Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr plant in ihren Geschäftsbereichen Lüneburg und Wolfenbüttel im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung den Bau der Bundesautobahn A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg.
Der nordostdeutsche Raum zwischen den Autobahnen A 7 im Westen, A 24 im Norden, A 10 im Osten und A 2 im Süden ist verkehrlich unterdurchschnittlich erschlossen. Deshalb hat der Bundesverkehrsminister am 8. Juli 2002 in Abstimmung mit den beteiligten Ländern Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Einigung über ein Länder übergreifendes Verkehrskonzept erzielt. Zu diesem Konzept gehören neben dem Neubau der A 39 weiterhin der Neubau der A 14 von Magdeburg über Wittenberge nach Schwerin sowie die Schaffung einer leistungsfähigen Verbindung zwischen der A 39 und der A 14 im Zuge der B 190n (Querspange) mit Weiterführung bis Neuruppin.
Im Bundesverkehrswegeplan 2003 ist das Gesamtpaket in den vordringlichen Bedarf eingestellt worden. Am 16. Oktober 2004 ist das 5. Fernstraßenausbauänderungsgesetz (FStrAbÄndG) und damit der neue Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen als Anlage des Gesetzes in Kraft getreten. Damit verbunden ist der gesetzliche Auftrag an das Land Niedersachsen zur Planung für die A 39 inklusive des auf niedersächsischen Gebiet liegenden Teils der Querspange B 190n als Bestandteil der Gesamtlösung.
Ziel des gesamten Verkehrskonzeptes ist die Erschließung des strukturschwachen Raumes zwischen den Autobahnen A 7 im Westen, A 24 im Norden, A 10 im Osten und A 2 im Süden. Dieser größte autobahnfreie Raum in der Bundesrepublik Deutschland hat, nicht zuletzt durch die jahrzehntelange deutsche Teilung, erhebliche Standortnachteile infolge einer unzureichenden verkehrlichen und raumordnerischen Entwicklung.
Mit der A 39 wird eine leistungsfähige Verbindung zwischen den Räumen Braunschweig/ Wolfsburg/ Salzgitter und Hamburg/ Lüneburg geschaffen. Gleichzeitig werden die Mittelzentren Gifhorn, Lüchow- Dannenberg, Salzwedel, Uelzen und Wittingen besser an das Bundesfernstraßennetz angebunden.
Durch die A 39 als hochwertige Ergänzung des bestehenden Straßennetzes lässt sich außerdem die hoch frequentierte und staugefährdete A 7 entlasten. Im nachgeordneten Straßennetz kommt es durch die A 39 ebenfalls zu Verkehrsentlastungen; dadurch verringert sich die Belastung der Menschen vor allem innerhalb der Ortsdurchfahrten. Gleichzeitig erhöht sich die Verkehrssicherheit. Durch die Entlastung von Ortschaften ergeben sich für diese städtebaulich neue Perspektiven.
Die A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg ist als vierstreifige Autobahn mit zwei Fahrstreifen plus Standstreifen pro Fahrtrichtung geplant und verbindet nach ihrer Fertigstellung die bestehende A 39 bei Wolfsburg mit der A 250 Lüneburg – Hamburg.
Die gesamte Trasse hat eine Länge von rund 105 km. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 617 Millionen Euro.