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Ausbau der Stadtbahnstrecke D-West in Hannover ("D-Linie")

Planfeststellungsverfahren – Beschlüsse für die Abschnitte 1 bis 4 unanfechtbar – Planänderung im Abschnitt 5


Die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (Infra) plant den Ausbau der Stadtbahnlinie D-West (Linien 10 und 17) im Abschnitt zwischen Glocksee und Hauptbahnhof/ Raschplatz unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit. Das Gesamtprojekt ist in fünf Abschnitte unterteilt, für welche getrennte Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Planfeststellungsbehörde ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Für die Planfeststellungsverfahren in den Abschnitten 1-4 sind bereits bestandskräftige Beschlüsse ergangen. Der Bau der Abschnitte 1-4 wurde 2016 begonnen und soll laut Planungen der Infra Ende 2018 abgeschlossen werden. Der Abschnitt 5 befindet sich derzeit im Planänderungsverfahren.


Der Planfeststellungsabschnitt 1 umfasst einen 390 m langen Streckenneubau. Dieser führt ab der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/ Alte Celler Heerstraße auf der Lister Meile unter dem Posttunnel entlang bis zum zukünftigen Endpunkt Hauptbahnhof/ Raschplatz. Der neue Endpunkt der Linien 10 und 17 wird mit einem 45 m langem Mittelhochbahnsteig ausgestattet, der in unmittelbarer Nähe zu den in der Tunnelstation am Hauptbahnhof verkehrenden Stadtbahnlinien liegt. Ein barrierefreier Umstieg ist über Rampen und Aufzüge auf kurzem Wege möglich. Der heutige Streckenabschnitt mit den Haltestellen Ernst-August-Platz, Thielenplatz/ Schauspielhaus und Aegidientorplatz wird aufgegeben und die Haltestellen werden zurückgebaut.

Visualisierung der geplanten Endhaltestelle Hauptbahnhof/ Raschplatz  
Visualisierung der geplanten Endhaltestelle Hauptbahnhof/ Raschplatz.

Im Planfeststellungsabschnitt 2 wird eine Haltestelle in der Kurt-Schumacher-Straße zwischen Lister Meile und Herschelstraße als 55 m langer Mittelhochbahnsteig angelegt. Die Haltestelle ersetzt die heutige Niedrighaltestelle auf dem Ernst-August-Platz und soll eine optimale Anbindung der Innenstadt garantieren.

Der Planfeststellungsabschnitt 3 umfasst die Einrichtung einer neuen Haltestelle Steintor in der Münzstraße zwischen der Langen Laube und der Scholvinstraße mit einem barrierefreien Mittelhochbahnsteig. Der Mittelhochbahnsteig wird mit Breiten zwischen 6 m und 7 m und einer Nutzlänge von 45 m ausgebaut. Die neue Haltestelle erhält einen direkten und barrierefreien Zugang zu der darunter liegenden Tunnelstation. Die vorhandenen Haltestellen Steintor und Clevertor werden anschließend zurückgebaut. Die Haltestellen für die Buslinien 128 und 134 der Üstra werden in Bestandslage barrierefrei ausgebaut und sollen durch den italienischen Designer und Architekten Alessandro Mendini besonders gestaltete Wartehäuschen erhalten.

Der Planfeststellungsabschnitt 4 beinhaltet die Einrichtung der Haltestelle Goetheplatz in der Goethestraße mit einem barrierefreien Mittelhochbahnsteig mit einer Breite von 4 m und einer Länge von 55 m. Weiterhin werden die Bushaltepunkte für die Linien 300, 500 und 700 der Üstra in der Goethestraße angesiedelt und barrierefrei mit Hochborden angelegt. Die Haltestelle in Fahrtrichtung stadteinwärts wird im Anschluss an eine signalisierte Fußgängerquerung angeordnet; die Haltestelle in der entgegengesetzten Fahrtrichtung wird um ca. 42 m vom Goetheplatz abgerückt.

Der Planfeststellungsabschnitt 5 umfasst die Einrichtung der Haltestelle Glocksee mit einem barrierefreien 70 m langen Hochbahnsteig. Die ursprüngliche Planung sah die Errichtung von zwei Seitenhochbahnsteigen mit jeweils 2,50 m Breite vor. Die Planunterlagen wurden nach Auswertung der eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen überarbeitet. Die Haltestelle soll nun mit einem 4 m breiten Mittelhochbahnsteig ausgestattet werden. Sie wird in Bestandslage in der Braunstraße ausgebaut. Im Zuge der Maßnahme werden die Bushaltestellen für die Ringlinien 100 und 200 der Üstra mit 20 m langen Hochborden ebenfalls in Bestandslage ausgebaut.


Verfahrensstand Abschnitte 1 und 2

Die für die Abschnitte 1 und 2 erforderlichen Planfeststellungsverfahren wurden am 11. September 2014 eingeleitet. Die gesonderten Planunterlagen haben in der Zeit vom 18. September 2014 bis einschließlich 17. Oktober 2014 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen. In dieser Zeit konnten die Planunterlagen auch auf den Internetseiten der Infra eingesehen werden. Jeder, dessen Belange durch die Planungen berührt werden, konnte bis einschließlich 31. Oktober 2014 Einwendungen bei der Landeshauptstadt Hannover oder der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erheben. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind weitere Einwendungen von den Verfahren ausgeschlossen.

Eingegangen sind für den ersten Abschnitt 18 und für den zweiten Abschnitt 20 privatrechtliche Einwendungen, vornehmlich zu folgenden Themen: Gesamtkonzeption der D-West Stadtbahnlinie, Variantenvergleich, Wirtschaftlichkeit, Barierrefreiheit, Verkehrs- und Umsteigebeziehungen sowie Nachhaltigkeit des Vorhabens. Die Einwendungen wurden der Antragstellerin zur Bearbeitung übergeben. Der Erörterungstermin fand am 16. März 2015 in Hannover statt.

Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 1 erging am 11. Dezember 2015, der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 2 am 14. Dezember 2015. Die Beschlüsse haben in der Zeit vom 28. Januar 2016 bis einschließlich 10. Februar 2016 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen. Die Beschlüsse für die Abschnitte 1 und 2 sind seit 11. März 2016 bestandskräftig (unanfechtbar).


Verfahrensstand Abschnitte 3, 4 und 5

Die für die Abschnitte 3, 4 und 5 erforderlichen Planfeststellungsverfahren wurden am 15. Dezember 2014 eingeleitet. Die gesonderten Planunterlagen haben in der Zeit vom 5. Januar 2015 bis einschließlich 4. Februar 2015 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen. In dieser Zeit konnten die Planunterlagen auch auf der Internetseiten der Infra eingesehen werden. Jeder, dessen Belange durch die Planungen berührt werden, konnte bis einschließlich 18. Februar 2015 Einwendungen erheben. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind weitere Einwendungen von den Verfahren ausgeschlossen.

Eingegangen sind für den dritten Abschnitt 10 und für den vierten und fünften Abschnitt jeweils 7 privatrechtliche Einwendungen, vornehmlich zu folgenden Themen: Gesamtkonzeption der D-West Stadtbahnlinie, Lage und Architektur der Stadtbahn- und Bushaltestellen, Umgestaltung der Straßenzüge, Zukunftsfähigkeit, Barierrefreiheit sowie Verkehrs- und Umsteigebeziehungen. Die Einwendungen wurden der Antragstellerin zur Bearbeitung übergeben.

Der Erörterungstermin für die Abschnitte 3 und 4 fand am 21. Juli 2015 in Hannover statt.

Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 3 erging am 6. Januar 2016. Er hat in der Zeit vom 17. Februar 2016 bis einschließlich 1. März 2016 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen. Der Beschluss ist seit 15. April 2016 bestandskräftig (unanfechtbar).

Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 4 erging am 16. März 2016. Er hat in der Zeit vom 18. April 2016 bis einschließlich 2. Mai 2016 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen. Der Beschluss ist seit 2. Juni 2016 bestandskräftig (unanfechtbar).

Planänderung Abschnitt 5

Die Infrastrukturgesellschaft der Region Hannover (Infra) hat mit Schreiben vom 17. Januar 2017 geänderte Planunterlagen für den Abschnitt 5, Haltestelle Glocksee, eingereicht. Die ursprüngliche Planung hat sich auch aufgrund der zur damaligen Auslegung vorgetragenen Stellungnahmen und Einwendungen geändert bzw. ist aktualisiert worden.

Die Planänderung umfasst gegenüber den vom 5. Januar 2015 bis einschließlich 4. Februar 2015 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen Planunterlagen im Wesentlichen folgende Punkte:

  • Errichtung eines Mittelhochbahnsteiges in Bestandslage anstatt der vorherigen Planung von zwei Seitenhochbahnsteigen.
  • Einrichtung von signalisierten Fußgängerüberwegen an beiden Abgängen des Mittelhochbahnsteiges.
  • Infolge der Anlage einer weiteren Querungsmöglichkeit in der Braunstraße muss eine ältere Sommer-Linde gefällt werden.
  • Anstatt einer Neuversiegelung von 40 m² ergibt sich durch die Entsiegelung sowie die Begrünung des Gleisbettes ein Entsiegelungsplus von 50 m².
  • Das Verkehrsgutachten wurde überarbeitet.
  • Die Anzahl der Parkstände im Bereich der Braunstraße wird um 10 erweitert auf insgesamt 40.
  • Am Überweg Dreyerstraße werden getrennte Furten für F ußgänger und Radfahrer eingerichtet.
  • Im Bereich des Mittelhochbahnsteiges wird der Bahnkörper als Rasengleis ausgestaltet.
  • Die zwei Fahrspuren am westlichen Ende der Braunstraße Richtung Königsworther Straße werden zu einer Fahrspur rechts/links zusammengelegt; die Straßenachse verschiebt sich in südlicher Richtung.

Diese Modifikationen führen zu umfangreichen Änderungen der ausgelegten Pläne und wirken sich u. a. auf die schalltechnische Berechnung, Lagepläne, Querschnitte und naturschutzfachlichen Unterlagen aus. Die Einzelheiten sind aus den geänderten Planunterlagen ersichtlich. Die Änderungen in den textlichen Beschreibungen sind farblich hervorgehoben.

Die Planfeststellungsunterlagen für das Planfeststellungsverfahren haben in der Zeit vom 9. Februar 2017 bis einschließlich 8. März 2017 bei der Landeshauptstadt Hannover zur allgemeinen Einsicht ausgelegen. Darüber hinaus konnten die Planfeststellungsunterlagen im oben genannten Auslegungszeitraum auch auf der Internetseite der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Planfeststellungsbehörde) unter https://planfeststellung.strassenbau.niedersachsen.de/overview eingesehen werden.

Jeder, dessen Belange durch die Planänderungen berührt werden, konnte gem. § 73 Abs. 4 S. 1 VwVfG vom 9. Februar 2017 bis einschließlich 22. März 2017 bei der Landeshauptstadt Hannover oder der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Einwendungen gegen die Pläne erheben. Vor dem 9. Februar 2017 eingehende Einwendungen werden als unzulässig zurückgewiesen.

Die Einwendung war ausschließlich gegen die Änderungen und Ergänzungen in den Planunterlagen möglich, da die öffentliche Auslegung der Planunterlagen bereits stattgefunden hatte und die Einwendungsfrist hierfür bereits abgelaufen war.

Einwendungen gegen die Planänderungen sind nach Ablauf der vorgenannten Einwendungsfrist ausgeschlossen (§ 29 Abs. 4 PBefG i. V. m. § 73 Abs. 4 VwVfG).

Es sind fünf Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange eingegangen. Einwendungen von privater Seite wurden nicht erhoben. Die Stellungnahmen wurden der Antragstellerin zur Bearbeitung übergeben.

Das Verfahren wird fortgesetzt.



Ein Teil der eingereichten bzw. dem jeweiligen Planfeststellungsbeschluss zugrunde liegenden Planunterlagen wird an dieser Stelle zur allgemeinen Information veröffentlicht. Die rechtlichen Vorgaben und Fristen des Planfeststellungsverfahrens bleiben hiervon unberührt. Ein Rechtsanspruch lässt sich aus dieser Veröffentlichung nicht ableiten.

Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss:

Eingereichte Planunterlagen:

Stadtbahn in Hannover

Stadtbahn in Hannover

Quelle: Infra  

Abschnitt 1.

Quelle: Infra  

Abschnitt 2.

Quelle: Infra  

Abschnitt 3.

Quelle: Infra  

Abschnitt 4.

Quelle: Infra  

Abschnitt 5.

Hinweis:

Über den unten stehenden Link "E-Mail an Ansprechpartner/in" können keine formwirksamen Einwendungen erhoben werden. Einwendungen müssen unterschrieben sein, um formwirksam erhoben zu sein.

Artikel-Informationen

03.05.2017

Ansprechpartner/in:
Corinna Tamke

Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Stabsstelle Planfeststellung
Göttinger Chaussee 76 A
30453 Hannover
Tel: (0511) 3034-2914
Fax: (0511) 3034-2099

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