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A 20/ A 26: Planung des Autobahnkreuzes Kehdingen

Teil des Projektes Küstenautobahn


Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  
Das geplante Autobahnkreuz Kehdingen (A 20/ A 26): Übersichtskarte.

Allgemeine Beschreibung

Die Verknüpfung der geplanten Küstenautobahn A 20 mit der geplanten A 26 bei Drochtersen (Landkreis Stade) soll in Form eines vierarmigen Kleeblattes als Autobahnkreuz erfolgen. Das Autobahnkreuz weist im nordwestlichen Ast eine Anschlussstelle (Arbeitsbezeichnung „AS Drochtersen") mit Zubringern zur Kreisstraße 27 und zur Landesstraße 111 auf. Der Planungsabschnitt trägt die Bezeichnung „A 20, Kreuz Kehdingen".

Der als A 26 geplante Teil beginnt westlich des Kreuzes Kehdingen, wird über die A 20 und die K 28 (Ritschermoorstraße) sowie über das Gauensieker und Ritscher Schleusenfleth überführt und endet östlich am Planfeststellungsabschnitt 5a der A 26, welcher bis östlich Stade führt. Die Länge des Planungsabschnitts beträgt rund 2.200 m.

Die A 20 quert von Nordosten kommend die Elbe durch einen Tunnel, dessen Portal in Niedersachsen unmittelbar südlich der Ortslage Drochtersen liegt. Der Elbe querende Abschnitt der A 20 reicht bis zum Landernweg, einem Wirtschaftsweg ca. 3 km südlich der Landesstrasse 111.

Die Verknüpfung der vorhandenen Straßen mit den beiden Zubringern erfolgt durch Kreisverkehrsplätze. Der Zubringer zur K 27 orientiert sich weitestgehend am Landernweg, der Zubringer zur L 111 schmiegt sich der Trassierung von A 26 und A 20 an.


Technische Angaben

  • Längen:
    • A 20: 1.554 m,
    • A 26: 2.200 m,
    • Zubringer K 27: 1.042 m,
    • Zubringer L 111: 3.095 m,
  • eine Anschlussstelle „Drochtersen" mit Zubringern zur K 27 (perspektivisch B 495) und L 111,
  • prognostizierte Verkehrsentwicklung im Jahr 2030:
    • ca. 41.000 Fahrzeuge/ 24 h auf der A 20 nordöstlich AK,
    • ca. 46.000 Fahrzeuge/ 24 h auf der A 20 südwestlich AK,
    • ca. 33.000 Fahrzeuge/ 24 h auf der A 26 südöstlich AK,
    • ca. 21.000 Fahrzeuge/ 24 h auf der A 26 nordwestlich AK,
  • insgesamt 6 Brückenbauwerke über Straßen, Wege und Gewässer.

Widmung/ Umstufung

Es ist vorgesehen, den Zubringer zur L 111 als Landesstraße und den Zubringer zur K 27 als Bundesstraße zu widmen. Das Umstufungskonzept sieht zudem eine Aufstufung des weiteren Verlaufs im Streckenabschnitt K 27/ K 12 zur B 495 als Bundesstraße vor. Diese Aufstufung stellt einen temporären Zwischenzustand dar, da im Rahmen der Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplanes 2030 eine neue Straßenverbindung zwischen der geplanten Ortsumgehung Cadenberge und dem Autobahnkreuz bei Drochtersen in Betracht gezogen wird. Diese neue Straßenverbindung ist als Bundesstraße vorgesehen und stellt eine Alternative zur B 73 zwischen Cadenberge und Himmelpforten dar. Mit Projektrealisierung dieser neu im Bundesverkehrswegeplan 2030 enthaltenen Straßenverbindung erfolgt die spätere Abstufung des Streckenabschnittes K 27/ K 12.


Umweltplanung

Der Planungsraum ist durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung (vorrangig Grünland) gekennzeichnet. Hier finden sich vor allem Wiesenvogellebensgemeinschaften des Offenlandes. Vor dem Hintergrund der erfolgten Kartierungen werden die Auswirkungen des Vorhabens ermittelt. Die Beurteilung der Auswirkungen umfasst neben dem Bau auch den späteren Betrieb und die Unterhaltung der Autobahn. Die Straßenbauverwaltung ist hierbei gehalten, erhebliche Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild möglichst zu vermeiden. Für die nicht vermeidbaren Beeinträchtigungen werden dann entsprechende Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen.

Neben dem Flächenverlust für das Vorhaben ergeben sich die wesentlichen Beeinträchtigungen durch den Betrieb der Autobahn. Durch den Betrieb ergeben sich in Abhängigkeit der Verkehrsbelastung unterschiedlich weitreichende Lärmauswirkungen für den Menschen, aber auch für die wertgebenden Vogelarten des „Offenlandes". Hieraus wird vorrangig der Bedarf an Ausgleichsflächen ermittelt (siehe oben, Gauensieker Sand 32 ha).


Baugrund

Geografisch verortet im Land Kehdingen, liegt das geplante Autobahnkreuz A 20/ A 26 vollständig im Bereich der linksseitigen Elbmarsch. Aufgrund der bis zu 20 m mächtigen, im Boden anstehenden Weichschichten aus Torf, Klei und Wattablagerungen ist der Straßenbau ohne weitere Baugrundverbessernde Maßnahmen nicht möglich. Daher wird in diesem Bereich, wie auch in den Nachbarabschnitten der A 20 und der A 26 das sogenannte Vorbelastungsverfahren zur Setzungsvorwegnahme verwendet.

Hierbei wird der weiche, nicht tragfähige Untergrund durch eine schichtweise erfolgende Sandüberschüttung belastet und die sich ergebenden Setzungen vor dem Straßenbau und der Verkehrsfreigabe vorweggenommen. Das ausgepresste Porenwasser wird in separaten Entwässerungsgräben aufgefangen. Dieses oft eisenhaltige Wasser wird durch sogenannte Porenwasserbehandlungsanlagen geleitet, in denen der Eisenanteil ausgefällt wird. Erst dann wird das so gereinigte Wasser in die bestehenden Vorfluter eingeleitet.

Sobald die umfangreiche ingenieurs- und messtechnische Begleitung feststellt, dass keine weiteren Setzungen zu erwarten sind, kann der endgültige Straßendammkörper profiliert werden und der Straßenbau beginnen.


Planungsstand

Ursprünglich war die Verknüpfung von A 20 und A 26 Bestandteil der Bedarfsplanmaßnahme „A 20 Elbquerung" und sollte durch ein Autobahndreieck erfolgen. Mit der Umplanung zu einem Autobahnkreuz wurde der Knoten A 20/ A 26 in ein eigenständiges Planfeststellungsverfahren ausgegliedert, während die durchgehende Strecke der A 20 mit dem Elbtunnel, welcher Schleswig-Holstein und Niedersachsen verbinden wird, 2014 (Teil Schleswig-Holstein) bzw. 2015 (Teil Niedersachsen) den Planfeststellungsbeschluss erhielt.

Das für die planungsrechtliche Absicherung notwendige Planfeststellungsverfahren für das Autobahnkreuz Kehdingen wurde am 24. August 2017 eingeleitet.

Zeitstrahl für das Kreuz Kehdingen: die nächsten Schritte  
Zeitstrahl für das Kreuz Kehdingen: die nächsten Schritte.
Bundesautobahn 20/ Bundesautobahn 26
Das Kreuz Kehdingen (A 20/ A 26) als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung  

Das Kreuz Kehdingen (A 20/ A 26) als Teil des Gesamtprojektes: schematische Darstellung.

Artikel-Informationen

07.06.2018

Ansprechpartner/in:
Sebastian Mannl

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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