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A 31: Anbau von Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor

Brückenabbruch im Januar 2018 abgeschlossen - Einbau erster Brücken-Fertigteile im Februar 2018


Luftbild vom Bauwerk Ne 3 während des Einbaus der Betonelemente; Foto vom 15. April 2018  
Luftbild vom Bauwerk Ne 3 während des Einbaus der Betonelemente; Foto vom 15. April 2018.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Verkehrsabläufe auf der A 31 ist im Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor die Verbreiterung der Autobahn auf beiden Richtungsfahrbahnen geplant. Dies ermöglicht den Anbau von Standstreifen und die Verlängerung von Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen der Knotenpunkte zwischen den Anschlussstellen (AS) Riepe (Bau-km 6+975 = Betr.-km 19,575) und Neermoor (Bau-km 17+121 = Betr.-km 9,437).

Das hierfür nötige Planfeststellungsverfahren wurde am 22. März 2012 eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 11. März 2014 und ist seit 21. August 2015 unanfechtbar.

Die Baumaßnahme teilt sich in zwei Bauabschnitte auf, die jeweils rund 2 Jahre Bauzeit benötigen. Dabei ist jede Richtungsfahrbahn ein Bauabschnitt. Der wesentliche Grund für die Bauzeit von rund 2 Jahren pro Richtungsfahrbahn ist der Neubau von fünf Brückenbauwerken. Für die Errichtung der Bauwerke ist ein Zeitansatz von etwas über einem Jahr zu veranschlagen. In einem längeren Bereich vor und hinter den Bauwerken kann aufgrund des notwenigen Arbeitsraumes für die Bauwerke der Erd- und Straßenbau erst beginnen, wenn die Bauwerke fertig gestellt sind. Von dem Neubau der Bauwerke sind auch die Querungen des Fehntjer Tiefs und des Rorichumer Tiefs betroffen. Hier besteht aus dem Planfeststellungsbeschluss die Auflage, dass von diesen beiden Schifffahrtswegen immer einer für die Schifffahrt nutzbar sein muss. Dieses bedeutet, dass beide Bauwerke nicht zeitgleich erstellt werden können. Außerdem ist es durch die parallele Errichtung der neuen Bauwerke nicht möglich, einen Längstransport für den Baustellenverkehr über die Baustrecke abzuwickeln. In der Summe wird aufgrund der Randbedingungen eine bereits sehr knapp bemessene Gesamtbauzeit von rund 4 Jahren erforderlich.

Die Verkehrsfreigabe ist somit für 2020 geplant.

Lage im vorhandenen Straßennetz

Die A 31 (Leer - Emden) zwischen der AS Neermoor und der AS Emden-Ost wurde in den 1970er-Jahren gebaut und war damit der erste Abschnitt im Rahmen der Anbindung des ostfriesischen Raumes an das bundesweite Autobahnnetz. Später erfolgte der Weiterbau der A 31 in Richtung Süden. Der letzte Abschnitt (Autobahnkreuz Schüttorf) wurde im Dezember 2004 freigegeben, sodass jetzt eine durchgehende Verbindung zwischen Emden und dem Ruhrgebiet besteht.

Der hier betrachtete Streckenabschnitt wurde abschnittsweise gebaut. 1971 wurde zunächst der Abschnitt von Neermoor bis Riepe, Fahrtrichtung Emden als B 530 für den Verkehr freigegeben. Die weiteren Abschnitte von Riepe bis Emden-Ost, Richtungsfahrbahn Emden, und von Emden-Ost bis Neermoor, Richtungsfahrbahn Leer, wurden bis 1977 fertiggestellt. Die Widmung zur Bundesautobahn 31 erfolgte jedoch erst im Jahr 1982.

Die A 31 ist für den gesamten ostfriesischen Raum von großer Bedeutung, insbesondere für den Emder Hafen, das VW-Werk in Emden, für die ostfriesischen Badeorte an der Nordseeküste und für die ostfriesischen Inseln. Darüber hinaus hat die A 31 durch ihre Lage unweit der niederländischen Grenze auch für den Nord-Süd-Verkehr in den Niederlanden an Bedeutung gewonnen.

Straßenbauliche Beschreibung

Der Abschnitt zwischen der AS Emden-Ost und der AS Neermoor wurde nach damaligen Richtlinien mit folgenden Breiten ausgeführt: einen 2,00 m breiten Mittelstreifen und zwei Fahrbahnen, die jeweils aus zwei 3,75 m breiten Fahrstreifen bestehen, zuzüglich eines beidseitigen 0,50 m breiten Randstreifens. Jede Fahrbahn ist 8,50 m breit bituminös befestigt, Standstreifen fehlen. Die Bankette weisen durchgehend eine Breite von 1,00 m bis 1,50 m auf. Über- und Unterführungsbauwerke wurden ohne entsprechende Breitenreserven für spätere Standstreifen erstellt.

Um etwaige Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses und potenzielle Unfälle zu vermeiden, wurden entsprechende Nothaltebuchten mit Notrufsäulen und später zusätzliche, provisorische Nothaltebuchten ohne Notrufsäulen entlang der Autobahn errichtet. Aus Gründen der unzureichenden Verkehrssicherheit und wegen Schäden an der Fahrbahn wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf maximal 100 km/h begrenzt.

Die geplante Verbreiterung der Autobahn erfolgt für beide Richtungsfahrbahnen um je 2,00 m. Die Standstreifen erhalten eine Breite von 2,50 m, die Fahrstreifen werden von derzeit 3,75 m auf 3,50 m Breite reduziert. Der Anbau der Standstreifen erfolgt zusammen mit der Fahrbahnsanierung der beiden Fahrstreifen. Die Länge der Baustrecke beträgt 10,138 km.

Die Baumaßnahme befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Ihlow (Landkreis Aurich) und Moormeerland (Landkreis Leer).

Der Ausbau des nordwestlich angrenzenden Streckenabschnittes der A 31 von der AS Emden-Ost bis zur AS Riepe (Betr.-km 19,550 bis Betr.-km 26,577) ist bereits erfolgt.

Apshaltfräsarbeiten zwischen den Bauwerken Ne 4a (Fehntjer Tief) und Ne 4b (Leidsweg), Foto vom 17. April 2018  
Apshaltfräsarbeiten zwischen den Bauwerken Ne 4a (Fehntjer Tief) und Ne 4b (Leidsweg); Foto vom 17. April 2018.

Aktuelle Arbeiten

Bei der Verlegung der Überbaufertigteile für die Brücken Ne 3 (Rorichhumer Tief) und Ne 4a (Fehntjer Tief) wurde am Wochenende 14./15. April 2018 unter Vollsperrung der Autobahn 31 ein weiterer Meilenstein der Baummaßnahme, der Einbau der Brückenfertigteile für zwei Bauwerke, erreicht.

Ein Überblick über die Arbeiten, die unter Verkehr nicht durchführbar waren:

Es wurden die bis zu 97 Tonnen schweren Fertigteile zu den Brücken transportiert und eingehoben. Hierfür wurden ein 400- und ein 500-Tonnen-Kran auf zuvor verdichtetem Untergrund aufgestellt, damit diese die bis zu 37 m langen Betonelemente sicher von den Schwerlasttransportern, die hierfür auf der Richtungsfahrbahn Emden anhielten, heben konnten. Zudem wurde die Vollsperrung genutzt, um Umbauarbeiten an der Verkehrsführung vorzunehmen. Dies war erforderlich, damit im bereits fertiggestellten Abschnitt der Richtungsfahrbahn Leer zwischen der Brücke Ne 3 (Rorichumer Tief) und der Anschlussstelle Neermoor nun auch der Verkehr Richtung Emden geführt werden kann, damit hier die Arbeiten auf der Richtungsfahrbahn Emden begonnen werden können. Die Arbeiten konnten trotz Regenfällen wesentlich früher abgeschlossen werden als ursprünglich geplant.

Bei den Brücken Ne 4b (Leidsweg), Ne 6 (Sengelsieltief) und Ne 8 (Gewässer Neue Blitz) finden zurzeit noch abschließende Arbeiten an den Überbauten statt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im Juni 2018 fertiggestellt.

Im Straßenbau werden aktuell Asphaltfräsarbeiten zwischen den Bauwerken Ne 4a (Fehntjer Tief) und Ne 4b (Leidsweg) ausgeführt. Außerdem wird bereichsweise nicht tragfähiger Boden ausgetauscht. An der Richtungsfahrbahn Emden wurden im Bereich zwischen Brücke Ne 3 (Rorichumer Tief) und Anschlussstelle Neermoor bereits vorbereitende Arbeiten wie das Roden von Wurzelstöcken und die Grabenherstellung vorgenommen, damit hier demnächst die Verbreiterung der Richtungsfahrbahn Emden beginnen kann.

Bundesautobahn 31
Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  

Geplanter Standstreifenanbau an der A 31 zwischen den Anschlussstellen Riepe und Neermoor: Übersichtskarte (Download als detailliertes PDF oben).

Einbau der Deck- und Binderschicht im Bereich der Anschlussstelle Neermoor; Foto vom 27. Oktober 2017  

Einbau der Deck- und Binderschicht im Bereich der Anschlussstelle Neermoor; Foto vom 27. Oktober 2017.

Seit dem 10. Mai 2017 fließt der Verkehr auf der A 31 in beiden Fahrtrichtungen über die Richtungsfahrbahn Emden  

Seit dem 10. Mai 2017 fließt der Verkehr auf der A 31 in beiden Fahrtrichtungen über die Richtungsfahrbahn Emden.

Artikel-Informationen

30.04.2018

Ansprechpartner/in:
Frank Buchholz

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereich Aurich
Geschäftsbereichsleiter
Eschener Allee 31
26603 Aurich
Tel: (04941) 951-101
Fax: (04941) 951-100

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