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Häufig gestellte Fragen: Bodenbeschaffenheit

Projekt Küstenautobahn (A 20 / A 26)


1. Auf welcher Art Boden verläuft die A 20?

In Zuge des Trassenverlaufs der A 20 gibt es unterschiedliche Böden. Dieses sind von West nach Ost betrachtet die Ostfriesisch-Oldenburgische Geest, die Jade-/Wesermarsch, die Stader Geest und die Elbmarsch.

Diese Bodentypen unterscheiden sich grundlegend in ihrer Beschaffenheit. Die Geest liegt meist deutlich höher und zeichnet sich durch sandige Böden aus. Die Marsch hingegen ist meist flach und feucht.

Bodenbeschaffenheit  

2. Was ist im Hinblick auf die Bodenbeschaffenheit beim Bau der A 20 zu beachten?

Geestböden bestehen überwiegend aus Gletschersedimenten (Sande, Geschiebemergel, Ton, Schluff) und sind daher tragfähig. Bauwerke wie die Küstenautobahn können auf ihnen problemlos errichtet werden. Marschböden hingegen bestehen aus einer Vielzahl nachsteinzeitlicher Weichschichten. Sie sind daher nicht sehr tragfähig und müssen verfestigt werden, bevor größere Bauwerke auf ihnen errichtet werden können.


3. Wie wird der Marschboden für die Bebauung vorbereitet?

Um den Boden tragfähig zu machen, werden von der Landesbehörde zwei verschiedene Bauverfahren angewandt: das Überschütt- und das Bodenvollaustauschverfahren.


4. Wie läuft das „Überschüttverfahren“ ab?

Der Marschboden ist vergleichbar mit einem mit Wasser vollgesogenen Schwamm. Um den Boden zu verdichten und damit zu konsolidieren, wird das Wasser herausgepresst, indem Gewicht - in Form von Sand - auf dem Boden aufgebracht wird. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, werden Drainagen eingebracht. Wie durch Strohhalme kann das herausgepresste Wasser dadurch kontrolliert abfließen. Es wird dann in einem Ersatzgewässer zwischengespeichert, gereinigt, und anschließend dem normalen Wasserkreislauf zugeführt.

Durch umfangreiche Messtechnik und Begleitung durch Ingenieure und Gutachter kann ermittelt werden, wann der Boden ausreichend tragfähig ist, um den eigentlichen Straßenkörper herzustellen. Bis dahin muss der aufgeschüttete Sandkörper für eine gewisse Zeit auf dem Boden aufliegen. Eine Liegezeit von etwa einem bis zwei Jahren, je nach Mächtigkeit der zu entwässernden Schichten, kann durch Erfahrung beim Bau der A 26 im Bereich Stade angenommen werden.


5. Was versteht man unter dem „Bodenvollaustauschverfahren“?

Beim Bodenvollaustauschverfahren werden die nicht tragfähigen Schichten unter der Autobahntrasse komplett ausgetauscht und durch tragfähigen Boden (meist Sande) ersetzt. Anwendung findet das Verfahren vor allem im Übergangsbereich zwischen Geest und Marsch, in denen die Mächtigkeit der nicht tragfähigen Schichten nur im geringen Maß von rund zwei bis drei Metern besteht. Bei mächtigeren Schichten ist dieses Verfahren nicht mehr wirtschaftlich anwendbar.


6. In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Teil der A 20, der ebenfalls auf weichem Untergrund gebaut wurde, weggebrochen. Kann so etwas auch beim niedersächsischen Teil der Küstenautobahn passieren?

Nein. In Mecklenburg-Vorpommern wurde der betroffene Teil der Autobahn auf unterirdischen Stelzen aus Beton gebaut, die gebrochen sind. Da die Verfahren, die in Niedersachsen Anwendung finden, gänzlich verschieden sind (vgl. z. B. Frage 4, „Überschüttverfahren“), ist ein derartiger Einbruch der Fahrbahn nicht möglich.

Häufig gestellte Fragen
 

Erklärvideo zum Baugrund.

 

Erklärvideo zum Baugrund (plattdeutsch).

Schematische Darstellung der Bodenbeschaffenheit in den Bauabschnitten der Küstenautobahn  

Schematische Darstellung der Bodenbeschaffenheit in den Bauabschnitten der Küstenautobahn.

Schematische Darstellung der Stabilisierung des Marschbodens durch Überschüttung  

Schematische Darstellung der Stabilisierung des Marschbodens durch Überschüttung.

Schematische Darstellung des Bodenvollaustauschs  

Schematische Darstellung des Bodenvollaustauschs.

Artikel-Informationen

14.08.2018

Ansprechpartner/in:
Sebastian Mannl

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Regionaler Geschäftsbereich Oldenburg
Leiter Projektgruppe Küstenautobahn
Kaiserstraße 27
26122 Oldenburg
Tel: (0441) 2181-156
Fax: (0441) 2181-222

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