Niedersachen klar Logo

A 38: Bau von temporären Behelfszufahrten zur L 566 zwischen Reckershausen und Besenhausen im Dreiländereck Niedersachsen / Hessen / Thüringen

Baubeginn der Rampen Ende 2019


Luftansicht der A 38 zwischen Reckershausen und Besenhausen  
Luftansicht der A 38 zwischen Reckershausen und Besenhausen.

Zwischen Reckershausen und Besenhausen (Landkreis Göttingen) im Dreiländereck Niedersachsen / Hessen / Thüringen sollen temporäre Behelfszufahrten von der A 38 zur L 566 entstehen.

Notwendigkeit des Vorhabens

Der Autobahnabschnitt der A 38 zwischen Friedland und Heilbad Heiligenstadt, im Zuge dessen auch der Heidkopftunnel verläuft, wurde 2006 fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben.

In den vergangenen Jahren wurden Lagerungsdefekte an der Betonfahrbahn im Heidkopftunnel festgestellt, woraufhin vom Straßenbaulastträger ein Gutachten zur Schadensanalyse in Auftrag gegeben wurde. Dieses kam zu dem Ergebnis, dass sich die hydraulisch gebundene Tragschicht auf ganzer Länge des Tunnels aufgelöst hat und daher ausgetauscht werden muss. Für eine dauerhafte Wiederherstellung der gesamten Fahrbahn wird ein Neuaufbau erforderlich. Außerdem sollen zusätzliche Wartungsarbeiten an der Tunnelelektronik und eine Hangsicherung am westlichen Tunnelportal durchgeführt werden, so dass eine Vollsperrung des Tunnels von etwa acht Wochen pro Röhre/Fahrrichtung notwendig werden wird. In dieser Zeit muss der Verkehr zwischen den Anschlussstellen Arenshausen und Friedland über eine Umleitungsstrecke geführt werden.

Auf der derzeitigen Umleitungsstrecke über die B 27 und B 80 kam es bei vergangenen Tunnelsperrungen, vor allem zwischen Hohengandern und dem Knotenpunkt B 27 / B 80, häufig zu Rückstaus. Außerdem plant die Straßenbauverwaltung Hessen ab voraussichtlich Januar 2020 den Neuanschluss der Bundesstraße 80 an die Bundesstraße 27 sowie den Ersatzneubau eines Brückenbauwerks über die Bahnstrecke Göttingen - Kassel, welcher aus naturschutzrechtlichen Gründen nur unter Vollsperrung durchgeführt werden kann. Die geplante Bauzeit beträgt etwa zwei Jahre, so dass die bisherige Umleitungsstrecke für diesen Zeitraum nicht zur Verfügung steht. Vor der Errichtung des Ersatzneubaus wäre bei einer dauerhaften Umleitung des Autobahnverkehrs über diese Strecke mit einer Lastbeschränkung des Bauwerks auf 3,5 t zu rechnen. Aus diesen Gründen ist die Strecke nicht geeignet, den Autobahnverkehr aufzunehmen.

Während der Vollsperrung der B 80 soll der Verkehr über die A 38 umgeleitet werden. Das Land Hessen hat für den Fall einer Autobahnsperrung während der Bauzeit an der B 80 eine alternative Umleitungsstrecke vorgeschlagen, bei der der Autobahnverkehr über Friedland und Reckershausen (L 566) vor Arenshausen wieder auf die B 80 geführt werden würde. Diese wurde von der zuständigen Verkehrsbehörde abgelehnt, da in Friedland wegen eines innerörtlichen Mini-Kreisverkehrs und eines plangleichen Bahnübergangs ein Verkehrschaos drohen würde.

Grundsätzlich soll das Prinzip verfolgt werden, die Umleitungsstrecken so wenig wie möglich in Anspruch zu nehmen und den Verkehr prioritär auf der Autobahn zu führen. Hierfür wäre bei Sperrung einer Tunnelröhre, also wenn nur eine Tunnelröhre für den Verkehr zur Verfügung steht, eine Blockabfertigung mit Ampelschaltung im sogenannten Richtungswechselbetrieb oder eine Gegenverkehrsregelung mit einer Fahrspur pro Fahrtrichtung denkbar. Aktuell ist der Tunnel jedoch nur für Einrichtungsverkehr ausgelegt, so dass für die Umsetzung einer Gegenverkehrsregelung Nachrüstungen an der Tunnelbetriebstechnik notwendig sind.

In einer Machbarkeitsstudie gilt es zunächst, konkrete Schritte zur Steigerung der Sicherheit im Gegenverkehrsfall zu untersuchen. Neben der Benennung hierfür konkret erforderlicher Maßnahmen der Lüftungs-, Überwachungs- und Verkehrstechnik sowie dem Rettungskonzept, soll vor allem die Machbarkeit und Realisierbarkeit dieser überprüft werden.

Für die Aufrüstungsmaßnahmen wird dann eine mehrwöchige Vollsperrung des Tunnels notwendig, so dass die Möglichkeit, den gesamten Autobahnverkehr durch eine Tunnelröhre zu führen, nicht sofort umsetzbar ist. Für die Bauzeit der Nachrüstmaßnahmen wird eine Umleitungsstrecke benötigt.

Es besteht also weder eine geeignete Umleitungsstrecke noch kann der Verkehr derzeit durch nur eine Tunnelröhre geführt werden, so dass die Errichtung einer provisorischen Behelfsaus- und -einfahrt durch den Bau der temporären Rampen verfolgt wird.

Alt-Tag: Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  
Umleitungsübersicht zur A 38.

Planerische Beschreibung

Zur Errichtung einer Bedarfsumleitung von der A 38 auf die L 566 ist der Bau von zwei temporären Rampen vorgesehen. Die temporären Behelfszufahrten werden nicht als zusätzliche Anschlussstelle für den täglichen Verkehr errichtet, sondern nur im Umleitungsfall geöffnet und sollen für einen Zeitraum von rund fünf Jahren erstellt werden.

Lage im vorhandenen Straßennetz

Die A 38 verläuft zwischen Göttingen und Leipzig. Die nächsten Anschlussstellen sind Friedland (in FR Göttingen) und Arenshausen (in FR Halle). Der Heidkopftunnel liegt ca. 3 km östlich des Bauvorhabens.

Die Landesstraße 566 verbindet die Bundesstraße B 27 (bei Friedland) mit der Landesgrenze zu Thüringen, wo sie als Landesstraße 1001 weitergeführt wird.

Das Vorhaben befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Friedland (Landkreis Göttingen).

Vorhabens- und Baulastträger der Autobahn ist die Bundesrepublik Deutschland; die Landesstraße liegt in der Baulast des Landes Niedersachsen.

Zur Einrichtung der Umleitungsstrecke ist eine Ertüchtigung der L 566 von der Kreuzung mit der A 38 bis zur Landesgrenze mit Thüringen erforderlich. Diese soll im Zuge des Baus der Rampen erfolgen.

Derzeitiger Planungsstand und weiteres Vorgehen

Die Planungen für den Bau der Behelfszufahrten sind seit Ende Juli abgeschlossen und planungsrechtlich abgesichert. Die Vereinbarungen zur Sicherung der erforderlichen Baugrundstücke liegen vor.

Die Bauvorbereitungen für die Ertüchtigung der Landesstraße 566 im Abschnitt von der A 38 bis zur niedersächsisch/thüringischen Landesgrenze sind getroffen und öffentlich ausgeschrieben. Die Instandsetzung der Landesstraßen erfolgt bis Ende 2019.

Die erforderlichen Lichtsignalanlagen für die veränderte Verkehrsführung in den künftigen Kreuzungen zwischen den Behelfszu- sowie Abfahrten und den Landesstraßen 566 (Reckershausen-Besenhausen) und 567 (Niedergandern-Reifenhausen) wurden geplant und anhand einer Computersimulation nachgewiesen (siehe Unterlagen zur Verkehrsführung). Weitere Untersuchungen zur Optimierung der Verkehrsabwicklung erfolgen für die Kreuzung Landesstraße 1001/B 80 bei Kirchgandern, im Zuge der künftigen Bedarfsumleitung.

Im Frühjahr 2020 werden bis Ende April die Behelfszufahrten gebaut. Für Herbst 2020 ist der Beginn der Fahrbahnsanierung des Heidkopftunnels eingetaktet.

Bundesautobahn 38

Simulation zur Sperrung der Fahrtrichtung West

 

Simulation zur Sperrung der Fahrtrichtung Ost

 

Artikel-Informationen

12.09.2019

Ansprechpartner/in:
Udo Othmer

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Gandersheim
Geschäftsbereichsleiter
Stiftsfreiheit 3
37581 Bad Gandersheim
Tel: (05382) 953-191
Fax: (05382) 1043

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln