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Sanierungsarbeiten an der A 7 erforderlich

Schadstoffbelastung mit PAK im Abschnitt zwischen Dreieck Salzgitter und Anschlussstelle Bockenem


Auf dem 12 km langen Abschnitt der Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Salzgitter und der Anschlussstelle Bockenem (km 196+130 bis km 208+000) sind in beiden Fahrtrichtungen Sanierungsarbeiten erforderlich. Grund ist eine Belastung der Seitenbereiche und des Mittelstreifens mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Ursächlich hierfür ist eine nicht sachgerechte Ausführung der Ausbauarbeiten in den Jahren zwischen 2011 und 2014. Dabei wurden teerhaltige Bestandteile des alten Straßenaufbaus der A 7 nicht sachgerecht verwertet.

Das Nds. Umweltministerium sieht keine akute Gesundheitsgefahr. Das Nds. Wirtschafts- und Verkehrsministerium und die Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) haben die Arbeitsgemeinschaft (Arge) der verantwortlichen Straßenbaufirmen aufgefordert, die belasteten Randbereiche und den Mittelstreifen des Autobahnabschnitts fachgerecht zu sanieren. Das Sanierungskonzept wird in Abstimmung mit der Arge und den zuständigen Umweltbehörden erstellt.

Die NLStBV hat bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim am 13. Februar 2015 Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts eines Umweltdeliktes erstattet. Außerdem wurde die Interne Revision der Landesbehörde beauftragt, den gesamten Vorgang auch mit Blick auf die beteiligten externen Dienstleister aufzuarbeiten. Aufgrund des umfangreichen Aktenmaterials ist hier kurzfristig jedoch nicht mit Ergebnissen zu rechnen.

Die Strecke ist weiterhin für den Verkehr freigegeben; in bau- und verkehrstechnischer Hinsicht bestehen hiergegen keine Bedenken.

Im Mittelstreifen haben im September 2016 Sanierungsarbeiten begonnen. Beachten Sie hierzu auch unsere Presseinformation vom 21.09.2016 und unsere Presseinformation vom 02.03.2017. Die Arbeiten wurden im Juni 2017 abgeschlossen. Außerdem fanden von November 2016 bis März 2017 vorbereitende Arbeiten für die Sanierung der Seitenbereiche statt. Die Sanierungsarbeiten hier haben im November 2017 begonnen. Beachten Sie hierzu auch unsere Presseinformation vom 13.11.2017.

Aufbringung der Kunststoffbahnen zur Versiegelung des Mittelstreifens  
Aufbringung der Kunststoffbahnen zur Versiegelung des Mittelstreifens; Foto vom Oktober 2016.

Chronologie und Hintergrund:

Der betreffende Autobahnabschnitt wurde zwischen dem 28. Januar 2011 und dem 28. Mai 2014 sechsstreifig ausgebaut. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 60 Millionen Euro. Auftragnehmerin ist eine Arbeitsgemeinschaft von vier Straßenbauunternehmen.

Unter dem Straßenaufbau des oben genannten Streckenabschnittes der A 7 hatte sich eine in den 1950er-Jahren - entsprechend den damals anerkannten Regeln der Technik - eingebrachte Teersandschicht mit hohen PAK-Gehalten befunden. Darüber lagen mehrere Schichten an Betonfahrbahnen mit stellenweise ebenfalls belasteten Asphaltschichten.

Der Umgang mit solchen belasteten Baustoffen ist erprobt und bekannt. Die NLStBV hatte vor der Auftragsvergabe unter Einbindung externer Fachgutachter ein Konzept zum Umgang mit den genannten Baustoffen entwickelt und dies mit dem Landkreis Hildesheim als zuständiger Umweltbehörde abgestimmt. Nach diesem Konzept sollten die Beton- und Asphaltschichten schichtenweise aufgenommen und getrennt werden. Die Betonschichten sollten gebrochen und als Schottertragschicht unter der Fahrbahn später wieder eingebaut werden. Der unter der Fahrbahndecke verbleibende Teersand sollte mit Zement verfestigt werden, um eine Immobilisierung der PAK zu erreichen. Diese Bauweise ist üblich und entspricht dem Stand der Technik. Sie war Bestandteil der EU-weiten Ausschreibung und des Bauauftrages.

Einen ersten Hinweis auf eine zu hohe PAK-Belastung - an einer einzelnen Stelle - ergab sich im Sommer 2013 im Bereich eines Brückenbauwerkes. Daraufhin ließ die NLStBV Stichproben aus dem Umfeld des Brückenbauwerks entnehmen und auf PAK-Belastungen überprüfen. Die Ergebnisse lagen im Januar 2014 vor und bestätigten die Verdachtsmomente.

Auf Verlangen der NLStBV beseitigten die Baufirmen das verwendete Material im Bereich der Brücke unverzüglich. Die Straßenbaubehörde veranlasste dann weitere Untersuchungen an anderen Stellen des Bauabschnitts. In den Monaten Mai bis Juli 2014 wurden Proben aus dem Seitenraum des Straßenbaukörpers entnommen und ausgewertet. Vorsorglich wurde die Abnahme des entsprechenden Bauabschnittes durch die NLStBV verweigert. Die Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen erhielt die Probenergebnisse Anfang August zur Kenntnis. Danach lagen teilweise erhebliche PAK-Belastungen vor.

Im August 2014 wurde in Abstimmung mit dem Umweltministerium und dem als untere Wasser- und Bodenschutzbehörde beteiligten Landkreis Hildesheim festgelegt, nunmehr auch die Schottertragschicht, den Mittelstreifen und die Randbereiche des Straßenbaukörpers auf der Grundlage eines flächendeckenden Rasters zu untersuchen. Dafür wurde ein externer Gutachter beauftragt. Ein entsprechender Auftrag wurde Anfang November 2014 erteilt.

Parallel dazu forderte die NLStBV zur Wahrung ihrer Rechte die Arbeitsgemeinschaft im November 2014 auf, den Mangel zu beseitigen.

Am 5. Februar 2015 stellte der Gutachter der NLStBV im Beisein der Arbeitsgemeinschaft seine vorläufigen Ergebnisse vor. Danach sind die gesamte Schottertragschicht, der Mittelstreifen und die Randbereiche mit PAK belastet. Eine ergänzende Begutachtung ergab auch im Bereich der Umfahrungen der Regenrückhalteanlagen neben dem Straßenbaukörper teilweise erhebliche PAK-Belastungen. Die Arge wurde unmittelbar danach über diesen Mangel informiert und zur sofortigen Beseitigung aufgefordert.

Die jetzige Situation stellt sich wie folgt dar:

  • Das Umweltministerium (MU) ist am 12. Februar 2015 über den aktuellen Sachverhalt informiert worden. Nach Einschätzung des MU liegt derzeit keine akute Gesundheitsgefahr vor. Die notwendigen Maßnahmen werden mit dem MU abgestimmt.
  • Am 13. Februar 2015 wurde der zuständige Fachausschuss des Landtages informiert.
  • Das belastete Material, das sich nun wieder unterhalb der Fahrbahn befindet, kann dort verbleiben, da es gegen den Zutritt von Wasser geschützt ist. Die eigentlichen Fahrbahnen der A 7 müssen also nicht saniert werden.
  • Saniert werden müssen allerdings die Seitenbereiche, der Mittelstreifen sowie die Randbereiche der Regenrückhaltebecken. Die Kosten hierfür dürften im ein- bis zweistelligen Millionenbereich liegen.
  • Das Gutachten zur Schadstoffbelastung wurde am 8. April 2015 vorgelegt.
  • Die Sanierung der Regenrückhaltebecken und -gräben ist sein Mai 2016 abgeschlossen.
  • Das Sanierungskonzept für den Mittelstreifen sieht die Abdeckung des belasteten Materials zum Schutz vor eintretendem Wasser vor. Eine Entfernung des belasteten Materials ist zunächst nicht erforderlich. Die Arbeiten haben im September 2016 begonnen und wurden im Juni 2017 beendet.
  • Die Sanierungsarbeiten für die Seitenstreifen beginnen im November 2017. Hier wird das belastete Material ausgetauscht.
Bundesautobahn 7
In den Seitenbereichen wurde im November 2017 damit begonnen, das belastete Material abzutragen  

In den Seitenbereichen wurde im November 2017 damit begonnen, das belastete Material abzutragen.

Artikel-Informationen

20.11.2017

Ansprechpartner/in:
Pressestelle: Heike Haltermann, Jens-Thilo Schulze

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Öffentlichkeitsarbeit
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-2413, -2451
Fax: (0511) 3034-2099

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