Niedersachen klar Logo

A 31: Anbau von Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor

Verkehrsfreigabe der Anschlussstelle Neermoor am 16. November 2018


Derzeit laufen die Auskofferungsarbeiten zur Verbreiterung der Autobahn; Foto vom 20.03.2019.  
Derzeit laufen die Auskofferungsarbeiten zur Verbreiterung der Autobahn; Foto vom 20.03.2019.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Verkehrsabläufe auf der A 31 ist im Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor die Verbreiterung der Autobahn auf beiden Richtungsfahrbahnen geplant. Dies ermöglicht den Anbau von Standstreifen und die Verlängerung von Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen der Knotenpunkte zwischen den Anschlussstellen (AS) Riepe (Bau-km 6+975 = Betr.-km 19,575) und Neermoor (Bau-km 17+121 = Betr.-km 9,437).

Das hierfür nötige Planfeststellungsverfahren wurde am 22. März 2012 eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 11. März 2014 und ist seit 21. August 2015 unanfechtbar.

Die Baumaßnahme teilt sich in zwei Bauabschnitte auf, die jeweils rund 2 Jahre Bauzeit benötigen. Dabei ist jede Richtungsfahrbahn ein Bauabschnitt. Der wesentliche Grund für die Bauzeit von rund 2 Jahren pro Richtungsfahrbahn ist der Neubau von fünf Brückenbauwerken. Für die Errichtung der Bauwerke ist ein Zeitansatz von etwas über einem Jahr zu veranschlagen. In einem längeren Bereich vor und hinter den Bauwerken kann aufgrund des notwenigen Arbeitsraumes für die Bauwerke der Erd- und Straßenbau erst beginnen, wenn die Bauwerke fertig gestellt sind. Von dem Neubau der Bauwerke sind auch die Querungen des Fehntjer Tiefs und des Rorichumer Tiefs betroffen. Hier besteht aus dem Planfeststellungsbeschluss die Auflage, dass von diesen beiden Schifffahrtswegen immer einer für die Schifffahrt nutzbar sein muss. Dieses bedeutet, dass beide Bauwerke nicht zeitgleich erstellt werden können. Außerdem ist es durch die parallele Errichtung der neuen Bauwerke nicht möglich, einen Längstransport für den Baustellenverkehr über die Baustrecke abzuwickeln. In der Summe wird aufgrund der Randbedingungen eine bereits sehr knapp bemessene Gesamtbauzeit von rund 4 Jahren erforderlich.

Die Verkehrsfreigabe ist somit für 2020 geplant.

Lage im vorhandenen Straßennetz

Die A 31 (Leer – Emden) zwischen der AS Neermoor und der AS Emden-Ost wurde in den 1970er-Jahren gebaut und war damit der erste Abschnitt im Rahmen der Anbindung des ostfriesischen Raumes an das bundesweite Autobahnnetz. Später erfolgte der Weiterbau der A 31 in Richtung Süden. Der letzte Abschnitt (Autobahnkreuz Schüttorf) wurde im Dezember 2004 freigegeben, sodass jetzt eine durchgehende Verbindung zwischen Emden und dem Ruhrgebiet besteht.

Der hier betrachtete Streckenabschnitt wurde abschnittsweise gebaut. 1971 wurde zunächst der Abschnitt von Neermoor bis Riepe, Fahrtrichtung Emden als B 530 für den Verkehr freigegeben. Die weiteren Abschnitte von Riepe bis Emden-Ost, Richtungsfahrbahn Emden, und von Emden-Ost bis Neermoor, Richtungsfahrbahn Leer, wurden bis 1977 fertiggestellt. Die Widmung zur Bundesautobahn 31 erfolgte jedoch erst im Jahr 1982.

Die A 31 ist für den gesamten ostfriesischen Raum von großer Bedeutung, insbesondere für den Emder Hafen, das VW-Werk in Emden, für die ostfriesischen Badeorte an der Nordseeküste und für die ostfriesischen Inseln. Darüber hinaus hat die A 31 durch ihre Lage unweit der niederländischen Grenze auch für den Nord-Süd-Verkehr in den Niederlanden an Bedeutung gewonnen.

Straßenbauliche Beschreibung

Der Abschnitt zwischen der AS Emden-Ost und der AS Neermoor wurde nach damaligen Richtlinien mit folgenden Breiten ausgeführt: einen 2,00 m breiten Mittelstreifen und zwei Fahrbahnen, die jeweils aus zwei 3,75 m breiten Fahrstreifen bestehen, zuzüglich eines beidseitigen 0,50 m breiten Randstreifens. Jede Fahrbahn ist 8,50 m breit bituminös befestigt, Standstreifen fehlen. Die Bankette weisen durchgehend eine Breite von 1,00 m bis 1,50 m auf. Über- und Unterführungsbauwerke wurden ohne entsprechende Breitenreserven für spätere Standstreifen erstellt.

Um etwaige Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses und potenzielle Unfälle zu vermeiden, wurden entsprechende Nothaltebuchten mit Notrufsäulen und später zusätzliche, provisorische Nothaltebuchten ohne Notrufsäulen entlang der Autobahn errichtet. Aus Gründen der unzureichenden Verkehrssicherheit und wegen Schäden an der Fahrbahn wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf maximal 100 km/h begrenzt.

Die geplante Verbreiterung der Autobahn erfolgt für beide Richtungsfahrbahnen um je 2,00 m. Die Standstreifen erhalten eine Breite von 2,50 m, die Fahrstreifen werden von derzeit 3,75 m auf 3,50 m Breite reduziert. Der Anbau der Standstreifen erfolgt zusammen mit der Fahrbahnsanierung der beiden Fahrstreifen. Die Länge der Baustrecke beträgt 10,138 km.

Die Baumaßnahme befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Ihlow (Landkreis Aurich) und Moormeerland (Landkreis Leer).

Der Ausbau des nordwestlich angrenzenden Streckenabschnittes der A 31 von der AS Emden-Ost bis zur AS Riepe (Betr.-km 19,550 bis Betr.-km 26,577) ist bereits erfolgt.

Die Fräsarbeiten im Januar 2019 wurden durch die frostige Witterung erschwert; Foto vom 31. Januar 2019  
Die Fräsarbeiten im Januar 2019 wurden durch die frostige Witterung erschwert; Foto vom 31. Januar 2019.

Aktuelle Arbeiten

Die Asphaltfräsarbeiten wurden Anfang März abgeschlossen. Nun werden im großen Umfang Bodenauskofferungsarbeiten im Verbreiterungsbereich der Autobahn ausgeführt. Hier wird nicht tragfähiger Boden zum Teil bis in 4 m Tiefe ausgetauscht. Sofern es sich um unbelasteten Boden handelt, kann dieser später in Bereichen eingebaut werden, die nicht zur Gründung der Autobahn gehören - zum Beispiel bei Andeckungen im Böschungs- und Randbereich. Es fallen hier aber auch wieder größere Mengen sulfatsaure Böden an, die abtransportiert und entsorgt werden müssen. Weiterhin erfolgen Arbeiten an den Durchlässen, die unter der Autobahn hindurch führen sowie Arbeiten am Wildschutzzaun.

Im Bereich der Ingenieurbauwerke werden derzeit weiterhin die Bauwerkspfähle zur Tiefgündung der Brücken hergestellt. Am Bauwerk Ne 4b ist die Pfahlherstellung bereits abgeschlossen. Hier erfolgt nun ab Mitte März der Abbruch der alten Brücke über den Leidsweg. An den Brücken, die andere Verkehrswege über die Autobahn überführen, werden zurzeit Sanierungsarbeiten ausgeführt.

Schutzplankenarbeiten am Mittelstreifen; Foto vom 12. Dezember 2018  
Schutzplankenarbeiten am Mittelstreifen; Foto vom 12. Dezember 2018.
Bundesautobahn 31
Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  

Geplanter Standstreifenanbau an der A 31 zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor: Übersichtskarte (Download als detailliertes PDF oben).

Die Witterung erschwerte die Arbeiten zu Beginn des Jahres, Foto vom 31. Januar 2019.  

Die Witterung erschwerte die Arbeiten zu Beginn des Jahres, Foto vom 31. Januar 2019.

Artikel-Informationen

11.04.2019

Ansprechpartner/in:
Frank Buchholz

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Aurich
Geschäftsbereichsleiter
Eschener Allee 31
26603 Aurich
Tel: (04941) 951-101
Fax: (04941) 951-100

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln