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B 65 (Hannover): Fahrbahnerneuerungen zwischen Kirchrode/ Bemerode und dem Seelhorster Kreuz

Arbeiten erfolgen 2018 in drei Abschnitten – 3. Abschnitt läuft seit Mitte Juni


Derzeit werden die benötigten vier Brunnen am Seelhorster Kreuz abgeteuft; Foto vom 28. August 2018.  
Derzeit werden die benötigten vier Brunnen am Seelhorster Kreuz abgeteuft; Foto vom 28. August 2018.
Das ausgehobene Bohrloch hat einen Durchmesser von 60 cm und muss insgesamt 11 m abgeteuft werden; Foto vom 28. August 2018  
Das ausgehobene Bohrloch hat einen Durchmesser von 60 cm und muss insgesamt 11 m abgeteuft werden; Foto vom 28. August 2018

Die Bundesstraße 65 gehört zum Schnellwegenetz im Bereich Hannover und dient dazu, den Fernverkehr um das Stadtzentrum von Hannover herumzuführen. Die B 65 ist autobahnähnlich ausgebaut. Das Seelhorster Kreuz verbindet die ost-westliche Verbindung mit der nord-südlichen Verbindung um Hannover herum.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Hannover führt auf dem Südschnellweg im Zuge der B 65 zwischen den Anschlussstellen Kirchrode/ Bemerode und dem Seelhorster Kreuz eine Erneuerung der Fahrbahn zur Verbesserung und Sicherung der verkehrlichen Belange durch. Auch die Fahrbahnen, Verflechtungsstreifen und Rampen im Seelhorster Kreuz werden erneuert.

Im Zuge der Baumaßnahme werden auch die Zu- und Abfahrten in Anschlussstelle Kirchrode erneuert. Bei der Erneuerung werden zwischen Kirchrode und dem Seelhorster Kreuz Deckschicht, Binderschicht und in vereinzelten Teilbereichen die Tragschicht erneuert. Der Einbau der Asphaltschichten erfolgt durch Austausch vorhandener Schichten.

Das Seelhorster Kreuz wird auf Grund eines fehlenden frostsicheren Aufbaus grundhaft erneuert. Das heißt, es werden neben Aphalttrag-, -binder- und -deckschicht auch eine neue Schottertragschicht sowie eine Frostschutzschicht hergestellt. Auf den im Baufeld befindlichen Bauwerken wird die Deckschicht aus Gussasphalt bzw. Splittmastixasphalt erneuert.

Kampfmittelsondierungen

Im gleichen Zuge wird das Seelhorster Kreuz für zukünftige Ausbaumaßnahmen auf Kampfmittelfreiheit sondiert. Dies erweist sich als besonders schwierig. Die Sondierungsarbeiten erfolgen in einem schachbrettartigen Muster. Die Bohrungen müssen in einem Abstand von 1,50 m x 1,50 m durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass das Seelhorster Kreuz aus einer Dammaufschüttung, die zwischen 8 und 14 m stark ist, besteht. Diese Dammaufschüttung wurde damals überwiegend mit dem vorhandenen Kriegsschutt aufgeschüttet. Es wird also durch den Damm abgeteuft, um in zwei bis drei Meter unter dem Damm nach Kampfmitteln zu sondieren. So summiert sich beispielsweise eine Bohrung auf 16 m Tiefe. Der Bauschutt aus Steinen und Metall verzögert dabei enorm den schnellen Fortschritt der Arbeiten, wodurch die Sondierungsarbeiten allein 192 Tage benötigen.

Zur Veranschaulichung: Ein Laffettenbohrgerät, welches für die Schrägbohrungen eingesetzt werden muss, schafft am Tag 6 x 16 m tiefe Bohrungen. Für die gesamte Maßnahme vom Beginn 2017 bis einschließlich 2018 werden 6.412 Bohrungen durchgeführt, was einer Gesamt-Bohrlänge von 117.392 m entspricht.

Aktuelle Arbeiten

Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung und den anstehenden Messen erfolgt die Erneuerung der Streckenabschnitte in jeweils mehreren Bauabschnitten.

Im Jahr 2017 wurden der Abschnitt Seelhorster Kreuz bis Kirchrode/ Bemerode in beiden Fahrtrichtung erneuert, außerdem rund 40 Prozent des Seelhorster Kreuzes.

Im Jahr 2018 werden die Arbeiten in drei Abschnitten fortgeführt. Seit 18. Juni 2018 läuft der 3. Abschnitt auf der B 65 im Seelhorster Kreuz. Die Sperrungen in diesem Bauabschnitt entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung vom 21.08.2018.

Vom 22. August bis Ende September wird im nordwestlichen Ohr, von Celle kommend in Fahrtrichtung Ricklingen eine Anomalie, gegebenfalls ein Kampfmittel geborgen. Die Anomalie ist in einer Tiefe zwischen 7,50 m und 9.50 m. Neben den schwierigen Bodenverhältnissen, die auch hier größtenteils aus dem Bauschutt vom letzten Weltkrieg bestehen, steht die Anomalie in 2 m im Grundwasser. Um ein Arbeiten und Bergen an der Anomalie zu ermöglich, müssen hierfür vorab vier Brunnen auf ca. 11 m abgeteuft werden, die das Grundwasser im betroffenen Bereich mindestens 2 m weiter abpumpen. Nach dem Installieren und Betreiben der Brunnen wird die betroffene Fläche großräumig 3,50 m tief ausgekoffert. Im Anschluss werden oberhalb der Anomalie Betonringe weitere 6 m zur Anomalie hin runtergelassen. Im Schutze der Betonringe wird die Anomalie geborgen.

Eine beauftrage Firma konnte bereits einen Brunnen auf 12 Meter anteufen. Bei den Arbeiten wurden sie jedoch durch den im Boden befindlichen Bauschutt, bewehrter Beton und Basaltpflastersteinen behindert und und beim Bohren des zweiten Brunnens wurde das Bohrgerät durch die schwere Belastung beschädigt und konnte nicht weiter verwendet werden. Die Firma sah sich nicht mehr in der Lage mit Ihrer zur Verfügung stehenden Ausrüstung die Arbeit weiter auszuführen.

Derzeit wird der Einsatz einer Drehbohranlage geprüft, um die notwendigen Brunnen abzuteufen. Dabei handelt es sich um eine über 50 Tonnen schwere Baggerart, die an ihrem Arm eine Drehbohranlage hält. Solche Geräte sind in Deutschland nur in geringen Mengen vorhanden und erst ab November verfügbar.

Um die Zeit nicht unnötig verstreichen zulassen, wird in Absprache mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst großflächig über der Anomalie ab der 38. KW ein Bereich von 3,50 m Tiefe ausgekoffert. Anschließend wird der Betonring eingesetzt und innerhalb diesem der Boden weiter ausgekoffert, so dass der Rind nach und nach nach unten rutsch. Ob dann tatsächlich noch Brunnen für die Grundwasserabsenkung gebohrt werden müssen oder bereits eine nähere Bestimmung der Anomalie möglich ist, bleibt abzuwarten.

Kostenträger dieser Maßnahme ist die Bundesrepublik Deutschland. Die Auftragskosten belaufen sich auf rund 5,5 Millionen Euro.

Beim Abteufen der Brunnen behindert Bauschutt die Arbeiten.  
Beim Abteufen der Brunnen behindert Bauschutt die Arbeiten.
Bundesstraße 65
Umleitungsplan Baumaßnahme Seelhorster Kreuz ab 22.08.2018.  

Umleitungsplan Baumaßnahme Seelhorster Kreuz ab 22.08.2018.

Kampfmittelsondierungen im Juli 2018  

Kampfmittelsondierungen im Juli 2018.

Artikel-Informationen

18.09.2018

Ansprechpartner/in:
Friedhelm Fischer

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Hannover
Geschäftsbereichsleiter
Dorfstraße 17-19
30519 Hannover
Tel: (0511) 39936-222
Fax: (0511) 39936-299

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