende Daten hierzu zusammengestellt wurden. Auf dieser Grundlage wurde in den Jahren 2019 und 2020 das vorhandene Artenspektrum projektspezifisch kartiert, also die vorhandenen Lebensarten in den bestehenden Lebensräumen und Habitaten erfasst sowie dokumentiert.

Zudem wurde der Streckenbereich im Zuge der Grundlagenermittlung vermessen und eine projektspezifische Verkehrserhebung durchgeführt.


Planungsausblick: Das sind die nächsten Schritte

Auf Grundlage der bisher gesammelten Planungsrandbedingungen und erster Erkenntnisse aus den Untersuchungen wird die NLStBV in die informelle Öffentlichkeitsbeteiligung – also in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern –treten. Im Zuge des Dialogs sollen Hinweise und Anregungen der Menschen vor Ort gewonnen werden, welche dann – transparent für die Öffentlichkeit – im weiteren Planungsprozess Beachtung finden.

Westschnellweg Bildrechte: NLStBV

Artikel-Informationen

erstellt am:
02.08.2022
zuletzt aktualisiert am:
03.10.2022

Ansprechpartner/in:
Sebastian Tacke

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernatsleiter 31 (Planung und Bau Schnellwege in Hannover)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-5127
Fax: (0511) 3034-2099

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