Feierliche Verkehrsfreigabe am 6. Dezember 2011 – ergänzende Brückenarbeiten bis Ende Juni 2012
Die A 29 wurde im Bereich Wilhelmshaven um rund 3 km auf der vorhandenen Trasse des Niedersachsendamms in nordöstlicher Richtung verlängert. Für die Baumaßnahme war der Planfeststellungsbeschluss am 31. März 2008 ergangen (seit 11. Juni 2008 unanfechtbar). Der feierliche erste Spatenstich erfolgte am 19. November 2008. Die Verkehrsfreigabe durch Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, und Jörg Bode, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, fand am 6. Dezember 2011 statt.
Die Baukosten belaufen sich auf rund 16,9 Millionen Euro. Davon trägt der Bund 14,8 Millionen Euro; den Rest tragen die Stadt Wilhelmshaven und die Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft.
Vorgeschichte der Planung und Darstellung der Verkehrsverhältnisse
Der Bau der Autobahn 29 wurde mit dem Endpunkt an der Anschlussstelle Fedderwardergroden (AS 2) in den 1970er Jahren in Wilhelmshaven realisiert. Als Fortführung der Autobahn baute die Stadt Wilhelmshaven eine einbahnige Stadtstraße (Niedersachsendamm) bis zur "Niedersachsenbrücke" am Jadebusen.
Im Rahmen der weiteren Gesamtentwicklung des nördlichen Stadtbereiches sowie durch den geplanten Bau des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port und die geplante Ausweisung von großflächigen Industrie- und Gewerbeflächen in den Grodengebieten wird auf dem Niedersachsendamm künftig ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen erwartet.
Bislang nahm der Niedersachsendamm als Verlängerung der Autobahn 29 über Preußenstraße/ Mövenstraße, Knoten Flutstraße und "Am Tiefen Fahrwasser" die gesamten Verkehre auf, die im nördlichen und nordöstlichen Bereich von Wilhelmshaven entstehen. Dieses Verkehrsaufkommen belastete insbesondere auch die höhengleiche Kreuzung mit der Flutstraße, die in den letzten Jahren ständig den verkehrlichen Erfordernissen angepasst wurde. Diese Kreuzung bildete dennoch einen verkehrlichen Brennpunkt innerhalb des städtischen Verkehrsnetzes.
Planerische Beschreibung
Der bisherige Endpunkt der A 29 befand sich im Bereich der Anschlussstelle Fedderwardergroden bei Autobahnkilometer 92,480. Hier ging die Autobahn in den Niedersachsendamm über. Diese Straße wurde zur Bundesautobahn ausgebaut. Der neue Endpunkt der verlängerten A 29 wurde etwa 85 m vor der jetzigen Einmündung Niedersachsendamm/ "Am Tiefen Fahrwasser" als Kreisverkehrsplatz ausgebildet, an den die kommunalen Straßen angebunden wurden.
Neben dem Streckenausbau wurden folgende Bauwerke (Bw) hergestellt:
- Bw 1: Geh- und Radwegunterführung Voslapp
Dieses Bauwerk wurde auf der nördlichen Seite im Verlauf der neuen Trasse verbreitert. Die vorhandene Brücke aus dem Jahre 1974 wurde im Rahmen der üblichen Bauwerksüberprüfungen und Unterhaltungsarbeiten überprüft und instandgesetzt und kann nach Anpassung an den neuen Straßenquerschnitt ohne Einschränkungen genutzt werden. - Bw 2: Flutstraße
Dieses Bauwerk wurde zur Schaffung eines planfreien Knotenpunktes und zur Unterführung der Flutstraße an dieser Stelle neu erstellt. - Bw 3: Friesendamm
Erstellung der Unterführung der Straße "Friesendamm" und des Industriegleises. Die Eisenbahnbrücke wurde nördlich des vorhandenen Bauwerkes aus dem Jahre 1975 zur Aufnahme der Richtungsfahrbahn Oldenburg neu erstellt.
Des Weiteren erfolgte ein verkehrsgerechter Anschluss des örtlichen Straßennetzes an das überregionale Straßennetz durch den Ausbau nachfolgender Anschlussstellen an die Autobahn wie folgt:
- Anschlussstelle "Preußenstraße"
Die Auffahrt Fedderwardergroden an der Möwenstraße in Richtung Oldenburg wurde zurückgebaut. Ersatzweise wurde von der Preußenstraße eine neue Auffahrt in Richtung Oldenburg hergestellt und für den Verkehr freigegeben. - Anschlussstelle "Flutstraße"
Die neue Autobahn ist zukünftig an der Flutstraße über eine Auffahrt in Richtung Oldenburg zu befahren. Die Abfahrt ermöglicht das Erreichen der Flutstraße von der Autobahn aus Richtung Oldenburg. - Anschlussstelle "Fedderwarden"
Im Zuge der Autobahnverlängerung ist der Ausbau der Anschlussstelle „Fedderwarden" ausgeführt worden. Diese Anschlussstelle hat eine Abfahrt für den Verkehr aus Richtung Fedderwarden kommend auf die L 810 (Hooksieler Landstraße) und eine Auffahrt für den Verkehr der Hooksieler Landstraße in Richtung Fedderwarden erhalten.
Nach Abschluss der eigentlichen Bauarbeiten erfolgt in der nachfolgenden Pflanzperiode die Ausführung der landschaftspflegerischen Maßnahmen.
Ergänzend wird im Zeitraum von Anfang April 2012 bis voraussichtlich Ende Juni 2012 noch das Brückenbauwerk über die Preußen- und Möwenstraße, das sich westlich der ausgebauten Verlängerung der A 29 befindet, saniert. Neben erforderlichen Betoninstandsetzungsarbeiten ist insbesondere der Austausch sämtlicher Übergangskonstruktionen an den Widerlagern erforderlich. Um diese unter laufendem Verkehr erneuern zu können, ist eine einspurige Verkehrsführung auf beiden Richtungsfahrbahnen der A 29 notwendig.
Niedersachsen Portal