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Verlegung der B 243 zwischen Bad Lauterberg und Landesgrenze Thüringen

Baubeginn für die Ortsumgehung Barbis (VKE 2) am 30. Oktober 2008

Verlegung der B 243: die Verkehrseinheiten (VKE)

Die Bundesstraße 243 im Südharzraum soll verlegt werden: die Verkehrseinheit (VKE) 2 bildet die Ortsumgehung Barbis, die VKE 3 führt als Teil der Ortsumgehung Mackenrode nach Thüringen.

Der Bau der Ortsumgehung Barbis (Landkreis Osterode am Harz) im Zuge der Bundesstraße 243 hat am 30. Oktober 2008 mit dem feierlichen ersten Spatenstich durch Wolfgang Tiefensee, seinerzeit Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, und Walter Hirche, seinerzeit niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, begonnen.

Die Bauarbeiten an der Odertalbrücke (Bauwerk Lau 1) haben im Spätsommer 2009 begonnen.

Der Bau der Ortsumgehung Barbis ist als so genannte Verkehrseinheit 2 Teil der Verlegung der Bundesstraße 243 im Südharzraum. Die im Bundesverkehrswegeplan 2003 und im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen im vordringlichen Bedarf vorgesehene Verlegung der Bundesstraße 243 von Bad Lauterberg (B 27) bis Nordhausen hat eine Länge von rund 28 km, davon liegen 13 km in Niedersachsen und 15 km in Thüringen. In Niedersachsen ist die B 243 in zwei Verkehrseinheiten (VKE 2 und 3) unterteilt. Die VKE 4 liegt bereits in Thüringen und bildet zusammen mit der VKE 3 die Ortsumgehung Mackenrode.

Verkehrsbedeutung der B 243 und Notwendigkeit der Verlegung

Die B 243 besitzt im Südharzraum eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Thüringen. Sie verbindet die Südharzstädte Osterode, Herzberg, Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Mackenrode und Nordhausen mit dem Autobahnnetz und dient als südliche Verteilungsschiene für den Harz. Die B 243 hat somit eine große Bedeutung sowohl für die Wirtschaft als auch für den Tourismus.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat der Verkehr auch auf der B 243 sehr stark zugenommen. Aus der hohen Verkehrsbelastung und der dafür nicht dimensionierten B 243 resultieren hohe Lärm- und Schadstoffimmissionen in den Ortsdurchfahrten. Die vorhandene Streckencharakteristik der B 243 ist in weiten Teilen von den Ortsdurchfahrten, z. B. der Ortschaft Barbis, geprägt. Hier ist der auf der B 243 zu erwartende Verkehr mit den gegebenen städtebaulichen Funktionen unverträglich. Der Ausbauzustand der Ortsdurchfahrten entspricht bereits heute nicht mehr den Anforderungen, die sich aus den Verkehrsbelastungen ableiten.

Die bestehende Situation ist darüber hinaus nicht geeignet, die wirtschaftliche Integration der neuen Bundesländer zu fördern. Daraus leitet sich der Bedarf nach einer leistungsfähigen Verkehrsverbindung zwischen der A 7 im Raum Seesen und der A 38 im Raum Nordhausen (Eckverbindung) ab, die gleichzeitig eine Entlastung der derzeit noch bestehenden Ortsdurchfahrten ermöglicht.

Aufgrund der oben beschriebenen bestehenden Verhältnisse und der zu erwartenden Verkehrsentwicklung ist die Verlegung der B 243 unumgänglich. Damit wird eine großräumige Bundesstraßenverbindung geschaffen, die gleichzeitig die Ortsdurchfahrten erheblich entlastet.

Das Bauwerk Lau 1, die geplante Odertalbrücke (Fotomontage)

Das Bauwerk Lau 1, die geplante Odertalbrücke (Fotomontage).

Die Verkehrseinheit 2 (Ortsumgehung Barbis)

Die Verkehrseinheit 2 von westlich Bad Lauterberg (Anschluss an die B 27) bis südlich der Anschlussstelle der L 604 (Bad Sachsa) liegt vollständig in Niedersachsen. Der Planfeststellungsbeschluss für diesen Abschnitt ist am 30. Dezember 2005 ergangen.

Die VKE 2 ist vierstreifig ausgelegt und beginnt bei Bau-km 10+775 am westlichen Widerlager der Odertalbrücke und endet bei Bau-km 19+350. Die Länge der Baustrecke der B 243 beträgt rund 8,6 km. Die verlegte B 243 wird östlich der Anschlussstelle Zoll direkt aus der von Westen kommenden B 27 abzweigen. Die vorhandene B 27 aus Richtung Westen wird mit zwei Richtungsfahrbahnen in Form eines Abzweiges an die B 27 aus Richtung Bad Lauterberg angeschlossen.

Die K 32 aus Richtung Bad Lauterberg und die L 604 aus Richtung Bad Sachsa werden mit je einer Anschlussstelle an die B 243 angeschlossen. Im Zuge der VKE 2 entstehen außerdem zehn Brückenbauwerke. Das wichtigste Bauwerk ist hierbei die Lau1, die rund 500 Meter lange Odertalbrücke, die direkt ab Beginn der Baustrecke bei Bad Lauterberg das Odertal überspannt. Die Bauwerke im einzelnen:

  • Lau 1: Odertalbrücke
  • Lau 2: Geh- und Radwegbrücke
  • Lau 3: Unterführung eines Wirtschaftsweges
  • Lau 4: Unterführung einer Verbindungsstraße
  • Lau 5: Talbrücke über die K 32
  • Lau 6: Unterführung eines Wirtschaftsweges
  • Lau 7: Überführung eines neuen Wirtschaftsweges
  • BSa 1: Unterführung der L 604
  • BSa 2: Unterführung DB-Strecke und eines Wirtschaftsweges
  • BSa 3: Unterführung eines Verbindungsweges

Die Baukosten belaufen sich auf rund 77,95 Millionen Euro (einschließlich rund 3,23 Millionen Euro für den Grunderwerb).

Die Verkehrseinheit 3 (niedersächsischer Teil der Ortsumgehung Mackenrode)

Der Planfeststellungsabschnitt mit der Verkehrseinheit 3 beginnt bei Bau-km 19+330 im Anschluss an die bereits planfestgestellte VKE 2 und endet bei Bau-km 22+985 an der Landesgrenze Niedersachsen/ Thüringen. Die Länge der Baustrecke beträgt rund 3,7 km.

Der Vorentwurf wurde im November 2007 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung genehmigt. Das Planfeststellungsverfahren wurde am 12. September 2008 eingeleitet. Betroffen von der Neubaumaßnahme werden die Gemarkungen Steina und Tettenborn des Landkreises Osterode am Harz sein. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 20. November 2009. Der Beschluss wurde beklagt. Nach Rücknahme der Klage wurde das Gerichtsverfahren durch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg am 23. März 2010 eingestellt. Der Planfeststellungsbeschluss ist damit unanfechtbar.

Bundesstraße 243

Presseinformation

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