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A 31: Anbau von Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor

Verkehrsfreigabe der Anschlussstelle Neermoor am 16. November 2018


Schottereinbau im Bereich der Anschlussstelle Neermoor, Foto vom 17. Oktober 2018.  
Schottereinbau im Bereich der Anschlussstelle Neermoor, Foto vom 17. Oktober 2018.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Verkehrsabläufe auf der A 31 ist im Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor die Verbreiterung der Autobahn auf beiden Richtungsfahrbahnen geplant. Dies ermöglicht den Anbau von Standstreifen und die Verlängerung von Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen der Knotenpunkte zwischen den Anschlussstellen (AS) Riepe (Bau-km 6+975 = Betr.-km 19,575) und Neermoor (Bau-km 17+121 = Betr.-km 9,437).

Das hierfür nötige Planfeststellungsverfahren wurde am 22. März 2012 eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 11. März 2014 und ist seit 21. August 2015 unanfechtbar.

Die Baumaßnahme teilt sich in zwei Bauabschnitte auf, die jeweils rund 2 Jahre Bauzeit benötigen. Dabei ist jede Richtungsfahrbahn ein Bauabschnitt. Der wesentliche Grund für die Bauzeit von rund 2 Jahren pro Richtungsfahrbahn ist der Neubau von fünf Brückenbauwerken. Für die Errichtung der Bauwerke ist ein Zeitansatz von etwas über einem Jahr zu veranschlagen. In einem längeren Bereich vor und hinter den Bauwerken kann aufgrund des notwenigen Arbeitsraumes für die Bauwerke der Erd- und Straßenbau erst beginnen, wenn die Bauwerke fertig gestellt sind. Von dem Neubau der Bauwerke sind auch die Querungen des Fehntjer Tiefs und des Rorichumer Tiefs betroffen. Hier besteht aus dem Planfeststellungsbeschluss die Auflage, dass von diesen beiden Schifffahrtswegen immer einer für die Schifffahrt nutzbar sein muss. Dieses bedeutet, dass beide Bauwerke nicht zeitgleich erstellt werden können. Außerdem ist es durch die parallele Errichtung der neuen Bauwerke nicht möglich, einen Längstransport für den Baustellenverkehr über die Baustrecke abzuwickeln. In der Summe wird aufgrund der Randbedingungen eine bereits sehr knapp bemessene Gesamtbauzeit von rund 4 Jahren erforderlich.

Die Verkehrsfreigabe ist somit für 2020 geplant.

Lage im vorhandenen Straßennetz

Die A 31 (Leer – Emden) zwischen der AS Neermoor und der AS Emden-Ost wurde in den 1970er-Jahren gebaut und war damit der erste Abschnitt im Rahmen der Anbindung des ostfriesischen Raumes an das bundesweite Autobahnnetz. Später erfolgte der Weiterbau der A 31 in Richtung Süden. Der letzte Abschnitt (Autobahnkreuz Schüttorf) wurde im Dezember 2004 freigegeben, sodass jetzt eine durchgehende Verbindung zwischen Emden und dem Ruhrgebiet besteht.

Der hier betrachtete Streckenabschnitt wurde abschnittsweise gebaut. 1971 wurde zunächst der Abschnitt von Neermoor bis Riepe, Fahrtrichtung Emden als B 530 für den Verkehr freigegeben. Die weiteren Abschnitte von Riepe bis Emden-Ost, Richtungsfahrbahn Emden, und von Emden-Ost bis Neermoor, Richtungsfahrbahn Leer, wurden bis 1977 fertiggestellt. Die Widmung zur Bundesautobahn 31 erfolgte jedoch erst im Jahr 1982.

Die A 31 ist für den gesamten ostfriesischen Raum von großer Bedeutung, insbesondere für den Emder Hafen, das VW-Werk in Emden, für die ostfriesischen Badeorte an der Nordseeküste und für die ostfriesischen Inseln. Darüber hinaus hat die A 31 durch ihre Lage unweit der niederländischen Grenze auch für den Nord-Süd-Verkehr in den Niederlanden an Bedeutung gewonnen.

Straßenbauliche Beschreibung

Der Abschnitt zwischen der AS Emden-Ost und der AS Neermoor wurde nach damaligen Richtlinien mit folgenden Breiten ausgeführt: einen 2,00 m breiten Mittelstreifen und zwei Fahrbahnen, die jeweils aus zwei 3,75 m breiten Fahrstreifen bestehen, zuzüglich eines beidseitigen 0,50 m breiten Randstreifens. Jede Fahrbahn ist 8,50 m breit bituminös befestigt, Standstreifen fehlen. Die Bankette weisen durchgehend eine Breite von 1,00 m bis 1,50 m auf. Über- und Unterführungsbauwerke wurden ohne entsprechende Breitenreserven für spätere Standstreifen erstellt.

Um etwaige Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses und potenzielle Unfälle zu vermeiden, wurden entsprechende Nothaltebuchten mit Notrufsäulen und später zusätzliche, provisorische Nothaltebuchten ohne Notrufsäulen entlang der Autobahn errichtet. Aus Gründen der unzureichenden Verkehrssicherheit und wegen Schäden an der Fahrbahn wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf maximal 100 km/h begrenzt.

Die geplante Verbreiterung der Autobahn erfolgt für beide Richtungsfahrbahnen um je 2,00 m. Die Standstreifen erhalten eine Breite von 2,50 m, die Fahrstreifen werden von derzeit 3,75 m auf 3,50 m Breite reduziert. Der Anbau der Standstreifen erfolgt zusammen mit der Fahrbahnsanierung der beiden Fahrstreifen. Die Länge der Baustrecke beträgt 10,138 km.

Die Baumaßnahme befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Ihlow (Landkreis Aurich) und Moormeerland (Landkreis Leer).

Der Ausbau des nordwestlich angrenzenden Streckenabschnittes der A 31 von der AS Emden-Ost bis zur AS Riepe (Betr.-km 19,550 bis Betr.-km 26,577) ist bereits erfolgt.

Blick auf die fertiggestellte Fahrbahn Richtung Leer; Foto vom 17. Oktober 2018.  
Blick auf die fertiggestellte Fahrbahn Richtung Leer; Foto vom 17. Oktober 2018.

Aktuelle Arbeiten

Im Juli 2018 wurde auf der Richtungsfahrbahn Leer die Asphaltbinder- und Deckschicht in einem speziellen Bauverfahren hergestellt. Bei diesem Verfahren werden beide Schichten des Straßenoberbaues heiß auf heiß in einem Arbeitsgang eingebaut. Hierfür waren vier Straßenfertiger, fünf Walzen und über 50 LKW im Einsatz.

Unmittelbar nach dem Einbau wurden leider in zwei ca. 500 m langen Abschnitten Versackungen festgestellt. In Folge dieses Schadens wurden umfangreiche Untersuchungen an dem in den 70er-Jahren im Spülverfahren hergestellten Unterbau der A 31 durchgeführt und Experten für Baugrund zu Rate gezogen. Als Ursache wird vermutet, dass hier u. a. in tieferen Lagen früher sogenannte tixotrope Sande eingespült wurden. Das sind Sande, die unter bestimmten Bedingungen beginnen, auseinander zu fließen. Die Sanierung der betroffenen Bereiche wurde Anfang November 2018 abgeschlossen.

Als Konsequenz der Schäden auf der Richtungsfahrbahn Leer wurden auch die Qualitätssicherungsmaßnahmen auf der Richtungsfahrbahn Emden ausgeweitet. Hier wurden durch eine flächendeckende Verdichtungskontrolle Schwachstellen im vorhandenen Unterbau der Autobahn festgestellt. An mehreren Stellen wurden im Untergrund Böden ausgebaut, die sich als nicht ausreichend tragfähig herausgestellt haben. Dies betrifft auch die Anschlussstelle Neermoor, was hier zu einer entsprechenden Verzögerung bei der vorgesehenen Verkehrsfreigabe geführt hat, so dass diese am 16. November 2018 für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Die Brückenbauwerke der Richtungsfahrbahn Leer wurden fertiggestellt. Mitte Oktober 2018 wurden die fertigen Bauwerke einer Brückenprüfung unterzogen, bei der alle Bauteile handnah geprüft wurden. Weiterhin wurden bis Mitte November 2018 auf der Richtungsfahrbahn Leer noch die Fahrbahnmarkierung sowie die Schutzplanken vervollständigt.

Das Umsetzen der transportablen Schutzeinrichtung wurde wie geplant im Bereich des ersten drei Kilometer langen Abschnittes ab der Anschlussstelle Neermoor in Richtung Emden am Wochenende 24./25. November unter Vollsperrung beider Richtungsfahrbahnen durchgeführt. Im übrigen Abschnitt der Baustelle bis zur AS Riepe wurde die transportable Schutzeinrichtung in nächtlichen Vollsperrungen umgesetzt. Die Arbeiten verliefen bisher hier wesentlich zügiger als geplant, so dass die Arbeiten bereits in der Nacht von Donnerstag den 29.11.2018 auf Freitag den 30.11.2018 abgeschlossen wurden.

Derzeit finden weitere Arbeiten im Mittelstreifen statt, so dass die Umlegung des öffentlichen Straßenverkehrs für beide Fahrtrichtungen auf die neue Richtungsfahrbahn Leer für den 14. Dezember 2018 geplant ist. Im Januar 2019 ist der Einsatz zahlreicher Baugeräte auf der Richtungsfahrbahn Emden disponiert. So wird dann, sofern die Witterung es zulässt, mit den Gründungsarbeiten der Brücken begonnen, sowie im Gewerk Erd- und Straßenbau die Verbreiterung der Autobahn im Abschnitt zwischen der Brücke Ne 3 "Rohrichhumer Tief" bis Anschlussstelle Riepe begonnen.
Bundesautobahn 31
Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  

Geplanter Standstreifenanbau an der A 31 zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor: Übersichtskarte (Download als detailliertes PDF oben).

Artikel-Informationen

06.12.2018

Ansprechpartner/in:
Frank Buchholz

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Aurich
Geschäftsbereichsleiter
Eschener Allee 31
26603 Aurich
Tel: (04941) 951-101
Fax: (04941) 951-100

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