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Fernmeldemeistereien

Standorte Oyten und Hannover sorgen für technisch moderne Fernmelde- und Notrufsysteme


Zwei Fernmeldemeistereien sind in Niedersachsen für die Betreuung und Sicherung sämtlicher fernmeldetechnischen Einrichtungen der Straßenbauverwaltung verantwortlich: Oyten und Hannover.

Die Aufgaben der Fernmeldemeistereien liegen im Aufbau und Betrieb sowie in der Instandhaltung von technischen Anlagen und Telekommunikationssystemen an den Bundesautobahnen, in den Autobahn- und Straßenmeistereien und den Geschäftsstellen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Diese Aufgaben lassen sich in folgende Fachbereiche gliedern:


Kabeltechnik
Der Fachbereich Kabeltechnik beinhaltet das Autobahn-Streckenfernmeldekabel in Kupferkabelausführung und die Kommunikationsverbindungen in Lichtwellenleitertechnik. Es werden unter anderem folgende Techniken über die bundeseigenen Kabelwege betrieben:

  • AUSA-Netz ("Autobahn-Selbstwähl-Anlage"; verwaltungseigenes, bundesweites Telefonnetz) in ISDN-Technik,
  • analoge und digitale Übertragungssysteme (SDH, PCM 30, WAN, LAN),
  • Datenübertragung für Verkehrsbeeinflussungsanlagen und Straßenzustands- und Wetterinformationssystem,
  • Notrufsäulen in Digitaltechnik,
  • Videoüberwachung von Tunneln.

Bei Bauarbeiten im Erdbereich der Autobahn erfolgt durch die Kabelabteilung der Fernmeldemeistereien eine Trassierung des Streckenfernmeldekabels, um Beschädigungen und daraus resultierend Ausfälle der Kommunikationsverbindungen zu vermeiden. Die Meistereien sind auch Ansprechpartner bei entstandenen Beschädigungen am Fernmeldekabelnetz und bei der Ortung und Eingrenzung von Kabelschäden bei Übertragungsstörungen. Die Aufgabe der Kabelabteilung umfasst des Weiteren die Betreuung der Kabelschächte an den Bundesautobahnen.


Autobahn-Notruftechnik
Der Fachbereich Autobahn-Notruftechnik ist für die Notrufsäulen sowie für die Kommunikationsschnittstellen zur Notrufabfrageweiterschaltung zum GDV-Callcenter nach Hamburg, dem so genannten "Notruf der Autoversicherer", zuständig. In Niedersachsen werden ausschließlich digitale Notrufsäulen vom Typ NRS 2000 betrieben. Bei Modernisierungsbaumaßnahmen der Bundesautobahnen werden die Notrufsäulen demontiert, generalüberholt, bei Bedarf lackiert und wieder installiert.


Straßenzustands- und Wetterinformationssystem (SWIS)
Die Fachgruppe SWIS ist für die Unterhaltung und Wartung sowie technische Neuerungen und Planung des Straßenzustands- und Wetterinformationssystems zuständig. Das bundesweite SWIS wurde in Zusammenarbeit des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit dem Bundesverkehrsministerium und den Straßenbauverwaltungen der Länder entwickelt. Zum SWIS gehören die Umfelddatenmessstellen und Glättemeldeanlagen an Bundesautobahnen und Bundesstraßen, an denen über atmosphärische Sonden und Fahrbahnsonden Umfelddaten erfasst werden. Über Kommunikationsschnittstellen werden diese Messdaten dann an SWIS-Rechnerzentralen gesendet und mit anderen Wetterdaten des DWD zusammengeführt. Die Straßen- und Autobahnmeistereien beziehen von dort Wetterdaten und Wetterberichte und können im Winterdienst durch dieses Informationssystem die Ressourcen rechtzeitig und gezielt einsetzen.


Verlegeaufsicht
Eine Gewährleistung eines möglichst störungsfreien Betriebes des Kabelnetzes beginnt bereits bei der Verlegung der empfindlichen Kabeltypen. Die Aufgabe der Verlegeaufsicht ist die Kontrolle der fachgerechten Verlegung der Kabel und der Arbeiten am Kabel, zum Beispiel beim Verbinden der Kabel in Muffen, durch Fremdfirmen. Des Weiteren erfolgt die Dokumentation der verlegten Kabelstrecke. Die Beaufsichtigung umfasst sowohl die Autobahnneubaustrecken als auch die Arbeiten im Zuge der Modernisierung des Fernmeldekabels in Kupfer- oder Glasfasertechnik an bereits vorhandenen Autobahnstrecken.


Übertragungstechnik
Die Übertragung beziehungsweise der Austausch von analogen und digitalen Daten über das Kabelnetz (das heißt sowohl über Kupfer- als auch über Lichtwellenleiterkabel (LWL), erfolgt mit Hilfe von digitaler Übertragungstechnik, dem PCM-30-System (Pulse Code Modulation), welches die gleichzeitige Übertragung von 30 Kanälen auf zwei Kupferaderpaaren für Sprache und Daten gestattet. Die Digitalisierung der Daten erfolgt mit dem Ziel, immer größere Daten- und Informationsmengen über eine Leitung zu übertragen. Dazu wird vermehrt zusätzlich die SDH-Technik (Synchronous Digital Hierarchy) über LWL eingesetzt, bei der Datenraten von mehreren tausend Gesprächen gleichzeitig über einen einzigen Lichtwellenleiter möglich sind. Beispielsweise erfolgt die Übertragung der Videodaten vom Wesertunnel bei Dedesdorf zur zentralen Betriebsüberwachung zur Betriebs- und Tunnelzentrale nach Hannover streckenweise über ein SDH-System.


Die Notrufsäulen an Bundesautobahnen in Niedersachsen werden ausschließlich in Digitaltechnik betrieben  
Die Notrufsäulen an Bundesautobahnen in Niedersachsen werden ausschließlich in Digitaltechnik betrieben.
Notrufsäule an einer Bundesautobahn in Niedersachsen  

Notrufsäule an einer Bundesautobahn in Niedersachsen.

SWIS-Mast zur Bestimmung der Wetterlage  

SWIS-Mast zur Bestimmung der Wetterlage.

Fahrbahnsonde zur Ermittlung von Umfelddaten  

Fahrbahnsonde zur Ermittlung von Umfelddaten.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Joachim Ernst

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Geschäftsbereichsleiter 4 (Mobilitätsmanagement)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-2214
Fax: (0511) 3034-2099

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