klar

Bau des Teilabschnitts B der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Wahle – Mecklar zwischen den Umspannwerken Lamspringe und Hardegsen

Planfeststellungsverfahren – Planänderung


Die Tennet TSO GmbH hat die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) für den Bau des Teilabschnittes B der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Wahle - Mecklar zwischen den Umspannwerken (UW) Lamspringe und Hardegsen sowie der Anbindungsleitung zum Pumpspeicherwerk Erzhausen beantragt.

Die Planung umfasst die Errichtung und den Betrieb der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Wahle - Mecklar (LH-10-3034), als Teilabschnitt B zwischen dem geplanten Umspannwerk Lamspringe und dem Umspannwerk Hardegsen, die im Wesentlichen als Freileitung verwirklicht werden soll. Zu diesem Abschnitt gehört die Anbindung des Pumpspeicherkraftwerks Erzhausen (LH-10-3035), die über die bestehende Schaltanlage Erzhausen in die Haupttrasse mittels einer Kraftwerksanschlussleitung, Kabelanlage und einer Kabelübergangsanlage integriert wird.

Der Umbau der Schaltanlage Erzhausen auf die 380-kV-Ebene ist nicht Bestandteil des vorliegenden Antrags.

Der Neubau erfolgt vorrangig in neuer Trasse. Lediglich in ihrem Mastbereich B100 - B104 erfolgt die Errichtung in der Trasse der bestehenden und abzubauenden 220-kV-Freileitung der Tennet TSO GmbH (LH-10-2001).

Die Freileitung hat eine Länge von ca. 50 Kilometern und verläuft in Nord-Süd-Richtung beginnend im Landkreis Hildesheim (Gemeinde Lamspringe der Samtgemeinde Lamspringe) und weiterführend durch den Landkreis Northeim durch das Gebiet der Stadt Bad Gandersheim, der Stadt Einbeck, der Stadt Moringen sowie der Stadt Hardegsen.

Der Leitungsverlauf beginnt im Umspannwerk Lamspringe und führt in südlicher Richtung über die Gemeinde Landwehr bis nördlich von Heckenbeck. Dort verschwenkt sie in südwestliche Richtung, hinweg über das Leinetal bei Bruchhof in Richtung Naensen und verläuft dann parallel in südlicher Richtung entlang der B 64 über Brunsen und Hallensen. Dort führt sie westlich an Einbeck in südliche Richtung weiter, vorbei an Odagsen bis zum Böllenberg. Nordöstlich von Moringen wird sie vorbei an Schnedinghausen und Thüdinghausen bis in das Umspannwerk Hardegsen geführt.

Im Zuge der Umsetzung dieses Plans ist auch der Rückbau der bestehenden 220-kV-Leitung Lehrte - Hardegsen der Tennet TSO GmbH (LH-10-2001) geplant. Da derzeit das Pumpspeicherwerk Erzhausen über diese abzubauende Leitung angebunden ist, bedarf es einer neuen Kraftwerksanschlussleitung für das Pumpspeicherkraftwerk. Die neue Einbindung des Pumpspeicherkraftwerks Erzhausen erfolgt an Mast B026 der Hauptleitung nahe der Landesstraße 487 zur Kabelübergangsanlage. Von der Kabelübergangsanlage wird die 380-kV-Leitung nordwestlich um Erzhausen zur Schaltanlage Erzhausen als Erdkabel verlegt. Von der Schaltanlage Erzhausen wird sodann über ein weiteres Erdkabel der Anschluss des Pumpspeicherwerkes erfolgen.

Gegenstand des Plans „380-kV-Leitung Wahle - Mecklar, Teilabschnitt B" sind außerdem die Mitführung der 110-kV-Bahnstromleitung Kreiensen - Rethen der DB Energie GmbH von ihrem Mast 9837 bis Mast 9820 sowie die zweimalige Mitnahme der 110-kV-Freileitung Godenau - Hardegsen der Eon Netz von ihrem Mast 066 bis Mast 072 und von Mast 140 bis Mast 146 auf der neuen Leitung.

Ferner umfasst der Plan den Rückbau der nicht mehr benötigten Abschnitte der mitgeführten Leitungen sowie den Rückbau der bestehenden 220-kV-Freileitungen Godenau - Hardegsen (LH-10-2001) sowie dem Abzweig Erzhausen (LH-10-2013) der Tennet TSO GmbH.

Die Planunterlagen haben in der Zeit vom 10. Juni 2014 bis einschließlich 9. Juli 2014 in den Städten Alfeld (Leine), Bad Gandersheim, Einbeck, Northeim, Moringen, Hardegsen, in den Samtgemeinden Lamspringe und Freden sowie in den Flecken Delligsen und Nörten-Hardenberg zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen.

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte bis einschließlich 23. Juli 2014 Einwendungen gegen den Plan erheben. Einwendungen nach Ablauf der vorgenannten Einwendungsfrist sind ausgeschlossen.

Eingegangen sind 53 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und 283 Einwendungen Privater. Schwerpunkte der Einwendungen sind u. a. die Forderung nach einer Erdkabelverlegung und der Verwendung anderer Masttypen, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder, Wertverlust der Immobilien, mögliche negative Auswirkungen auf die Tierwelt sowie Bewirtschaftungseinschränkungen durch vorgesehene Maststandorte. Auch die Forderung nach einem geänderten Trassenverlauf, insbesondere im Bereich der Städte Einbeck, Bad Gandersheim und Moringen, stellt einen Einwendungsschwerpunkt dar. Die Stellungnahmen und Einwendungen wurden der Vorhabenträgerin (Antragstellerin) zur Erstellung der Gegenäußerungen übergeben.

Die ursprüngliche Planung hat sich auch aufgrund der zur seinerzeitigen Auslegung vorgetragenen Stellungnahmen und Einwendungen geändert bzw. ist ergänzt und aktualisiert worden. Die Planänderungen betreffen im Wesentlichen:

  • zwei neue Maststandorte und räumliche Verschiebung der ersten fünf Abspannabschnitte durch die Verlegung des geplanten UW Lamspringe um ca. 200 m nach Norden,
  • durch Modifikation der Mastgeometrie im Bereich von Mast B004 bis Mast B019 Verbreiterung der Schutzstreifen,
  • Verschiebung der Kabelübergangsanlage und einiger Maststandorte,
  • zahlreiche kleinere Änderungen im Bereich von Zuwegungen, Arbeitsflächen oder Kompensationsflächen.

(Es wird darauf hingewiesen, dass das UW Lamspringe nicht Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens ist.)

Die geänderten Planunterlagen haben in den o. g. Auslegungsgemeinden in der Zeit vom 4. April 2016 bis einschließlich 3. Mai 2016 zur allgemeinen Einsichtnahme öffentlich ausgelegen und waren in diesem Zeitraum auch auf den Internetseiten von Tennet einsehbar.

Jeder, dessen Belange durch die Änderungsplanung berührt werden, konnte vom Beginn der Auslegung bis einschließlich 17. Mai 2016 Einwendungen erheben. Einwendungen sind nach Ablauf der vorgenannten Einwendungsfrist ausgeschlossen. Der Einwendungsausschluss beschränkt sich bei Einwendungen und Stellungnahmen, die sich auf die Schutzgüter nach § 2 Abs. 1 UVPG beziehen, nur auf dieses Verwaltungsverfahren.

Zur Planänderung sind 46 Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sowie 28 Einwendungen Privater eingegangen. Die inhaltlichen Schwerpunkte entsprechen im Wesentlichen denen der Stellungnahmen und Einwendungen zur ursprünglichen Auslegung.

Der Erörterungstermin fand vom 17. bis 19. Oktober 2016 in Northeim statt. Aufgrund eines internen Bearbeitungsfehlers wurden 73 der 283 ursprünglichen Einwendungen bis zu diesem Erörterungstermin nicht berücksichtigt. Diese Einwendungen sind jetzt nachträglich und vollumfänglich in das Verfahren eingeflossen. Für die betroffenen Einwender wurde am 25. Januar 2017 ein ergänzender Erörterungstermin anberaumt.

Das Verfahren wird fortgesetzt.



Die von der Vorhabenträgerin (Antragstellerin) eingereichten, geänderten Übersichtspläne sowie der Erläuterungsbericht werden hier zur allgemeinen Information veröffentlicht. Die rechtlichen Vorgaben und Fristen des Planfeststellungsverfahrens bleiben hiervon unberührt. Ein Rechtsanspruch lässt sich aus dieser Veröffentlichung nicht ableiten.

Eingereichte Planunterlagen:

Hochspannungsfreileitung
Link zur Antragstellerin:

Artikel-Informationen

26.01.2017

Ansprechpartner/in:
Andreas Langner

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Dezernat 33 (Planfeststellung)
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-2909
Fax: (0511) 3034-2099

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln