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Winterdienst und Salzmanagement

Rund 600 Fahrzeuge stehen für die Wintersaison bereit – Lagerkapazitäten für rund 150.000 Tonnen Streusalz


Der Winterdienst der niedersächsischen Straßenbauverwaltung wird von ihren 74 Straßen- und Autobahnmeistereien (55 SM, 16 AM, 2 SAM) wahrgenommen und ist gut für die Wintersaison, die von Mitte Oktober bis Ende April eines jeden Jahres dauert, gerüstet. Insgesamt stehen über 600 Winterdienstfahrzeuge für den Einsatz bereit - 150 für die Autobahnen, 450 für die Bundes- und Landesstraßen. Auch für die Wintersaison 2017/ 2018 stehen in über 110 Streugutlagern in Niedersachsen Lagerkapazitäten für rund 150.000 Tonnen Streusalz zur Verfügung.

Verbraucht wurden in der abgelaufenen Saison 2016/ 2017 knapp 96.000 t.

Rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich im Winter um schnee- und eisfreie Straßen in Niedersachsen - 475 auf den Autobahnen und 925 auf den Bundes- und Landesstraßen. Zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft werden bei Bedarf zusätzliche Winterdienstfahrzeuge angemietet. Ziel ist eine Befahrbarkeit der Autobahnen rund um die Uhr sowie der Bundes- und Landesstraßen zwischen 6 und 22 Uhr. Damit kommt die niedersächsische Straßenbauverwaltung u. a. der Vorgabe des Bundesfernstraßengesetzes nach, den Räum- und Streudienst "nach besten Kräften" zu gewährleisten (§ 3 Abs. 3 FStrG).

Eingesetzt wird dabei u. a. das bundesweite Straßenzustands- und Wetterinformationssystem (SWIS) des Deutschen Wetterdienstes. Damit kann auf kritische Wetterlagen kurzfristig reagiert werden, so dass die Einsatzkräfte rechtzeitig verfügbar sind.

In jeder Wintersaison gilt: Sobald im laufenden Betrieb der Bestand 80 Prozent der Lagerkapazität unterschreitet, wird Salz nachbestellt. Außerdem sind in den Lieferverträgen Mindestliefermengen pro Kalendertag festgeschrieben, die eine sichere Versorgung aller Landesteile mit Streugut gewährleisten sollen.

Trotzdem kann der Winterdienst nicht gleichzeitig überall sein. Deshalb gilt die einfache Regel: Bei Glätte Fuß vom Gas und sicher ankommen!

Bildrechte: Karl Johaentges  
Winterdienst auf der Autobahn: Blick aus der Fahrerkabine.

Salzmanagement

In Niedersachsen wurden in den letzten Jahren durchschnittlich 110.000 Tonnen Streusalz über die gesamte Wintersaison verbraucht.

Die besondere Situation im Winterdienst de Winterperiode 2009/ 2010, als 220.000 Tonnen Salz verbraucht wurden, in Verbindung mit massiven Schwierigkeiten bei der Bereitstellung ausreichender Salzmengen hatte in Verwaltung und Politik, aber auch in weiten Teilen der Öffentlichkeit zu intensiven Diskussionen geführt. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat sich daher im Winter 2010/ 2011 dazu entschlossen, in diesem Bereich der Materialbewirtschaftung ein zentral gesteuertes Management einzuführen. Dieses Salzmanagement beinhaltet Grundsatzfragen für die Bereiche Bedarfsermittlung, Einkauf, Lagerhaltung, Transportlogistik und Bestandsüberwachung, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterentwicklung im Bereich der Streu- und Räumtechniken. Zudem waren die Lagerkapazitäten für Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Niedersachsen kurzfristig auf rund 150.000 Tonnen in etwa verdoppelt worden.

Bei den Aufgaben, die konkret mit dem Salzmanagement verbunden sind, handelt es sich im Einzelnen um:

  • die landesweite Beobachtung des Salzeinsatzes (Salzlagerkapazitäten, Salzbestände, Salzverträge, Liefersituation u. a.),
  • die Weiterentwicklung der eingesetzten Software zur Dokumentation der aktuellen Salzlagerkapazitäten, Salzbestände und -verbräuche,
  • die zentrale Verteilung von Streusalz an alle regionalen Geschäftsbereiche in Zeiten eventueller Salzknappheit,
  • die Bearbeitung von allgemeinen Fragestellungen im Zusammenhang mit Winterdienst und die Beantwortung von Anfragen und Beschwerden aus der Öffentlichkeit,
  • die Bedarfsermittlung des Erhaltungs- und Erweiterungsbedarfes der Streugutlagerstätten, Entwicklung entsprechender Bauprogramme und Umsetzung der Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums zur Optimierung der Salzversorgung,
  • die Entwicklung und Umsetzung bzw. Begleitung von Konzepten zur Optimierung der Streugutlagerhaltung und -erweiterung sowie
  • die Entwicklung und Umsetzung von Erprobungen neuer Streu- und Räumtechniken; beispielweise sind seit der Saison 2015/ 2016 alle Autobahnmeistereien mit Gerätschaften für eine präventive Sole-Sprühung (FS 100) ergänzend zur regulären FS-30-Streuung ausgestattet.

Mit dem Instrument Salzmanagement will die Landesbehörde Beschaffung, Verteilung und Einsatz von Streusalz in der Wintersaison weiter optimieren.

Bildrechte: Karl Johaentges

Winterdienst auf der Autobahn.

Bildrechte: Karl Johaentges  

Streufahrzeuge werden unter den Salzsilos für ihren nächsten Einsatz beladen.

Artikel-Informationen

06.10.2017

Ansprechpartner/in:
Wolfgang Metz

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernatsleiter 23 (Betrieb/ Verkehr)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-2605
Fax: (0511) 3034-2099

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