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Häufig gestellte Fragen


Der im Süden Hannovers verlaufende Südschnellweg (B 3) ist für den Großraum Hannover von großer verkehrlicher Bedeutung. Als Ost-West-Tangente zwischen der A 2 und der A 7 ist er ein wesentlicher Bestandteil der überregionalen Verbindung. Im rund 3,8 km langen Abschnitt zwischen dem Landwehrkreisel und der Kreuzung mit der Bahn vor dem Seelhorster Kreuz soll der Südschnellweg langfristig ausgebaut werden. Hintergrund ist, dass insgesamt vier Brücken im Verlauf des Südschnellwegs in den nächsten Jahren erneuert werden müssen. Sie können aufgrund ihres baulichen Zustandes nur noch bis etwa 2023 genutzt werden; dies haben statische Nachrechnungen ergeben.

Während bereits die neue Straße geplant wird, werden bestehende Brücken verstärkt. Zu diesen beiden Themenkomplexen finden Sie nachstehend Informationen in unseren "häufig gestellten Fragen".


A: Verstärkung der bestehenden Brücke über die Hildesheimer Straße

1. Warum ist die Verstärkungsmaßnahme erforderlich?
2. Wie kann man wissen, dass der Verkehr spätestens 2023 von der Brücke genommen werden muss?
3. Was wird unternommen?
4. Welche Verstärkungsmaßnahmen werden derzeit durchgeführt?
5. Wie lange dauern die Verstärkungsmaßnahmen, und wie sieht die Verkehrsführung nach der Maßnahme aus?
6. Warum dauern die Verstärkungsmaßnahmen länger als geplant?
7. Mit welchem Verkehrseinschränkungen ist zu rechnen?
8. Warum kommt es zu Straßensperrungen auf dem Südschnellweg?
9. Warum fallen Parkplätze weg, und wann stehen sie wieder zur Verfügung?
10. Hätte es Alternativen zur Verstärkung gegeben?
11. Wie hoch sind die Baukosten?
12. Werden die anderen Bauwerke über die Schützenallee, die Leine und die Leineflutmulde auch verstärkt?


B: Bau der neuen B 3

13. Wer entscheidet eigentlich darüber, was genau gebaut wird?
14. Ist es sicher, dass der Neubau im Tunnel geführt wird?
16. Wann geht es los mit dem Neubau?
17. Wird es für die Anwohner leiser?
18. Wird der neue Südschnellweg breiter als der alte?
19. Wird es einen neuen Radweg geben?
20. Was geschieht, wenn bis 2023 kein Baurecht besteht?
21. Welche Belastungen wird es durch möglicherweise parallele Bauarbeiten an der Umsteigeanlage Waldhausen und dem Bau des Südschnellweges geben?
22. Werden angrenzende Sportvereine durch den Ausbau des Südschnellweges Flächen verlieren?
23. Gibt es neben den Sportvereinen noch andere direkt Betroffene?
24. Müssen durch den Ausbau des Südschnellwegs Bäume gerodet werden?
25. Wie geht die Planung nun weiter und gibt es weitere Möglichkeiten der Beteiligung?


A: Verstärkung der bestehenden Brücke über die Hildesheimer Straße


1. Warum war eine Verstärkung der Brücke erforderlich?

Um den Verkehr bis zum Baubeginn am Südschnellweg bis 2023 sicher führen zu können, war eine Verstärkung der Brücke über die Hildesheimer Straße erforderlich. Die Brücken im Zuge des Südschnellwegs wurden in den 1950er-Jahren geplant. Die Planer gingen damals von vollkommen anderen Verkehrsbedingungen aus. Insbesondere fahren heute deutlich mehr LKW in dichteren Abständen auf dem Südschnellweg.

Das Bauwerk über die Hildesheimer Straße wurde in den vergangenen Jahren daher erheblich überlastet. Dies zeigt sich aktuell bereits durch entsprechende Rissbildungen. Die erforderliche Tragfähigkeit konnte in der Nachrechnung nicht nachgewiesen werden, dies bestätigt sich auch durch die bereits vorhandenen Schädigungen. Mit der Verstärkungsmaßnahme wird eine sichere Nutzung des Bauwerks bis zum Ersatzneubau gewährleistet.

Weiterführende Informationen zum Thema „Systematische Brückenertüchtigung“ können folgenden Links entnommen werden:

2. Wie kann man wissen, dass der Verkehr spätestens 2023 von der Brücke genommen werden muss?

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ermittelt auf Basis der Nachrechenrichtlinie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Tragfähigkeit und Dauerfestigkeit der Brücke und vergleicht diese mit der für die Verkehrszusammensetzung des Südschnellweges erforderlichen Tragfähigkeit (Ziellastniveau).

Das Ziellastniveau wird hier bei weitem verfehlt; die Brücke kann wegen der besonderen und beengten Randbedingungen nicht auf das erforderliche Ziellastniveau verstärkt werden. Als Folge unterliegt die Brücke dann nach wie vor einem stark erhöhten Verschleiß mit einem deutlich erhöhten Ausfallrisiko.

Wegen der erheblichen Schäden und Defizite und vor allem auch wegen des erheblichen Ausfallrisikos des Bauwerks mit schwerwiegenden Folgen für den Südschnellweg (einschließlich der wichtigen Stadtbahnverbindung zum Messegelände) wurde für die Brücke unter Einbeziehung der Verstärkungsmaßnahme eine Nutzungsdauer bis 2023 festgesetzt.

3. Was wird unternommen?

Als Sofortmaßnahme musste der Verkehr einspurig je Richtung zentriert auf der Brücke geführt werden. Für die LKW wurde ein Mindestabstand von 50 m angeordnet. Zusätzlich wurde eine Monitoring-Anlage installiert, um Risse dauerhaft in Echtzeit überwachen zu können. Überschreiten sie ein bestimmtes Maß, wird die Betriebs- und Tunnelzentrale informiert. Diese setzt eine gestufte Reaktionskette der Fachleute in Gang.

Unterdessen ist die Brücke verstärkt worden.

4. Welche Verstärkungsmaßnahmen wurden durchgeführt?

Die Brücke wurde durch eine sogenannte externe Vorspannung verstärkt. Außen an der Brücke geführte Stahlspannglieder wurden mit jeweils ca. 300 Tonnen Kraft angespannt. Die dadurch auf die Brücke wirkenden Kräfte wirken den Kräften z. B. aus Eigengewicht und Verkehr entgegen.

An der Außenseite des Hohlkastens - wie im Bild unten zu sehen - sowie im Inneren des Hohlkastens sind Stahlbetonkonsolen hergestellt worden und über Querspannglieder, die durch den Hohlkasten gespannt wurden, gesichert. Die Konsolen dienen zur Führung und Krafteinleitung der externen Spannglieder. Nach der Herstellung der Verankerungs- und Umlenkkonsolen sind zum Schluss die Spannglieder eingefädelt und vorgespannt worden.

Die Brücke des Südschnellwegs (B 3) über die Hildesheimer Straße vor ...   Bildrechte: NLStBV
Die Brücke des Südschnellwegs (B 3) über die Hildesheimer Straße vor ...
... und nach der Verstärkungsmaßnahme mit Konsolen und externen Spanngliedern (Fotomontage).   Bildrechte: NLStBV
... und nach der Verstärkungsmaßnahme mit Konsolen und externen Spanngliedern (Fotomontage).

5. Wie lange dauern die Verstärkungsmaßnahmen, und wie sieht die Verkehrsführung nach der Maßnahme aus?

Die Verstärkungsmaßnahme an der Hildesheimer Straße sind in 2017 abgeschlossen worden. Genehmigungspflichtiger Schwerverkehr kann wieder über die Brücke fahren. Trotz Einbeziehung aller Möglichkeiten der Nachrechnungsrichtlinie konnte lediglich für eine einspurige Verkehrsführung ein statischer Nachweis geführt werden. Eine Vierstreifigkeit auf dem vorhandenen Bauwerk ist nicht wiederhergestellt; das heißt, die einspurige Verkehrsführung je Richtung bleibt erhalten.

6. Warum dauerten die Verstärkungsmaßnahmen länger als geplant?

Die Verstärkung der Brücke über die Hildesheimer Straße war wegen der extremen räumlichen Enge in der Brücke und auch im Umfeld der Brücke sehr schwierig und führte zu sehr herausfordernden Arbeitsbedingungen. Die Einbauten konnten teilweise erst nach örtlichem Aufmaß und daraus entwickelten Anpassungen zuverlässig umgesetzt werden.

Insbesondere folgende Punkte führen in der Bauausführung zu Verzögerungen:
  • Insgesamt mussten 162 in ihren Abmessungen unterschiedliche Betonkonsolen (siehe Frage 4) hergestellt werden. Die Hälfte der Betonkonsolen liegt im Inneren der Brücke. Durch die engen Einstiegsluken war es nicht möglich, vorgefertigt zu arbeiten. Das Material muss in Einzelteilen in das Brückeninnere gebracht und dort zusammengebaut werden.
  • Die Schwingungen des Bauwerks unter Verkehr waren größer als angenommen. Deshalb musste das ursprünglich geplante Standgerüst in ein an der Brücke befestigtes Traggerüst umgeplant werden.
  • Der vorhandene Bewehrungsstahl der Brücke durfte bei den erforderlichen Bohrungen z. B. für die Querspannglieder nicht beschädigt werden. Durch umfangreiche Messungen und Probebohrungen musste für jeden Konsolenstandort die exakten Bewehrungslagen bestimmt werden.
7. Mit welchen Verkehrseinschränkungen ist zu rechnen?

Im Zuge der Baumaßnahme war die Brücke an mehreren Wochenenden gesperrt. Für den Spannvorgang der Längsspannglieder musste der Verkehr unter dem Bauwerk (inkl. der Stadtbahn) an einem Wochenende weiträumig umgeleitet werden. In den Sperrphasen war die Anbindung der Gewerbebetriebe von der Willmerstraße nicht möglich.

In allen Phasen konnten Rettungsfahrzeuge passieren.

8. Warum kam es zu Straßensperrungen auf dem Südschnellweg?

Die Betonkonsolen (siehe Frage 4) müssen einen kraftschlüssigen Verbund mit dem alten Bauwerk eingehen. Bis der Beton eine notwendige Mindestfestigkeit erreicht hatte, verhindern Erschütterungen (Schwingungen) durch Autos insbesondere durch LKW den Prozess. Der Beton benötigt je nach Außentemperatur etwa 24 Stunden, um eine ausreichende Festigkeit zu erreichen.

Hierfür hätte es prinzipiell gereicht, die Brücke über die Hildesheimer Straße nur für LKW zu sperren. Das wurde versucht. Jedoch haben LKW-Fahrer das Fahrverbot immer wieder missachtet und sind über die Brücke gefahren. Dies gefährdete zum einen den Bauprozess, zum anderen führten die Fahrmanöver zu gefährlichen verkehrlichen Situationen, wodurch die Polizei und die Straßenmeisterei sich veranlasst sahen, die Brücke für den erforderlichen Zeitraum komplett zu sperren.

9. Warum sind Parkplätze weggefallen?

Die Flächen der bisherigen Parkplätze dienten als Baustelleneinrichtungsflächen. Zudem hätten parkende Fahrzeuge die Arbeiten behindern und es bestand immer die Gefahr, dass die Fahrzeuge durch herabfallende Bauteile oder Werkzeug beschädigt werden. Mit dem Ende der Baumaßnahme stehen nahezu alle Stellplätze wieder zur Verfügung.

10. Hätte es Alternativen zur Verstärkung gegeben?

Im Vorfeld der Maßnahme wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Diese hat verschiedene Varianten zur Brückenverstärkung untersucht. Das angewendete Verfahren ist unter Beachtung aller Randbedingungen die technisch und wirtschaftlich beste Lösung. Das Erfordernis einer Verstärkungsmaßnahme war allerdings alternativlos.

11. Wie hoch sind die Baukosten?

Die Kosten beliefen sich nach anfänglich geringeren Schätzungen aufgrund der aufwendigen Vorgehensweise nunmehr auf rund sechs Millionen Euro, die vom Bund getragen werden.

12. Werden die anderen Bauwerke über die Schützenallee, die Leine und die Leineflutmulde auch verstärkt?

Eine Verstärkung des Bauwerks über die Schützenallee ist nicht erforderlich. Die Brücken über die Leine- und die Leineflutmulde sind jedoch auch verstärkt worden. Die Baumaßnahmen hatten im Jahre 2017 begonnen.


B: Bau der neuen B 3


13. Wer entscheidet eigentlich darüber, was genau gebaut wird?

Hier sind mehrere Stellen beteiligt. Beim Südschnellweg handelt es sich um eine Bundesstraße, demnach entscheidet und finanziert letztendlich die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Geplant wird der Neubau von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) im Auftrag des Bundes, die dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium des Landes Niedersachsen unterstellt ist. Die Stadt Hannover ist Kooperationspartner, da die Planung auf ihrem Gebiet stattfindet und das Stadtbild in Döhren nachhaltig verändert wird.

14. Ist es sicher, dass der Neubau in einem Tunnel geführt wird?

Das zuständige Bundesverkehrsministerium gab am 26.07.2019 seine Zustimmung zu der vom Land Niedersachsen favorisierten Tunnelvariante.

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Der am Ende des Verfahrens stehende Planfeststellungsbeschluss stellt die öffentlich-rechtliche Genehmigung zur Durchführung der Baumaßnahme dar.

15. Wann geht es los mit dem Neubau?

Die Planungen laufen zielgerichtet weiter. Die in der vorherigen Planungsstufe entwickelte und dem BMVI vorgestellte Vorzugsvariante (Tunnel in Döhren und Brücken über Ricklinger Teiche und Leine) wird technisch weiter ausgeplant.

Ziel ist, 2022 mit dem Bau eines provisorischen Brückenbauwerks zu starten, um wie vorgesehen Ende 2023 den Verkehr des Südschnellwegs auf das Brückenprovisorium umzulegen und mit dem Abriss der alten Brücke beginnen zu können.

16. Wird es für die Anwohner leiser?

Für die überwiegende Anzahl der Anwohner wird es unabhängig von der gewählten Lösung deutlich leiser. Das ist bei neuen oder bei der wesentlichen Änderung von vorhandenen Straßen gesetzlich vorgeschrieben. Zu einer Verschlechterung darf es nicht kommen. Die gültigen Richtwerte werden eingehalten.

Besonders betroffene Anwohner erhalten schon Hilfe, bevor die neue Straße gebaut wird. Die Landesbehörde hat diesen eine „Lärmsanierung" angeboten - dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes. Betroffene Anwohner erhalten passiven Schallschutz (Lärmschutzfenster, Zwangslüfter), wobei jedoch 25 Prozent der Kosten selbst getragen werden müssen, wenn der Maßnahme zugestimmt wird. Jeder betroffene Anwohner hat die Möglichkeit, für sich selbst zu entscheiden, an dieser Maßnahme teilzunehmen oder nicht. Die Anwohner, die für eine Teilnahme an diesem Programm in Frage kommen, haben in der Vergangenheit Post von der Behörde erhalten, in der sie darüber informiert wurden.

17. Warum ist der Tunnel nicht länger?

Eine Verlängerung des Tunnels in Richtung Bahnunterführungen wurde detailliert geprüft. Die zusätzlichen Kosten haben an dieser Stelle den Nutzen nicht annähernd gerechtfertigt. Die vorhandene Einfamilienhausbebauung kann im Gegensatz zu den Gebäuden an der Willmerstraße mit weniger Aufwand ausreichend vor Lärm geschützt werden. Hier werden Lärmschutzwände und ein sogenannter Offenporiger Asphalt (auch bekannt als Flüsterasphalt) als Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

Eine Verlängerung des Tunnels als Lärmschutzdeckel hätte zudem bis zu 5-6 Meter als Betonkasten aus der Erde herausgeragt, da der Anschluss zur Bestandstrasse hergestellt werden muss. Eine städtebauliche Verknüpfung des südlichen und nördlichen Wohngebiets hätte damit nicht realisiert werden können.

18. Wird der neue Südschnellweg breiter als der alte?

Ja, der neue Südschnellweg wird breiter werden als die bestehende Straße.

Der Südschnellweg zwischen Landwehr-Kreisel und Seelhorster Kreuz bündelt drei Bundesstraßen (B 3, B 6 und B 65) und hat eine bedeutende Funktion sowohl für den regionalen als auch den überregionalen Verkehr. Hannover verfügt nicht, wie andere vergleichbare Großstädte über einen geschlossenen Autobahnring. Hannover als Oberzentrum und Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg ist daher über die Schnellwege mit dem übergeordneten Bundesautobahnnetz und somit mit den angrenzenden Metropolregionen und Oberzentren sowie den angrenzenden Mittelzentren verbunden.

Durch den Umstand, dass vier Brückenbauwerke aufgrund von Tragfähigkeitsdefiziten ausgetauscht werden müssen, ergibt sich die Möglichkeit und das Erfordernis, vorhandene verkehrliche Defizite zu beseitigen und den Südschnellweg sicher für die Verkehrsteilnehmer sowie weniger anfällig für Verkehrsstörungen auszubilden. Hierfür ist es zwingend erforderlich, den Schnellweg mit breiteren Fahrstreifen, Standstreifen und einem Mittelstreifen auszubilden.

Durch diese Maßnahme bleibt der Südschnellweg auch bei Störfällen Leistungsfähig. Betriebsdienst- und Erhaltungsarbeiten können unter geringerer Beeinträchtigung des Verkehrs durchgeführt werden, es gibt Platz für die Bildung von Rettungsgassen und liegengebliebene Fahrzeuge können abgestellt werden, ohne dass ein Fahrstreifen blockiert wird. Der Verkehr verlagert sich dadurch auch weniger auf städtische Ausweichrouten. Im Tunnel wird auf die Standstreifen verzichtet.


19. Wird es einen neuen Radweg geben?

Zwischenzeitlich wurden Überlegungen angestrebt, einen parallelen Radweg entlang des Südschnellwegs in den Planungen zu berücksichtigen. Der Bund hat jedoch aufgrund des parallel existierenden Radwegenetzes keine Veranlassung gesehen, einen zusätzlichen straßenbegleitenden Radweg in eigener Baulast zu planen und zu bauen.

Da auch eine ggf. durch den Bund geförderte Finanzierung durch andere Baulastträger nicht sichergestellt werden konnte und Nutzen bzw. Attraktivität eines straßenbegleitenden Radwegs entlang einer vielbefahrenen vierstreifigen Bundesstraße grundsätzlich zu hinterfragen ist, wurde ein solcher Radweg in Abstimmung mit der LHH (Landeshauptstadt Hannover) nicht mehr in der Planung der NLStBV berücksichtigt.

20. Was geschieht, wenn bis 2023 kein Baurecht besteht?

Wenn bis 2023 kein Baurecht vorliegt, muss die Brücke für den Verkehr vollständig gesperrt werden. Dies hätte erheblichen negativen Einfluss auf den städtischen und überregionalen Verkehr, da alternative Routen bereits an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit sind oder aus anderweitigen Gründen (fehlende Hochwasserfreiheit) nicht geeignet sind, den Verkehr des Südschnellwegs dauerhaft oder temporär aufzunehmen.

Dieses Worst-Case-Szenario ist von keinem der Beteiligten erwünscht, weshalb alle Parteien an einer schnellen und konstruktiven Entscheidungsfindung gearbeitet haben und den Planungsprozess weiterhin stringent vorantreiben.

21. Welche Belastungen wird es durch möglicherweise parallele Bauarbeiten an der Umsteigeanlage Waldhausen und dem Bau des Südschnellweges geben?

Die Region Hannover plant derzeit gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Umsteigeanlage Waldhausen (Umsteigemöglichkeit von der S-Bahn in die Straßenbahn). Anwohner befürchten eine Verstärkung der negativen verkehrlichen und lärmtechnischen Auswirkungen, sollten beide Projekte zeitgleich umgesetzt werden.

Die Region Hannover und die NLStBV stehen hierzu regelmäßig miteinander im Kontakt. Derzeit kann noch nicht abgeschätzt werden, ob bzw. in welcher Phase der jeweiligen Projekte diese sich im Rahmen der Baudurchführung überschneiden. Sobald beide Projekte soweit konkretisiert sind, dass Auswirkungen im Hinblick auf den Baulärm und die bauzeitliche Verkehrsführung kumulativ betrachtet werden können, wird es hierzu detaillierte Abstimmungen geben.

22. Werden angrenzende Sportvereine durch den Ausbau des Südschnellweges Flächen verlieren?

Die Sportanlagen, die sich in Ricklingen und Döhren in Nachbarschaft zum Südschnellweg befinden, werden durch die Maßnahme direkt oder indirekt beeinträchtigt. Insbesondere an der Bezirkssportanlage Döhren sind umfangreiche Anpassungsmaßnahmen erforderlich, um auch künftig einen Spielbetrieb in allen dort betriebenen Sportarten sicherzustellen.

Die NLStBV befindet sich hierzu im direkten Austausch mit der Landeshauptstadt Hannover als Eigentümerin der Flächen sowie den Sportvereinen. Grundsätzlich wird der Bund Entschädigungszahlungen für die Inanspruchnahme der Flächen und den dadurch bedingten Umbau leisten. Wertsteigerungen z.B. in Form eines Kunstrasenplatzes oder einer Höherlegung der Sportflächen finanziert der Bund jedoch nicht. Hierzu laufen derzeit die entsprechenden Verhandlungen, damit möglichst frühzeitig mit den Umbauarbeiten begonnen werden kann.

Kein Sportverein muss wegen dem Ausbau des Südschnellwegs seinen Standort aufgeben.

23. Gibt es neben den Sportvereinen noch andere direkt Betroffene?

Der Ausbau des Südschnellwegs wird eine Großbaustelle mitten in Hannover. Letztendlich werden eine Vielzahl der Menschen in Hannover und besonders in den Stadtteilen Döhren-Wülfel und Ricklingen während der Bauarbeiten Beeinträchtigungen erfahren.

Durch das Brückenprovisorium wird der Verkehrsweg Südschnellweg während des Abrisses der bestehenden Brücke und Bau des Tunnels aufrechterhalten werden können. Mit Beeinträchtigungen muss trotzdem gerechnet werden. Von dem Provisorium sind insbesondere die nördlich gelegenen Gewerbebetriebe betroffen. Das Provisorium wird hier zum Teil auf privatem Grund stehen. Auch der eigentliche Ausbau des Südschnellwegs wird zu privaten Grundstücksinanspruchnahmen führen Hiervon sind insbesondere Kleingartenparzellen und Gärten von Wohnhäusern betroffen.

Auch das Naherholungsgebiet an den Kiesteichen wird beeinträchtigt sein. Temporär werden einzelne Verkehrsverbindungen gesperrt oder Erholungsflächen genutzt werden. Wichtig ist jedoch, dass während der Bauphase und nach Abschluss der Arbeiten die Nutzung der Freizeitbereiche gegeben ist.

24. Müssen durch den Ausbau des Südschnellwegs Bäume gerodet werden?

Dadurch, dass der neue Südschnellweg breiter wird als die bestehende Straße muss auch der Straßendamm im westlichen und östlichen Projektbereich verbreitert werden. Die Bäume und Sträucher auf den Böschungen des Straßendammes und angrenzender Flächen müssen zum großen Teil gerodet werden.

Nach Abschluss der Baumaßnahme werden die Straßenböschungen und vorübergehend in Anspruch genommene Baustellenflächen wieder bepflanzt. Auch werden Ausgleichmaßnahmen und Ersatzaufforstungen an anderen Stellen umgesetzt, um den Eingriff in die Natur zu kompensieren. In den eingereichten Planfeststellungsunterlagen sind die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen definiert und müssen umgesetzt werden.

25. Wie geht die Planung nun weiter und gibt es weitere Möglichkeiten der Beteiligung?

Am 18. Mai endete die Äußerungsfrist für die Einwendungen der privat Betroffenen und der Umweltvereinigungen. Die eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen werden nun geprüft und bearbeitet (Anhörungsverfahren). Das Anhörungsverfahren endet mit dem Erörterungstermin, in dem Einwender und Vorhabenträger die Einwendungen und Stellungnahmen nochmals diskutieren. Je nach Ergebnis des Anhörungsverfahrens erfolgt eine Anpassung (Tektur) der Antragsunterlagen entsprechend den im Rahmen des Anhörungsverfahrens neu gewonnenen Informationen. Mit dem Erlass des Planfeststellungsbeschlusses durch die Region Hannover endet das Planfeststellungsverfahren. Darin wird auch über alle Einwendungen, zu denen in der Erörterung keine Einigung erzielt worden ist, entschieden.

Parallel dazu werden die Ingenieurbauwerke (u.a. Brücken, Tunnel) und die Verkehrsanlage weiter ausgeplant, sodass nach Vorliegen vollziehbaren Baurechts die Bauleistungen ausgeschrieben werden können.

Die NLStBV wird weiterhin die Möglichkeiten für einen möglichst transparenten Planungsprozess bieten. Der Planungsdialog wird auch künftig über den Fortschritt der Planung informiert, Newsletter, Website, Pressearbeit und weitere Informationsmöglichkeiten der Öffentlichkeit ergänzen das Angebot.





Bundesstraße 3

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.12.2016
zuletzt aktualisiert am:
09.10.2020

Ansprechpartner/in:
Sebastian Tacke

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernat 31 (Projektentwickung, Großprojekte und Sonderaufgaben)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-5127
Fax: (0511) 3034-2099

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