Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr klar

Neubau und Betrieb einer kombinierten 380-kV-Höchstspannungsfrei- und -erdkabelleitung zwischen dem Umspannwerk Dörpen West und Punkt Meppen

Planfeststellungsverfahren – Planänderung


Das Energieversorgungsunternehmen Tennet TSO GmbH (Vorhabenträgerin) hat für das Vorhaben "Neubau und Betrieb einer kombinierten 380-kV-Höchstspannungsfrei- und -erdkabelleitung Nr. 314 zwischen dem Umspannwerk Dörpen West und Punkt Meppen in den Samtgemeinden Dörpen und Lathen und in den Städten Haren (Ems) und Meppen im Landkreis Emsland" die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach dem Energiewirtschaftsgesetz bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Planfeststellungsbehörde) beantragt.

Erreicht werden soll mit diesem Vorhaben die Erhöhung der Übertragungskapazität zwischen der nordwestlichen Küstenregion und der Region Niederrhein. Die 380-kV-Verbindung zwischen dem Raum Diele/ Dörpen dient vor allem dem Abtransport der Energie aus Offshore- und Onshore-Windparks, die im Raum Diele bzw. Dörpen angeschlossen werden bzw. bereits angeschlossen sind.

Die vorliegende Planung umfasst die Errichtung und den Betrieb einer kombinierten 380-kV-Höchstspannungsfrei- und -erdkabelleitung Nr. 314 zwischen dem Umspannwerk (UW) Dörpen West und dem Übergabepunkt Mast 68 (Punkt Meppen) westlich von Meppen. Der beantragte Leitungsabschnitt (Abschnitt 8) ist der nördlichste von insgesamt acht planfestzustellenden Abschnitten, in welche die geplante 380-kV-Leitung zwischen dem Umspannwerk Dörpen West bis Wesel am Niederrhein aufgeteilt ist (sechs Abschnitte in Nordrhein-Westfalen und zwei Abschnitte in Niedersachsen).

Der beantragte Abschnitt 8 hat eine Länge von etwa 31,3 km und verläuft in Nord-Süd-Richtung durch den Landkreis Emsland beginnend in der Samtgemeinde Dörpen durch das Gebiet der Samtgemeinde Lathen und der Stadt Haren (Ems) und endet im Gebiet der Stadt Meppen.

Im Leitungsverlauf wird ein Teilabschnitt als Erdverkabelung geplant. Dieser Teilabschnitt befindet sich im Gebiet der Stadt Haren (Ems) im Bereich zwischen Dankern und Segberg. Die Länge des Teilverkabelungsabschnittes beträgt ca. 3,1 km.

Bei der beantragten kombinierten 380-kV-Höchstspannungsfrei- und -erdkabelleitung handelt es sich um ein Vorhaben im Sinne des § 1 des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), für das ein vordringlicher Bedarf besteht. Es gehört zu den vier Pilotvorhaben, für die § 2 EnLAG vorsieht, dass der Einsatz eines Erdkabels getestet werden kann.

Das für den Bau notwendige Planfeststellungsverfahren ist am 30. Oktober 2014 eingeleitet worden. Die Planunterlagen haben in der Zeit vom 3. November 2014 bis einschließlich 2. Dezember 2014 bei folgenden Gemeinden zur allgemeinen Einsichtnahme öffentlich ausgelegen: Samtgemeinde Dörpen, Samtgemeinde Lathen, Stadt Haren (Ems) und Stadt Meppen. Zusätzlich waren die Planunterlagen in dem o. a. Auslegungszeitraum über einen Link auf den Internetseiten der Auslegungsgemeinden online bei der Vorhabenträgerin einsehbar.

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte bis einschließlich 16. Dezember 2014 Einwendungen gegen den Plan erheben. Einwendungen mussten den geltend gemachten Belang und das Maß der Beeinträchtigung erkennen lassen. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind weitere Einwendungen vom Verfahren ausgeschlossen.

Eingegangen sind rund 45 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und rund 60 Einwendungen von Privatpersonen und anerkannten Naturschutzvereinigungen. Haupteinwendungspunkte sind die Forderung nach weiteren Erdverkabelungsabschnitten, die Besorgnis vor negativen Auswirkungen der Freileitung auf die Gesundheit der Anwohner, Lärm- und Geräuschemissionen, Nichteinhaltung der Abstandsregelungen, ein befürchteter Wertverlust von Immobilien bei Errichtung der Freileitung, Bewirtschaftungserschwernisse der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung bei einer Freileitung aber auch beim Erdkabelabschnitt, Störung des Landschaftsbildes, Bedenken gegen einzelne Maststandorte, Zweifel an der Notwendigkeit der Trasse insgesamt sowie eine fehlende Alternativenprüfung. Die Stellungnahmen und Einwendungen wurden der Antragstellerin zur Erstellung der Gegenäußerung übergeben. Der Erörterungstermin fand am 1. März 2016 in Dörpen und am 3. und 9. März 2016 in Haren (Ems) statt.

Aufgrund der Ergebnisse des Erörterungstermins hat die Vorhabenträgerin eine Planänderung beantragt. Wesentlicher Inhalt dieser Änderung ist die Verschiebung der Masten 25 und 28 in der Samtgemeinde Lathen sowie 58 und 59 in der Stadt Haren (Ems). Darüber hinaus ergeben sich Änderungen im Landschaftspflegerischen Begleitplan, insbesondere die Ergänzung um ein forstfachliches Gutachten sowie eine räumliche Änderung der CEF-Maßnahme „Kiebitz" in der Gemeinde Heede.

Die geänderten Planunterlagen haben in der Zeit vom 17. August 2016 bis einschließlich 16. September 2016 bei folgenden Gemeinden zur allgemeinen Einsichtnahme öffentlich ausgelegen: Samtgemeinde Dörpen, Samtgemeinde Lathen, Stadt Haren (Ems) und Stadt Meppen.

Zusätzlich waren die Planunterlagen in dem o. a. Auslegungszeitraum über einen Link auf den Internetseiten der Auslegungsgemeinden online bei der Vorhabenträgerin einsehbar.

Jeder, dessen Belange durch diese Planänderungen berührt werden, kann bis zwei Wochen nach Ende der Auslegung, also bis einschließlich 30. September 2016, bei den vorgenannten Stellen oder bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Dezernat 33, Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover, schriftlich oder zur Niederschrift Einwendungen gegen den Plan erheben. Einwendungen müssen den geltend gemachten Belang und das Maß seiner Beeinträchtigung erkennen lassen. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind Einwendungen vom Verfahren ausgeschlossen.

Einwendungen sind ausschließlich gegen die Änderungen in den Planunterlagen möglich, da die öffentliche Auslegung der ursprünglichen Planunterlagen bereits stattgefunden hat und die Einwendungsfrist hierfür bereits abgelaufen ist.

Das Verfahren wird fortgesetzt.



Die von der Vorhabenträgerin (Antragstellerin) eingereichten geänderten Übersichtspläne sowie der geänderte Erläuterungsbericht werden hier zur allgemeinen Information veröffentlicht. Die rechtlichen Vorgaben und Fristen des Planfeststellungsverfahrens bleiben hiervon unberührt. Ein Rechtsanspruch lässt sich aus dieser Veröffentlichung nicht ableiten.

Eingereichte Planunterlagen:

Hochspannungsfreileitung
Link zur Antragstellerin:

Artikel-Informationen

19.09.2016

Ansprechpartner/in:
Jürgen Kupka

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernat 33 (Planfeststellung)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0441) 2181-142
Fax: (0441) 2181-222

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