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Neubau und Betrieb der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Wesel – Meppen, Abschnitt 7: Haddorfer See – Meppen

sowie Änderung der 110-KV-Hochspannungsfreileitung Anschluss Hanekenfähr und Änderung der 110-kV-Bahnstromleitung Salzbergen-Haren (teilweiser Rückbau) – Planfeststellungsverfahren


Verfahrensstand:

1. Änderung der Planung im Bereich der Masten Nr. 310 bis 319 auf dem Gebiet der Gemeinde Geeste und im Bereich der Masten Nr. 325 bis 329 auf dem Gebiet der Gemeinde Meppen.

Das Energieversorgungsunternehmen Amprion GmbH (Trägerin des Vorhabens) hat für das oben genannte Vorhaben die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach dem Energiewirtschaftsgesetz bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Planfeststellung, beantragt.

Beschreibung des beantragten Vorhabens:

Gegenstand dieses Planfeststellungsverfahrens ist die Errichtung und der Betrieb einer in Nord-Süd-Richtung verlaufenden ca. 56 Kilometer langen 380-kV-Höchstspannungsfreileitung vom Punkt Meppen (Mast 344) bis zum Punkt Haddorfer See (Mast 203). Eine Realisierung mit Erdkabeln ist in den Antragsunterlagen nicht vorgesehen. Der beantragte Leitungsabschnitt (GA7) ist Teil des Neubauprojektes Dörpen West – Niederrhein, das sich in insgesamt acht planfestzustellenden Abschnitte gliedert; sechs Abschnitte in Nordrhein-Westfalen und zwei Abschnitte in Niedersachsen.

Erreicht werden soll mit diesem Vorhaben die Erhöhung der Übertragungskapazität zwischen der nordwestlichen Küstenregion und der Region Niederrhein. Die 380-kV-Verbindung dient vor allem dem Abtransport der Energie aus Offshore- und Onshore-Windparks. Der Bundesgesetzgeber hat im Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (EnLAG) die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und den vordringlichen Bedarf für das Leitungsvorhaben festgestellt. Das Vorhaben ist auf der gesamten Länge eine der Pilotstrecken nach § 2 EnLAG, die der bundesweiten Erprobung von Erdkabeln beim Betrieb von Höchstspannungsleitungen dienen sollen.

Die Leitung verläuft im Abschnitt 7 durch den Landkreis Emsland und die Grafschaft Bentheim. Sie führt vom Gebiet der Stadt Meppen durch die Gemeinden Emsbüren, Geeste und Wietmarschen und die Stadt Lingen (Ems), die Gemeinden Salzbergen und Twist sowie die Samtgemeinde Schüttorf. Sie berührt dabei die Gebiete Emslage, Groß Hesepe, Dalum, Wachendorf, Lohne, Elbergen, Bernte, Leschede, Emsbüren, Drievorden, Schüttdorf, Ahlde, Salzbergen, Samern und Ohne.

Im Rahmen des Neubaus werden zwei bestehende 110-kV-Leitungen teilweise zurückgebaut:

  • Leitungen Salzbergen – Haren, Nr. 0541, der Deutschen Bahn (DB) Netz Service GmbH, von Punkt Lohne bis Punkt Dalum
  • Leitung eines regionalen Versorgers, ebenfalls von Punkt Lohne bis Punkt Dalum

In Zusammenhang mit dem Rückbau der DB-Leitung Nr. 0541 wird ein 110-kV-Mast neu errichtet.

Die bei Einleitung des Verfahrens vorliegenden Planungen haben bereits vom 26. September 2017 bis einschließlich 25. Oktober 2017 in den Gemeinden Emsbüren, Geeste, Salzbergen, Twist und Wietmarschen, den Samtgemeinden Emlichheim, Land Hadeln, Neuenhaus, Salzhausen, Schüttorf und Uelsen sowie den Städten Bad Bentheim, Lingen, Meppen und Nordhorn ausgelegen.

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte sich bis einschließlich 11. Dezember 2017 zu der Planung äußern. Die möglicherweise durch das Vorhaben berührten Träger öffentlicher Belange wurde ebenfalls bis zum 11. Dezember 2017 die Möglichkeit gegeben, eine Stellungnahme abzugeben.

18 natürliche oder juristische Personen bzw. Vereinigungen haben sich zu eigenen Belangen oder zu Belangen von durch sie Vertretenen geäußert; außerdem wurden 77 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange abgegeben. Die Äußerungen und Stellungnahmen beziehen sich vornehmlich auf folgende Punkte: Vollständigkeit der Planunterlagen, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Erdkabel statt Freileitung, Eingriffe in Natur und Landschaft, Einzelstandorte von Masten, Trassenverlauf, Wertminderung von Grundstücken.

Der Erörterungstermin fand am 5. und 6. Februar 2019 in Lingen (Emsland) statt.

Die Vorhabenträgerin hat die ursprüngliche Planung aufgrund der zur damaligen Auslegung vorgetragenen Äußerungen geändert bzw. ergänzt und aktualisiert. Für das Änderungsvorhaben einschließlich der landschaftspflegerischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden Grundstücke in den Gemarkungen Dalum und Groß Hesepe in der Gemeinde Geeste sowie der Gemarkung Emslage in der Stadt Meppen beansprucht.

Beschreibung der beantragten 1. Änderung:
Die 1. Deckblattänderung betrifft im Wesentlichen die folgenden Maßnahmen:
a) Änderung der Leitungsführung im Bereich der Masten Nr. 310 – 319 auf dem Gebiet der Gemeinde Geeste
Bei Mast 310 erfolgt eine geringfügige Drehung des Masten in westliche Richtung, welche im weiteren Verlauf der geplanten Leitung zu einer geringen Verschiebung der Trassenachse in westliche Richtung führt. Somit verschieben sich auch die Maststandorte Nr. 310A, 311, 312 und 313 einige Meter nach Westen und rücken damit deutlich näher an die Kante eines Grabens heran. Die Maststandorte verbleiben auf den bisher betroffenen Flurstücken.

Mast Nr. 314 wird gegenüber der ursprünglichen Planung leicht in nordwestliche Richtung verschoben. Ab dem Spannfeld zwischen Mast 314 und 315 verlässt die Leitung die ursprünglich geplante Trasse, und schwenkt nach Nordwesten in Richtung der Bundesautobahn 31 (BAB 31) ab. Die Masten Nr. 315 bis 318A erhalten neue, optimierte Standorte. Die Verschwenkung führt dazu, dass die BAB 31 zwischen Mast Nr. 314 und 315 gekreuzt wird. In der Folge verläuft die neue Planung über vier Spannfelder hinweg (315 – 318A) auf der westlichen Seite der BAB 31. Ab Mast 318 verläuft die geplante Leitung nun wieder in Richtung Nordosten, um im Spannfeld zwischen den Masten Nr. 318A und 319 wieder die BAB 31 zu kreuzen und am Mast Nr. 319 in die Leitungsführung der Antragstrasse einzuschwenken.

b) Änderung der Leitungsführung im Bereich der Masten Nr. 325 – 329 auf dem Gebiet der Stadt Meppen
Durch die Änderung der Leitungsführung im Bereich der geplanten Masten Nr. 325 bis 329 reagiert die Vorhabenträgerin auf die Stellungnahme eines Trägers öffentlicher Belange im Rahmen des Beteiligungsverfahrens. So wurde die Vorhabenträgerin auf eine Annäherung der geplanten Leitung an eine Schieberstation mit Ausblaseleitung von ca. 40 m hingewiesen. Der TÖB forderte, einen Sicherheitsabstand von 100 m einzuhalten. Die Vorhabenträgerin reagiert auf die abgegebene Stellungnahme mit dieser Deckblattänderung und verschiebt damit die geplanten Maststandorte zugunsten der Einhaltung des geforderten Sicherheitsabstandes.

Zur Einhaltung des Sicherheitsabstandes wird die Drehrichtung des Fundaments von Mast Nr. 325 um wenige Grad in östliche Richtung geändert, sodass dieser in Trassenachse zum vorherigen Mast verbleibt und somit auch wieder als Tragmast ausgeführt werden kann. Es entfallen die geplanten Seilzugflächen. Die Richtungsänderung der Trassenachse erfolgt nun am Mast Nr. 326, welcher deshalb als Abspannmast ausgeführt wird und ca. 70 m in südöstliche Richtung verschoben wird. Hier ändern sich die Zuwegungen und es werden zusätzlich Seilzugflächen geplant. Durch die geänderte Leitungsführung verschieben sich auch die Maststandorte Nr. 327 und Nr. 328 in östliche Richtung, bevor Mast Nr. 329 wieder die Position der ursprünglichen Planung einnimmt. Lediglich die Drehrichtung unterscheidet sich, um das vorherige Spannfeld aufnehmen zu können.

Durch die unter a) und b) vorgenannten Änderungen der Maststandorte ergeben sich Anpassungen in den Spannfeldlängen und den Masthöhen sowie den Zuwegungs-, Baustelleneinrichtungs-, Arbeits- und Seilzugflächen und teilweise der Schutzstreifen. Einzelheiten sind aus den geänderten Planunterlagen ersichtlich.

Vom 20. Juli 2021 bis einschließlich 19. August 2021

findet die Auslegung der Unterlagen der 1. Planänderung statt. Die Auslegung der Unterlagen erfolgt gemäß § 3 Abs. 1 Planungssicherstellungsgesetz (PlanSiG) in elektronischer Form. Maßgeblich ist der Inhalt der Veröffentlichung im Internet.

Die Planänderungsunterlagen können in dem Auslegungszeitraum auf der Internetseite der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr https://planfeststellung.strassenbau.niedersachsen.de/overview unter dem Titel „380-kV-Ltg Wesel-Meppen GA7 Haddorfer See-Meppen DB1“ eingesehen und heruntergeladen werden:
Darüber hinaus liegen die Unterlagen in dieser Zeit auch im Papierformat nach § 3 Abs. 2 PlanSiG als zusätzliches Informationsangebot in der Gemeinde Geeste und der Stadt Meppen aus.

Aufgrund der allgemeinen Pandemielage (Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19) kann eine Schließung der Rathäuser für den öffentlichen Publikumsverkehr eintreten. Die Einsicht kann für die Zeit der Schließung nur nach vorheriger Terminabsprache erfolgen. Die individuellen Regelungen der Gemeinde Geeste und der Stadt Meppen sind zu beachten.

Zudem sind die Planänderungsunterlagen auch auf der Internetseite https://uvp.niedersachsen.de des zentralen UVP-Portals des Landes Niedersachen und dort auch über den Auslegungszeitraum hinaus über den Pfad „UVP-Kategorien – Leitungsanlagen und vergleichbare Anlagen“ unter dem folgenden Titel zugänglich: „380-kV-Ltg Wesel-Meppen GA7 Haddorfer See-Meppen DB1“.

Jeder, dessen Belange durch das Änderungsvorhaben berührt werden, kann sich bis einschließlich 20.09.2021 (Ende der Äußerungsfrist) zu der Planungsänderung äußern. Äußerungen können nur hinsichtlich der Änderungsplanung eingereicht werden.

Die möglicherweise durch das Änderungsvorhaben berührten Träger öffentlicher Belange wird bis zum 20.09.2021 die Möglichkeit gegeben, eine Stellungnahme abzugeben.

Weitere Details zum Anhörungsverfahren und Inhalt der Planänderungsunterlagen sind der Bekanntmachung der oben genannten Auslegungsgemeinden zu entnehmen.


Ein Teil der von der Antragstellerin eingereichten ersten Planänderungsunterlagen wird hier zur allgemeinen Information veröffentlicht.

Die rechtlichen Vorgaben und Fristen des Planfeststellungsverfahrens bleiben hiervon unberührt. Ein Rechtsanspruch lässt sich aus dieser Veröffentlichung nicht ableiten.

Bei Einleitung des Verfahrens vorliegende Planuntelagen:

Unterlagen zur 1. Planänderung (Deckblatt BLAU):

Hochspannungsfreileitung Bildrechte: NLStBV
Link zur Antragstellerin:

Übersicht der Bauabschnitte   Bildrechte: Amprion GmbH

Übersicht der Bauabschnitte.

Artikel-Informationen

erstellt am:
22.09.2017
zuletzt aktualisiert am:
12.07.2021

Ansprechpartner/in:
Petra Speier

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernat 41 (Planfeststellung)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-2921
Fax: (0511) 3034-2099

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