Arbeiten zum Neubau der Wabebrücke beginnen voraussichtlich Mitte Juni
Bundesstraße 1 für zwölf Monate voll gesperrt – Umleitung über nahe Autobahn 39 – ansässige Geschäfte bleiben erreichbar
Der Neubau der Wabebrücke im Zuge der Bundesstraße 1 bei Braunschweig beginnt voraussichtlich Mitte Juni. Die Bundesstraße wird hierzu für rund zwölf Monate voll gesperrt, der Verkehr über die nahe gelegene Autobahn 39 umgeleitet. Hierauf wies die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Freitag in Wolfenbüttel hin, nachdem sie jetzt einen entsprechenden Bauauftrag vergeben hat.
"Der Neubau der Brücke ist aus ökologischer Sicht unumgänglich", unterstrich Geschäftsbereichsleiter Bernd Mühlnickel mit Blick auf die in Teilen der Öffentlichkeit geführte Diskussion im Vorfeld der Baumaßnahme. Der Neubau verbinde über die Wabeniederung das Europareservat Riddagshausen und die Weddeler Teiche mit den Herzogsbergen und dem Elm südöstlich von Braunschweig. Mühlnickel: "Es geht hier um die ökologische Durchlässigkeit der gesamten Wabeniederung, also um das ganze Spektrum der Fauna und Flora dieses Naturraums, nicht in erster Linie um Allerweltsarten wie Hase, Reh und Igel."
Die Autobahn 39, die in diesem Bereich 2005 für den Verkehr freigegeben wurde, stelle einen empfindlichen Eingriff in den Naturraum dar, führte der Geschäftsbereichsleiter weiter aus. Dieser müsse unter anderem durch eine neue, ökologisch durchlässige Wabebrücke ausgeglichen werden. Mühlnickel: "Der Neubau ist dabei Schlusspunkt eines ganzen Maßnahmenpaketes zur Renaturierung der Wabeniederung." Diese Maßnahmen, die durch weitere Schritte der Stadt Braunschweig ergänzt würden, seien Teil des Planfeststellungsbeschlusses, der seinerzeit noch von der Bezirksregierung Braunschweig getroffen worden sei. In dem voran gegangenen Verfahren sei das Für und Wider umfassend abgewogen worden; alle Betroffenen hätten Gelegenheit gehabt, Einwendungen zu äußern. Der Plan-feststellungsbeschluss sei seit Juli 1999 rechtlich unanfechtbar.
Hinsichtlich der von ansässigen Geschäftsleuten vorgebrachten Bedenken, aufgrund der Vollsperrung würde die Kundschaft ausbleiben, stellte Mühlnickel klar: "Die Erreichbarkeit aller Geschäfte bleibt während der gesamten Bauzeit gewährleistet." Die Landesbehörde habe den Betreibern schon vor Monaten angeboten, bei der Entwicklung und Aufstellung einer entsprechenden Wegweisung zu helfen. "Leider ist davon bislang kein Gebrauch gemacht worden", bedauerte der Geschäftsbereichsleiter, der sein Gesprächsangebot bei dieser Gelegenheit erneuerte.
Der Geschäftsbereichsleiter trat zudem Befürchtungen entgegen, auf der gesperrten Bundesstraße 1 würden sich lange Staus bilden. "Wir haben durch die nahe A 39 eine hervorragende und schnelle Umleitungsmöglichkeit zwischen den Anschlussstellen Rautheim und Sickte und umgekehrt", betonte Mühlnickel. Für Radfahrer und Fußgänger werde eine Wegeverbindung innerhalb der Baustelle eingerichtet.
Die vorhandene Wabebrücke im Zuge der B 1 war nach den Worten des Geschäftsbereichsleiters 1978 unter ausschließlich technischen und ökonomischen Gesichtspunkten erstellt worden (lichte Weite 8 m, lichte Höhe 1,70 m). Ökologische Belange wie etwa die Schaffung von Durchlässigkeit im Zuge von Fließgewässern für Flora und Fauna seien nicht Gegenstand der damaligen Planung gewesen.
Das neue Bauwerk soll eine lichte Weite von 30 m und eine lichte Höhe von 3,50 m erhalten. Die Kosten der neuen Wabebrücke belaufen sich nach Ausschreibung auf rund 1,2 Millionen Euro, davon 10.000 Euro für den Abriss, 815.000 Euro für den Brückenneubau und 380.000 Euro für Straßenbau im Rahmen der Anpassung an das Bauwerk. Kostenträger ist die Bundesrepublik Deutschland.
Artikel-Informationen
erstellt am:
27.04.2007
zuletzt aktualisiert am:
15.06.2010
Ansprechpartner/in:
Michael Peuke
Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Wolfenbüttel
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