Die A 20 ("Ostseeautobahn") ist Teil einer großräumigen nördlichen Ost-West-Verbindung zwischen Polen und Westeuropa. Der Neubau ist von großer Bedeutung für den gesamten norddeutschen Raum und stellt darüber hinaus einen wichtigen Baustein für das transeuropäische Verkehrsnetz dar. Durch die neuesten wirtschaftlichen Entwicklungen in Skandinavien, die Fertigstellung der Tunnel- und Brückenbauwerke in der Öresund-Region und nicht zuletzt durch die Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung in Norddeutschland, wie z. B. die Planung zum Ausbau des Hafens Wilhelmshaven, wird ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet, das nur durch eine leistungsfähige Fernstraße aufgenommen werden kann.
In Schleswig-Holstein ist die Autobahn 20 zwischen der A 1 bei Lübeck und der Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern als Bestandteil der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE-Nr. 10) bereits realisiert. Die Nord-West-Umfahrung Hamburgs mit Elbquerung (Tunnel) zwischen Glückstadt und Drochtersen setzt die A 20 nach Niedersachsen hin fort.
Hier trifft die A 20 bei Drochtersen (Landkreis Stade) auf die zurzeit in Bau und Planung befindliche Autobahn 26, die über Stade an die A 7 südlich von Hamburg anknüpft, und die Küstenautobahn A 22, die nach der gegenwärtigen Planung die Führung der großräumigen Verkehrsströme in Niedersachsen übernehmen soll. Diese soll über den Wesertunnel südlich von Bremerhaven verlaufen und bei Westerstede an die A 28 anschließen.
Für den Abschnitt der A 26 von der Kreissstraße 28 bis zum Autobahndreieck mit den Autobahnen 20 und 22 sowie für den Abschnitt der A 20 vom Dreieck bis zur Landesgrenze mit Schleswig-Holstein (Elbmitte) wurde das Planfeststellungsverfahren am 16. April 2009 eingeleitet. Das entsprechende Verfahren in Schleswig-Holstein für den Abschnitt von der Elbmitte bis zur geplanten Anschlussstelle der B 431 bei Glückstadt läuft ebenfalls; weitere Informationen hierzu auf den Seiten des Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr Schleswig-Holstein.
Beschreibung der Verkehrsverhältnisse
Die durch die Bundesstraßen B 73, B 495, B 206, B 404 und B 209 umgrenzte Metropolregion Hamburg stellt einen Engpass im norddeutschen Fernstraßennetz dar. Eine grundlegende Verbesserung dieser unbefriedigenden Situation kann nur durch eine weiträumige Umfahrung der Region Hamburg erreicht werden. Schon vor der deutschen Wiedervereinigung zeigten sich erhebliche Überlastungen des Fernstraßennetzes im Ballungsraum Hamburg. Hiervon war besonders die A 7 mit dem Elbtunnel betroffen.
Nach der Wiedervereinigung und der Grenzöffnung zu den osteuropäischen Ländern hat sich der Transitverkehr in Ost-West-Richtung deutlich verstärkt. Sowohl im Süden als auch im Norden von Hamburg ist besonders die A 7 stark belastet und es kommt regelmäßig zu Staubildungen, wobei sich der Elbtunnel als anfälligstes "Nadelöhr" darstellt.