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Lärmschutz

A 2 in Niedersachsen


Lärm ist eine Umweltbelastung, die von vielen Menschen als besonders störend empfunden wird. Er beeinflusst nicht nur die Lebensqualität, sondern kann auch Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit haben. Bereits beim Bau der A 2 hat sich die Straßenbauverwaltung in Niedersachsen deshalb intensiv mit dem Lärmschutz als zentralem Thema befasst. Es werden aber auch bei jeder anstehenden Sanierungs- bzw. Erweiterungsmaßnahme die Lärmschutzbelange nach den gesetzlichen Vorgaben geprüft.


Grundlagen des Lärmschutzes bei Neu-, Um- oder Ausbau der A 2

Allgemeine Belange und Grundlagen

Die Belange des Lärmschutzes bei Neu-, Um- oder Ausbau werden aktuell durch das Bundesimmissionsschutzgesetz und die 16. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt. Die Verordnung legt gebietsspezifische Lärmgrenzwerte für Tag und Nacht sowie Berechnungsgrundlagen fest. Dabei wird, sofern ein Anspruch auf Lärmschutz besteht, immer dem aktiven Lärmschutz (Bau von Lärmschutzwänden, Lärmschutzwällen oder Wall-/Wand-Kombinationen bzw. Sonderbauweisen – s. u.) der Vorrang vor dem passiven Lärmschutz (z. B. im Rahmen des Einbaus von Lärmschutzfenstern) eingeräumt.

Angestrebt wird je nach Situation vor Ort durch geeignete Materialwahl und entsprechende Gestaltung eine Einpassung der Lärmschutzeinrichtung in die landschaftliche und städtebauliche Umgebung der A 2. Umweltrelevante Einflüsse werden während des Planungsprozesses eingehend untersucht und der Öffentlichkeit, entsprechend des Planungsstandes und den gesetzlichen Regelungen, in den einzelnen Verfahrensschritten bekannt gemacht.

Quellen der Geräuschentwicklung

Generell ist die Autobahn selbst aber nur für etwa ein Drittel der Geräuschentwicklung verantwortlich. Ein Drittel ist den Fahrzeugen selbst zuzuschreiben, ein weiteres Drittel auf das Fahrverhalten zurückzuführen. Die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer haben also einen wesentlichen Einfluss auf die Lärmbelastung der Umgebung. Moderate Geschwindigkeit, sanftes Beschleunigen und rechtzeitiges Schalten in einen höheren Gang helfen, Lärm zu vermeiden.

Sonderbauweisen

Eine Sonderform des Lärmschutzes stellt der Einsatz sogenannter „offenporiger Asphaltbauweisen" (OPA) dar. OPA ist derzeit die effizienteste Art, die Fahrgeräusche des Straßenverkehrs zu reduzieren. Er wird seit mehr als einem Jahrzehnt genutzt, um an besonders kritischen Stellen das Abrollgeräusch der Reifen auf einer Fahrbahn deutlich zu verringern.

Durch den hohen Anteil gröberer Gesteinskörner entstehen im Asphalt mehr Hohlräume, die den Schall "schlucken", der durch die Rollgeräusche der Reifen auf der Straßenoberfläche erzeugt wird. Wegen dieser Eigenschaften wird der OPA umgangssprachlich auch als "Flüsterasphalt" bezeichnet.

Allerdings hat der „offenporige Asphalt“ auch Nachteile: Während der normale Straßenbelag einer hoch belasteten Autobahn aus Asphalt oder Beton heute etwa 20 Jahre lang hält, liegt die Haltbarkeit des OPA-Belages nur bei etwa acht bis zehn Jahren. Dann muss er erneuert werden, um weiterhin die gewünschte Wirkung sicher zu stellen. Durch Schmutzeintrag von anderen (benachbarten) Baumaßnahmen, verschmutze Fahrzeuge, Baustellenverkehr etc. kann die Lebensdauer sich weiter reduzieren.

Einsetzen einer Lärmschutzwand an der Autobahn (Symbolfoto)  
Einsetzen einer Lärmschutzwand an der Autobahn (Symbolfoto).

Bewertung der Lärmsituation

Bei Straßenverkehrslärm bildet die Berechnung von Lärmimmissionen die wesentliche Grundlage für die Bewertung der Lärmsituation als auch den Anspruch auf Lärmminderungsmaßnahmen. Nur Berechnungen liefern allgemein gültige und vergleichbare Ergebnisse. Demgegenüber erfassen Lärmmessungen nur eine kurzfristige lokale Situation, die hinsichtlich zugrunde liegender Verkehrsmenge und -zusammensetzung, Windverhältnissen und anderen Faktoren schon nach kurzer Zeit erhebliche Veränderung erfährt.

Anhand der Ergebnisse der lärmtechnischen Berechnung wird eine Einschätzung der Lärmsituation unter Beachtung weiterer formaler Voraussetzungen vorgenommen. Wesentliche Kriterien zur Bewertung sind:

  • die Stärke der Lärmbelastung,
  • die Anzahl der Betroffenen,
  • die Art des Gebietes,
  • die Nutzung der betroffenen Flächen sowie
  • Ausschluss- bzw. Minderungsgründe.

Der Umfang der Lärmschutzmaßnahmen wird auf der Grundlage der zukünftigen Verkehrsmenge (Prognose) bemessen.

Lärmschutzwand (Symbolfoto).
Referenzgrößen zu den dB(A)-Werten  

Referenzgrößen zu den dB(A)-Werten.

Artikel-Informationen

03.12.2019

Ansprechpartner/in:
Friedhelm Fischer

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Hannover
Geschäftsbereichsleiter
Dorfstraße 17-19
30519 Hannover
Tel: (0511) 39936-222
Fax: (0511) 39936-299

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