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Das Projekt Küstenautobahn

Kartengrundlage: www.lgln.niedersachsen.de  
Projekt Küstenautobahn: Übersichtskarte.

Die Küstenautobahn ist ein wichtiger Baustein zur Erschließung des nordwestdeutschen Raumes: Sie überwindet die räumliche Trennung zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Außerdem lässt sie die Nord- und Ostseeanrainerstaaten näher zusammenrücken. Sie soll die Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen verbessern, die heimische Wirtschaft fördern und Arbeitsplätze schaffen.

Die A 20 in Niedersachsen gehört mit einer Länge von rund 121 km (davon 114 km Neubaustrecke) neben der A 14 in Sachsen-Anhalt und der A 94 in Bayern zu den größten deutschen Planungen für den Neubau von Autobahnen. Geplant wird das Projekt von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) im Geschäftsbereich Oldenburg.

Die Küstenautobahn in Niedersachsen vernetzt auf einer Gesamtlänge von 121 km (A 20) und knapp 16 km (A 26) den Nordwesten.

Untersuchungen des niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung haben gezeigt, dass es zwischen den einzelnen Städten im Norden Niedersachsens eine hohe Pendlerverflechtung gibt. Dieser Verkehr wird momentan über Bundesstraßen geführt, da bislang in Nordniedersachsen eine zentrale Verkehrsachse zwischen den wichtigsten Städten fehlt. Die neue Küstenautobahn schafft von der A 28 bei Westerstede Richtung Osten bis zur Elbquerung bei Drochtersen diese wichtige Verbindung.

Die Küstenautobahn in Niedersachsen verringert die Reisezeiten im Norden deutlich – teilweise um bis zu 60 Prozent.

Die Küstenautobahn stellt eine zentrale West-Ost-Achse in der Region dar. Sie nimmt zum einen Verkehr auf, der bisher durch das Bundesstraßennetz geleitet wurde; zum anderen erlaubt sie höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten für Autofahrer, da Ampeln entfallen und eine höhere Höchstgeschwindigkeit möglich ist. Dies sorgt für deutliche Reisezeitverkürzungen im Norden, die in einem Gutachten des niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung detailliert berechnet wurden. Am signifikantesten ist die Fahrtzeitverkürzung nach Hamburg, Schleswig-Holstein, Stade und Skandinavien. Die Fahrzeit von Bremerhaven nach Hamburg verkürzt sich beispielsweise um eine Stunde, die Fahrtzeit nach Hamburg aus dem Landkreis Wesermarsch um rund 45 Minuten. Die größte Zeiteinsparung erfolgt dank der neuen Elbquerung, die den aktuellen Umweg über Hamburg überflüssig macht.

Die Küstenautobahn verbessert die Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen an der Nordsee und darüber hinaus.

Maßgeblich für die Entscheidung, einen Hafen anzulaufen, ist dessen Kosteneffizienz, die sich durch die Umschlagsdauer und durch die Kosten des Weitertransports ergeben. Da Strecken bis 300 km nur mit LKW sinnvoll und flexibel bedient werden können, ist eine gute Anbindung der Häfen an das Fernstraßennetz entscheidend. Da jede Verspätung oder eine lange Fahrtzeit zu höheren Kosten führt, entscheiden sich viele Reedereien und andere Zulieferer aktuell gegen das Anlaufen der niedersächsischen Häfen. Die A 20 verbindet die wichtigsten norddeutschen Häfen nicht nur untereinander, sondern sorgt für signifikante Zeiteinsparungen, während sie das Bremer Kreuz und den Hamburger Elbtunnel vom Schwerlastverkehr entlastet. Dadurch werden sich die niedersächsischen Häfen zukünftig im Wettbewerb gegen die Konkurrenz aus Hamburg und in Niederlanden besser behaupten können.

Die Küstenautobahn soll die heimische Wirtschaft fördern und Arbeitsplätze schaffen.

Eine gute Anbindung an die überregionale Infrastruktur ist für viele Betriebe ein entscheidendes Standortkriterium. Es ermöglicht den Unternehmen den schnellen Austausch von Gütern und unkomplizierte überregionale Kundenbesuche jenseits der Elbe, auch international. Gleichzeitig macht sie die eigenen Mitarbeiter mobiler.

Das nördliche Niedersachsen ist stark landwirtschaftlich geprägt und hat im gesamtdeutschen Vergleich wirtschaftlich noch Ausbaupotenzial, insbesondere auf dem Industrie- und Dienstleistungssektor. In den letzten Jahren wanderten viele Jugendliche, denen eine Zukunftsperspektive vor Ort fehlte, in Richtung der Ballungszentren Hamburg, Hannover und Bremen ab. Diese Abwanderung führt zu einem Mangel an gut ausgebildeten jungen Arbeitnehmern und hält Unternehmen davon ab, sich in der Region anzusiedeln. Arbeitnehmern fehlt der Anreiz, in ihrer Heimatregion zu bleiben oder in die Region zu ziehen.

Die Küstenautobahn soll einen wichtigen Impuls für die heimische Wirtschaft geben. Sie soll junge Arbeitnehmer dazu motivieren, aufgrund der schnelleren Erreichbarkeit der Großstädte vor Ort zu bleiben und überregionale, große Betriebe dazu, sich anzusiedeln.

Die Küstenautobahn verbindet Ost- und Westeuropa und öffnet das nordöstliche Niedersachsen für den internationalen Tourismus.

Der öffentliche Nahverkehr ist in der Region schwach entwickelt. Dadurch reisen Touristen überwiegend mit dem Auto an. Neben Nordrhein-Westfalen ist der Süden Deutschlands das Hauptherkunftsgebiet der Touristen an der Nordseeküste. Die Küstenautobahn erlaubt vor allem die Erschließung eines neuen Markts von Kurzzeittouristen aus Hamburg und Bremen. Für Langzeittouristen wird durch die neue Querverbindung eine Möglichkeit geboten, auch Ziele zu erkunden, die sich weiter entfernt von ihrer Ferienunterkunft befinden.

Die Küstenautobahn verbindet die Region, die bisher kaum an das internationale Schienen- und Luftverkehrsnetz angeschlossen ist, besser mit den wichtigsten Reiseknotenpunkten im Norden. Neben der besseren Verbindung nach Hamburg und Bremen ergibt sich auch eine schnellere und bessere Anreise aus den Niederlanden. Mit der Weiterführung der Küstenautobahn in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern schafft die A 20 außerdem eine durchgängige Querverbindung zwischen den Niederlanden im Westen und Polen im Osten.

Übersicht über den Planungsstand


Abschnitt A 20 Länge
(1) A 28 (Westerstede) – A 29 (Jaderberg) 13,0 km
(2) A 29 (Jaderberg) – B 437 (Schwei) 22,4 km
(3) B 437 (Schwei) – L 121 (östl. der Weserquerung) 10,4 km
(4a) L 121 (östl. der Weserquerung) - A 27 (Stotel) 6,7 km
(4) A 27 (Stotel) – B 71 (Heerstedt) 16,1 km
(5) B 71 (Heerstedt) – B 495 (Bremervörde) 19,2 km
(6) B 495 (Bremervörde) – L 114 (Elm) 12,4 km
(7) L 114 (Elm) – AK A 20/ A 26 bei Drochtersen 18,6 km

blau = in der Planung; gelb = in der Planfeststellung; orange = Planfeststellungsbeschluss ergangen


Abschnitt A 26 Länge
(5a) Drochtersen (K 28) – Freiburger Straße / L 111 10 km
(5b) Freiburger Straße / L 111 – Stade-Ost 5,7 km

blau = in der Planung; gelb = in der Planfeststellung

Küstenautobahn
Gutachten

des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung:

 Raum- und wirtschaftsstrukturelle Wirkungen der A 20 ("Küstenautobahn")
(PDF, 11,61 MB)

Artikel-Informationen

08.11.2018

Ansprechpartner/in:
Sebastian Mannl

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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